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Gemeinschaftstag der Hörgeschädigten aus der Diözese gestern in Schwäbisch Gmünd

Viele Besucher fanden sich gestern Morgen im Heilig-​Kreuz-​Münster zu einem eindrucksvollen Gottesdienst ein, der dort anlässlich des Gemeinschaftstages der Hörgeschädigten in der Diözese stattfand. Von Dietrich Kossien

Montag, 22. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 8 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Münsterpfarrer Robert Kloker konnte Domkapitular Rudolf Hagmann und Diakon Herbert Baumgarten als neuen Seelsorger für Hörgeschädigte in der Region Ostalb begrüßen. Der Münsterpfarrer stellte heraus, dass es erfreulich sei, dass der Gemeinschaftstag der Hörgeschädigten in Schwäbisch Gmünd stattfinde. Schwäbisch Gmünd sei dafür mit der Schule St. Josef für Hörgeschädigte und St. Vinzenz, wo regelmäßig Gottesdienste für Hörgeschädigte stattfinden der rechte Ort. Im Gottesdienst konnte er auch das Jubelpaar Hans und Lotte Gunst begrüßen, die vor 50 Jahren im Münster die Ehe schlossen. Das Motto des Gemeinschaftstages für dieses Jahr war „Glauben verbindet“. Herausgestellt wurde dabei, dass es gilt, zwischen Hörenden und Hörgeschädigten hier und auch in Afrika Brücken zu bauen. Den Gottesdienst gestalteten dann auch die Gehörlosen mit, indem Gruppen von ihnen vor dem Altarraum des Münsters den Gesang der Gemeinde durch Gebärden begleiteten. Der Gottesdienst selbst wurde auch für die Gehörgeschädigten auf einer großen Leinwand im Münster in der Gebärdensprache übertragen. Im Evangelium nach Markus ging es dann darum, wie Jesus den Sturm auf dem See stillte und den um ihr Leben fürchtenden Jüngern die Angst nahm. In der Predigt griff Domkapitular Rudolf Hagmann dieses Thema auch im Hinblick auf die Hörgeschädigten auf. Jesus habe geschlafen und die Jünger nicht gehört in ihrer Angst. Er habe den Sturm gestillt, als sie ihn weckten. Er übertrug das auf die heutige Zeit. Man könne die Angst der Jünger verstehen, die sich der Bedrohung nicht gewachsen gefühlt hätten, als Ängste in ihnen hochstiegen. Woher Jesu diese Kraft im Chaos genommen habe, stellte der Prediger die Frage. Dazu falle ihm der 23 Psalm ein, in dem es heiße: „Und ob ich schon wanderte in finsterem Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir…“. So habe sich Jesu gehalten gewusst von dem, zu dem er Vater gesagt habe. Dieses Gottvertrauen würde Jesu weiter geben, und dies würde bei chaotischen Kräften wirken.
Man müsse im Leben immer wieder schwierige Übergänge meistern, die es durch viele Probleme und Situationen, die das Leben beeinträchtigen und die Angst machen, gebe bis hin zum Übergang vom Leben zum Tod. Da brauche es Vertrauen nicht nur zur eigenen Kraft, dass man es meistern werde, sondern auch zu Menschen, die uns beistehen würden und dem Vertrauen zu Gott. Dieses Vertrauen, dass Gott mit uns unterwegs sei, solle besonders am Gemeinschaftstag gestärkt werden. So solle dieser Tag der Begegnung ermutigen und stärken, so dass man wie im Psalm sagen könne: „Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir.“
Nach dem Gottesdienst, den auch der SWR aufzeichnete, fand der Gemeinschaftstag im Gehörlosenzentrum St. Vinzenz in Schwäbisch Gmünd mit einem bunten Programm seine Fortsetzung.

Info: Das Hörgeschädigtenzentrum St. Vinzenz, eine wichtige soziale Einrichtung in Schwäbisch Gmünd, ist ein Begegnungs– und Wohnzentrum für Menschen, die unter den Bedingungen einer Hörschädigung leben. Dabei legt man Wert auf eine lebendige Gemeinschaft, mit der Möglichkeit zum Austausch und der Wahrung der eigenen Individualität.

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