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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Aggressive junge Frau stand gestern zum wiederholten Mal vor dem Strafrichter

Immer wieder berichtet die Rems-​Zeitung von Strafverfahren, die von großer allgemeiner Bedeutung sind oder auf den ersten Blick eine interessante Geschichte hergeben könnten. Gestern stand nun eine aggressive Frau vor dem Strafrichter und unterstrich ihr (Un)Wesen durch einen Angriff auf unseren Mitarbeiter. Von Dietrich Kossien

Dienstag, 28. Juli 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 26 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Als sehr verworrene und mit einer aggressiven jungen Frau, die zum wiederholten Male wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor Gericht stand, zeigte sich gestern eine Verhandlung vor dem Gmünder Amtsgericht. Doch die Vorwürfe hörte sie erst einmal nicht, denn sie war nicht erschienen, und sie würde auch nicht kommen, hatte sie mitgeteilt. Die Ladung hatte sie zurückgeschickt mit dem Vermerk „Lassen sie mich in Ruhe“, sie würde doch nur verarscht, und wenn man sie hole, könne etwas passieren.
Ihr Verhalten aber war weder den etlichen als Zeugen geladenen Polizeibeamten bzw. Beamtinnen, noch Richter und Staatsanwalt und auch nicht ihrem Pflichtverteidiger neu.
Hintergrund ihrer Verhandlungen vor Gericht war bisher immer, dass sie massiv andere Leute per Telefon belästigte, wovon besonders die Gmünder Polizei ein trauriges Lied singen kann, weil sie auch dort immer wieder anrief, Beamte beleidigte und auch auf der Wache erschien, um ein Gleiches zu tun.
Bisher war sie immer wieder mit mehr als geübter Nachsicht davongekommen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Belästigten bei ihr arge psychische Probleme vermuteten. Auch stellte ihr Arbeitgeber ihr beste Referenzen aus: Sie sei eine der besten Mitarbeiterinnen. Während ihrer Arbeitszeit sei sie, so wie es berichtet wird, auch völlig unauffällig. Danach aber ändere sich ihr Verhalten immer wieder spontan, was sie schließlich auch jetzt wieder vor Strafrichter Thomas Hegele führte.
Wieder hieß es, sie sei psychisch erkrankt und verhandlungsunfähig. Immer wieder brachte sie Atteste bei, und auch ein „Besuch“ in Winnenden änderte nichts, weil sie nach wenigen Tagen wieder frei war. Anschließend nahm sie auf Druck eine mehr oder weniger sporadische Behandlung bei einem Gmünder Nervenarzt auf. Dann teilte sie dem Gericht auf eine Vorladung mit, frühestens im Herbst könne sie erscheinen.
Die angeordnete Untersuchung durch einen Amtsarzt erbrachte, dass sie verhandlungsfähig sei. Dann wollte sie von ihrem Pflichtverteidiger entbunden werden, den brauche sie nicht und rede nicht mit ihm. Auch einen neuen Gutachter wolle sie. Das wurde zurückgewiesen.
Vor der jetzigen Verhandlung habe sie auf dem Polizeirevier angerufen und gesagt, sie komme nicht, und von diesem Termin wisse sie nichts, am Termin sei sie krank. Amtsrichter Hegele sah keinen Anlass, erneut den Termin aufzuheben. Ihr behandelnder Nervenarzt hatte festgestellt, dass sie chronisch psychisch erkrankt sei und dass ihr Zustand schlechter werde. Sie habe sich immer weniger unter Kontrolle. Davon konnte man sich dann gestern ein Bild machen. Sie erschien überraschend vor Gericht, begann einen bösen Disput mit Polizeibeamten, die sie beruhigen wollten.
Dann ging sie ohne ersichtlichen Grund auf die beiden anwesenden Pressevertreter los und attackierte diese, wobei sie unserem RZ-​Mitarbeiter völlig überraschend einen Schlag versetzte; dieser stolperte und stürzte zu Boden. Zum Glück blieb er ohne Verletzung. Der andere Pressevertreter blieb unbeteiligt.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung beantragte Staatsanwalt Horn dann für die Beleidigungen, Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte eine Freiheitsstrafe von insgesamt neun Monaten ohne Bewährung, für eine solche war auch ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Schwarz. Der Gutachter hatte keinen völligen Verlust der Steuerungsfähigkeit festgestellt, wohl aber in Stresssituationen. Der Amtsrichter Thomas Hegele ließ jedoch noch einmal Milde walten mit neun Monaten bei Bewährung.
Aber die verurteilte Frau muss sich weiterhin einer psychiatrischen Behandlung unterziehen. Ob die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Berufung einlegen wird, blieb gestern noch offen.

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