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Die Theaterwerkstatt Schwäbisch Gmünd geht in ihre 19. Spielzeit

Die Theaterwerkstatt im Spital geht in ihre 19. Spielzeit, noch immer unter der Leitung des Gmünder Theatermanns Ernst Kittel. Er hat mit seinen Mitstreitern ein Programm zusammengestellt, in dem Heiteres und Geistvolles den Ton angeben. Von Reinhard Wagenblast

Donnerstag, 25. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 58 Sekunden Lesedauer

THEATER. Selbst der Dichterfürst, der zugleich Theaterleiter in Weimar war, scheute sich nicht die Kundschaft zu umschmeicheln. Auf die kommt es an, sie bringt das Geld in die Kasse und den Applaus für die Künstler: „Denn was wäre ich ohne dich, Freund Publikum! All mein Empfinden Selbstgespräch, all meine Freude stumm.“ Aber es steckt schon eine Wahrheit drin: Erst in der Aufführung entsteht der Resonanzboden, das einzigartige Theatererlebnis, die wunderbarste Nähe der Kunst zum Leben. In jeder Kultur, jeder Klasse und jeder Epoche kommen Menschen zusammen, die einander erzählen und zuhören, die im Spiel und im Schein sich selbst deuten.
Erprobte und gut eingeführte Ensembles kommen in der Spielzeit 2009/​10 in die Theaterwerkstatt: Dein Theater aus Stuttgart, die Württembergische Landesbühne, Pepper & Salt, Bernd Lafrenz, die Gmünder Bühne selbst natürlich, und, ganz neu, die Stuttgarter Gruppe „Der kleine Grinsverkehr“. Neun Stücke insgesamt, 14 Aufführungen. Die Gmünder Bühne und Bernd Lafrenz treten je drei Mal auf.
Die Saison beginnt am 2. Oktober mit einem Komödien-​Klassiker: Goldonis „Der Diener zweier Herrn“, ein Spiel von Liebe und Zufall, List und Tücke (Tournee-​Theater Stuttgart). Die Gmünder Bühne setzt auf Bewährtes: ein Kriminalstück von Agatha Christie, „Wie in einem Spinnennetz“ (23., 24. und 25. Oktober). Es ist die zweite Agatha-​Christie-​Inszenierung der Gmünder Theater-​Amateure, man kann sich auf englischen Humor und knisternde Spannung einstellen. Ernst Kittel selbst spielt nicht mehr mit, er führt auch nicht mehr Regie; der 77-​Jährige möchte sich allmählich zurückziehen, nicht ohne sein reiches, in 60 Jahren gesammeltes Theaterwissen weiterzugeben. Die Aufführungen in der Theaterwerkstatt besucht er sowieso.
Mit Dein Theater hat man drei Mal die Ehre: „Die Ehe ein Traum“ (13. November), Dialoge eines Paares, das seine Perspektive lebt; „Himmel auf Erden“ (2. Dezember), eine Art Weihnachtsspiel und mit „Ewig und drei Tage“ (23. April), Letztgenanntes ein Themenabend zu einem allgegenwärtigen verschonenden Phänomen: die Alterung. Bekanntlich folgt dem ersten Knospenknall bald der Blütenfall. Dann reift irgendwann die Erkenntnis, dass das Alter das bisher einzige Mittel ist, um lange leben zu können.
Ewig jung bleibt nur einer: Shakespeare. Bernd Lafrenz geht mit einem furiosen „König Lear“ auf die Bretter. Seine eigensinnigen Shakespeare-​Parodien sind heiter-​leichtfertige Märchenstunden, immer sehenswert (14., 15. und 16. Januar). „Der kleine Grinsverkehr“ brilliert mit Improvisationstheater (26. Februar) nach Vorgaben des Publikums, Pepper & Salt singen Weihnachtliches auch mal als Jodler und erotisch angehaucht (9. Dezember), und die WLB singt das „Klagelied einer Wirtshaussemmel“ während eines Karl-​Valentin-​Abends (12. März). „War’s vorgestern oder im vierten Stock?“ — auf jeden Fall in der Theaterwerkstatt.

Der Vorverkauf für die neue Spielzeit der Theaterwerkstatt beginnt am 1. Juli. Abos und Karten im i-​Punkt im Spital.

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