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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Staatliche Realschulseminare für Didaktik und Lehrerbildung im Land feierten gemeinsam ihr 25-​jähriges Jubiläum

Im reizvoll gelegenen Kurhaus des Schwarzwaldorts Bad Wildbad feierten die Staatlichen Realschulseminare für Didaktik und Lehrerbildung, darunter auch Schwäbisch Gmünd, ihr 25-​jähriges Jubiläum.

Freitag, 31. Juli 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 21 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND Im Namen der 5 Realschulseminare in Baden-​Württemberg begrüßte F. Barthold-​Weilandt, Direktorin des Realschulseminars Karlsruhe, Kultusminister Rau und alle geladenen Gäste und dankte ihnen für ihr Kommen. Die Stadt Schwäbisch Gmünd wurde durch den ehemaligen Leiter des Presseamtes, Klaus Eilhoff, vertreten.
Das Realschullehrerseminar Schwäbisch Gmünd war eigens per Bus angereist. Neben Direktorin Kristina Schmid, deren Stellvertreter Walter Knauß waren auch der Gründervater der Seminare Dr. Manfred Saller, sowie die ehemaligen Leiter des Realschulseminars Horst Neugart und Werner Debler an Bord. In seinen Gedanken zum Jubiläum würdigte Minister Rau die „neue“, aus den Pädagogischen Hochschulen ausgelagerte und direkt an der Schule orientierte Form der Realschullehrerausbildung. Über 12 000 Realschullehrer sind seither an den RS-​Seminaren ausgebildet worden. Kernaufgabe ist und bleibt, so Minister Rau, die Ausbildung von Realschullehreranwärterinnen und –anwärtern im Vorbereitungsdienst, wobei auch die soliden regionalen Netzwerke eine bedeutende Rolle spielen.
Minister Rau schloss mit dem Dank an die Ausbilderinnen und Ausbilder an den Seminaren, die Mentorinnen und Mentoren an den über 400 Ausbildungsschulen und deren Schulleitungen. Sie alle tragen mit ihrem Engagement maßgeblich zu einer guten Ausbildung und der stetigen Weiterentwicklung der Seminare bei. Als Leiter der AG Realschulrektorinnen und –rektoren umspielte Eberhard Schweizer das Zitat „Anfänger werden Neues in Bewegung setzen“ und wies — frei nach H. Hesse auf den „Zauber des Anfangs“ hin, ohne den Qualitätssteigerung in der Lehrerbildung nicht möglich ist. In ihrem umfassenden Rückblick auf die Entwicklung der Realschulseminare bis hin zu ihrer heutigen Form zeigte Direktorin Barthold-​Weilandt auf, dass es mit der Gründung der Seminare gelungen ist, eine pädagogisch und gesellschaftspolitisch sinnvolle Form des Vorbereitungsdienstes zu schaffen. Für den Festvortrag konnte Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Ernst Nipkow von der Universität Tübingen gewonnen werden. Unter dem Thema „Bildendes Lernen — notwendiges, aber begrenztes Lehren und Erziehen“ ging Prof. Nipkow auf die Frage ein, was gute Lehrerausbildung kennzeichnet. Dabei betonte er, dass zukünftige Lehrende als Lernende mit den gleichen Methoden ausgebildet werden sollten, die später auch an den Schulen gelten. Dabei bezog sich Nipkow nicht nur auf die neuesten Erkenntnisse der Lehr– und Lernforschung, sondern auch auf die Ergebnisse der Neurowissenschaften. So machen sinnentleertes Lernen, die Beschränkung auf die Disziplin und Belehrungsmuster mit dem Ziel „teaching to the test“ die Lehrer krank, die ja gleichzeitig auch die Repräsentanten von Werten sein sollten. Werttraditionen — so Prof. Nipkow — sind neu zu erschließen, große Traditionen wie das Christentum müssen fortgeschrieben werden. Im Blick muss dabei bleiben, dass alle fünf Jahre eine Verdoppelung des Wissens stattfindet.
Gerade deshalb ist das selbstorganisierte und –gesteuerte Lernen, bei dem der Mensch als Subjekt seines Lernens agieren kann, von fundamentaler Bedeutung. Prof. Nipkow zitierte Klassiker, die das bereits in den vergangenen Jahrhunderten anklingen ließen, u.a. im“ Wilhelm Meister“ und im „Émile“ von Rousseau; auch Schleiermacher ist hier zu nennen. Nipkow führte in diesem Zusammenhang das von ihm in der Religionsdidaktik viel beachtete Prinzip der Elementarisierung an. Bei den Qualitätskriterien lag Prof. Nipkow besonders die Forderung nach dem „sinnstiftenden Kommunizieren“ am Herzen mit den beiden negativen Extremen des „Rauschens“ durch Überforderung und die langweilige Übervertrautheit von Lernstoffen.
Für Lehrerinnen und Lehrer wie für Schülerinnen und Schüler gilt gleichermaßen: Die Stärkung der Person, die Sorge für die Gesundheit und das Streben nach sozialer Geborgenheit sind vordergründig. Dies müssen begleitende Grundprinzipien für sinnvolles Lehren und Lernen sein.

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