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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Der heimgekehrte „Chefdiplomat“ Richard Arnold wurde gestern im Stadtgarten feierlich in das OB-​Amt eingesetzt

Schwäbisch Gmünd hat seit gestern Abend einen neuen Oberbürgermeister: Richard Arnold wurde im Stadtgarten feierlich eingesetzt. Begeisterung, Gmünder Gemeinschaftsgefühl und Aufbruchstimmung beherrschten die Stimmung im überfüllten Congress Centrum Stadtgarten. Minutenlanger Applaus im Stehen und herzliche Grußworte dokumentierten das Vertrauen in diesen Hoffnungsträger Von Heino Schütte

Freitag, 31. Juli 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
3 Minuten Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Richard Arnold überraschte mit einem konkreten „100-​Tage-​Programm“. Vor allem will er die Finanzsituation der Stadt ehrlich offenlegen, an der Landesgartengartenschau 2014 festhalten, sie jedoch bürgernah und realistisch ausfeilen (siehe übernächste Seite). Die lokalen Zukunftsaufgaben inmitten der Weltwirtschaftskrise seien gewaltig, so wurde in den Ansprachen immer wieder ins Bewusstsein gerufen, doch gleich gepaart mit Obama– Optimismus: Statt „Yes, we can!“ kam ein „Ja, wir Gmender hend’s drauf!“ rüber.
„Nur wer draußen in der Welt war, weiß seine Wurzeln wirklich zu schätzen. Der Europäer Richard Arnold hat seine Gmünder Wurzeln deshalb stets gepflegt und ist mit seiner Heimatstadt eng verbunden geblieben“, so hob Festredner Innenminister Heribert Rech hervor. Auch im Namen der Landesregierung überbrachte er die besten Grüße und Glückwünsche. Der Innenminister beschrieb die enormen Qualifikationen, die Arnold ins OB-​Amt einbringt. Höhepunkt seiner Karriere sei bislang die Leitung der Vertretung des Landes Baden-​Württemberg bei der Europäischen Union in Brüssel gewesen, die er im Jahr 2000 übernommen habe. Die Landesvertretung in Brüssel habe in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Arnold habe dort bewiesen, dass die Baden-​Württemberger zwar kein Hochdeutsch, dafür aber wie in seinem Fall mehrere europäische Sprache sprechen könnten. „Als ‚Chefdiplomat’ haben Sie dem Land auf der europäischen Ebene eine Stimme gegeben und Gehör verschafft. Als Oberbürgermeister werden Sie nun die erste Stimme der Stadt Schwäbisch Gmünd sein“, unterstrich Rech. Das Amt des Oberbürgermeisters sei eines der schönsten und wichtigsten, das man im Land erringen könne. Manche würden dabei an die Machtfülle denken, die damit verbunden sei. In einer Person sei der Repräsentant der Stadt, der Chef der Verwaltung und der Vorsitzende des Gemeinderats vereinigt. Doch noch mehr sei das Amt geprägt von der Breite der Aufgaben und der Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch der Verantwortung, die es mit sich bringe. Das Land strebe eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Schwäbisch Gmünd an. Der Minister listete etliche aktuelle Staats-​Maßnahmen für Gmünd auf, vor allem natürlich Bau des Tunnels als Voraussetzung für die Landesgartenschau. „Als Verkehrsminister des Landes bin ich an diesen Baustellen nicht ganz unschuldig, denn wir haben uns nachdrücklich für die Durchführung und Finanzierung dieser Straßenbaumaßnahme eingesetzt.“ Die Finanzierung dieses Großprojekts sei lange nicht gesichert gewesen, so erinnerte er an das harte Ringen, verbunden auch mit Rückschlägen, dann mit der glücklichen Bereitstellung der Gelder. Die Kosten für die Ortsumgehung von Schwäbisch Gmünd lägen inzwischen bei rund 230 Millionen Euro. Dieses Geld sei jedoch gut investiert. „Gmünd bekommt die einmalige Chance für eine weitere städtebauliche Entwicklung, die der neue Oberbürgermeister und sein Gemeinderat sicherlich gut nutzen werden.“
Allerdings müssten die Stadt und ihr neuer Oberbürgermeister noch einiges tun, bis die Bürger sowie die Besucher dieses einmalige Schauspiel zwischen Naturraum und urbanem Leben genießen könnten. Die Gartenschau und die begleitenden Maßnahmen würden zwischen 2011 und 2014 jährlich über 4,6 Millionen Euro kosten. Dies sei eine Herausforderung, die von den Gmündern nur mit viel Engagement und vereinten Kräften bewältigt werden kann. Innenminister Rech abschließend: „Ich bin zuversichtlich, dass Sie, Herr Arnold, der richtige Mann sind, um diese Kräfte hier vor Ort zu mobilisieren und das Projekt auf einen guten Weg zu führen!“ Der Minister gab sich als Gmünd-​Liebhaber zu erkennen. Denn als Kind habe er hier bei Freunden immer die Sommerferien verbracht. Namens der Stadt hatte zunächst Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse seine liebe Not, eine riesige Liste mit Namen von Ehrengästen vorzulesen. „Gmünd kann mehr!“ rief Bläse das Wahlkampfmotto Arnolds in Erinnerung, fügte aber hinzu, dass dieser Appell nur in die Tat umgesetzt werden könne, „wenn wir Gmünder jetzt alle zusammenstehen“. Im Rathaus seien die Voraussetzungen günstig, denn „ich und Richard Arnold müssen uns nicht erst beschnuppern“ und auch der neue Baubürgermeister passe prima ins Dreier-​Zukunftsteam. Stadtrat Karl-​Heinz Scheide oblag als ältestes Mitglied des Gemeinderats die Pflicht, OB Arnold feierlich und im Namen Gottes zu verpflichten. Dem Amtseid folgte das Umlegen der Amtskette. Minutenlanger Applaus und Begeisterungsrufe hallten durch den Saal. Der Stadtrat würdigte Arnold als einen Gmünder, der schon von Kindesbeinen in der Landwirtschaft seiner Eltern mit der Schöpfung vertraut gewesen sei und aus tiefsten Herzen zu allen Menschen ja sage. Er sei überzeugt, dass die Gmünder schon bald OB Arnold so stolz und vertrauensvoll als etwas betrachten, das zu dieser Stadt gehöre wie „unser Münster“.

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