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Bürgerliche Liste auf dem Bauernhof und auf dem Rosenstein

Einen Blick hinter die Kulissen eines modernen landwirtschaftlichen Betriebes konnten die Kandidaten der Bürgerlichen Liste und interessierte Bürger beim Besuch des Hofes der Familie Grötzinger in Buch werfen.

Donnerstag, 04. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 8 Sekunden Lesedauer

HEUBACH (pm). Die Hofstätte wurde 1982 aus Buch ausgesiedelt und vor kurzem um einen zusätzlich gepachteten Stall in Buch erweitert. Unterstützt durch den Sohn, wird von Karl Grötzinger zurzeit mit beinahe 70 Kühen Milch produziert. Trotz moderner Technik sind jedoch die Kosten des Betriebes pro Kilogramm Milch zurzeit höher als der auf dem Markt erzielbare Preis. Jedem Besucher war klar, dass dieser Zustand irgendwann Auswirkungen auf die Landwirtschaft auch in Heubach haben wird. Deshalb wird auf dem Erlenhof bereits über Veränderungen nachgedacht. Schon lange ist das Stalldach mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die Energiegewinnung könnte z.B. mit einer Biogasanlage erweitert werden. Wichtig sind für die Landwirte wegen diesem Kostendruck optimale Arbeitsbedingungen. Durch den hohen Maschineneinsatz, bei dem Spezialmaschinen wie z.B. Mähdrescher, von Lohnunternehmern oder mehreren Landwirten gemeinsam betrieben werden, die Abhängigkeit vom Wetter, sowie dem Pflanzenwachstum ist die Einhaltung der Nachtruhezeiten nicht immer möglich.
Leider haben immer weniger Einwohner auch in unserem ländlichen Raum Verständnis dafür, wenn die Landwirte bis in die späte Nacht hinein arbeiten müssen. Auch Projekte wie die Nordumgehung von Heubach können Auswirkungen auf die Arbeit der Familie Grötzinger haben. Den Kandidaten der Bürgerliche Listen wurde gezeigt, wie wichtig eine einfache Überquerung der neuen Straße durch landwirtschaftliche Fahrzeuge ist und dass dies bereits bei den Planungen berücksichtigt werden muss.
Nach dem Besuch des landwirtschaftlichen Betriebes von Karl Grötzinger betrachteten sich die Kandidaten der Bürgerlichen Liste Heubach und interessierte Bürger die Entwicklung von Heubach und den zunehmenden Flächenverbrauch vom Rosenstein aus.
Die Rundwanderung führte zunächst zum Ostfelsen. Auf dem Weg dorthin erläuterte Fritz Krauß, dass es zwar auf Heubacher Gemarkung viel Wald gibt, der Stadtwald jedoch häufig in forstwirtschaftlich schwierigem Gelände liegt. Die übrigen Waldflächen seien im Besitz von Land, Kirche und Privatpersonen. Am Ostfelsen bot sich dann ein schöner Blick auf Lautern. Kritisch wurde festgestellt, dass es wenig Entwicklungsfläche gibt, die nicht mit der Landwirtschaft oder Gärtnerei in Berührung kommt.
Zu sehen war auch, dass das zuletzt erschlossene Baugebiet „Streng 2“ schon stark bebaut ist und damit von der nächsten Generation sicher neue Erschließungen gefordert werden. Aber wann sind die Grenzen erreicht? Mit ein wenig Phantasie konnten sich die Wanderer auch die Auswirkung der B29-​Südumgehung von Mögglingen auf die Landschaft vorstellen. Ähnlich begann später der Blick vom Lärmfelsen auf Heubach. Die seitens des Verkehrs sicher notwendige Nordumfahrung von Heubach wird eine Grenze für die Entwicklung von Heubach in Richtung Norden bilden. Die Baulandentwicklung innerhalb der Gemarkung wird immer schwieriger werden, wenn zum einen auch die Belange der Landwirtschaft berücksichtigt werden und zum anderen unsere Natur und das Landschaftsbild erhalten bleiben soll.
Unter diesem Aspekt waren sich die BL-​Kandidaten einig, dass Heubach durch diese Bedingungen nicht in einen Wettbewerb um billige Bauplätze mit anderen Gemeinden einsteigen kann und soll. Abschließend wurde von allen Teilnehmern der Rundwanderung festgestellt, dass nicht nur Wachstum, sondern auch der Erhalt unserer Natur und Landschaft eine wichtige Aufgaben der Verwaltung und des Gemeinderates sind.

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