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Gestern Abend wurde das 40jährige Bestehen der Heubacher Mörikeschule gefeiert

Die Heubacher Mörikeschule ist 40 Jahre alt geworden, gestern Abend gab’s deshalb einen Festakt mit vielen Ehrengästen, bei dem die Zukunft der Förderschulen beleuchtet wurde. Heute ist ein großes Schulfest geplant.

Samstag, 04. Juli 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 50 Sekunden Lesedauer

HEUBACH (bt). Das Jungvolk guckt gierig, die Erwachsenen einigermaßen konsterniert: Es sind „Slam Attax“ Wrestling Karten, die Rektor Uwe Waible da schwenkt. „Furchtbar hässlich und erschreckend“, wie er selbst findet. Sein erster Impuls, als er die Schüler beim Tausch dieser Karten sah: „Das sollte unterbunden werden“. Na, und dann ist ihm aufgegangen, dass seine Schützlinge hier problemlos, begeistert gar, meistern, was ihnen im Unterricht oft schwer fällt: Texte lesen, den Preis verschiedener Karte kennen und berechnen, aber auch ihren Marktwert, Taschengeld einteilen etc.
Waible ließ gestern nicht nur den Werdegang seiner Schule Revue passieren – „von einer Einrichtung für Lernbehinderte zu einer Schule für individuelle Lernförderung“ –, er zeigte auch auf, was es konkret bedeutet, „Kindern und Jugendlichen durch gezielte Förderung und moderne Organisationsformen im und außerhalb des Unterrichts vielfältige Perspektiven für die Zukunft“ zu eröffnen. An der Mörikeschule wird jetzt intensiv auf die Hauptschule und aufs Berufsleben vorbereitet, es gibtProjektgruppen vom Modellbau bis zum Trommeln und vor allem den Versuch, für jedes Kind optimale Förderangebote zu finden. Der Arbeitsplatz eines Lehrers sei kein Schreibtisch sondern das Gehirn des Kindes.
Mit Humor und Gelassenheit führte der stellvertretende Schulleiter Ulrich Elser durchs Programm. Bürgermeister Klaus Maier führte den Reigen der Gratulanten an. Schuldekan Hansjürgen Meinhardt nannte auch die schwierigen Kinder ein wunderbares Geschenk; zudem seien es gerade die Herausforderungen, die Menschen weiterbrächten in ihrer eigenen Entwicklung. Glückwünsche und Worte der Anerkennung kamen unter anderem von Alfred Bader, Geschäftsführender Schulleiter der VGW und als Rektor der Schillerschule auch der Hausherr (die Mörikeschule bietet nicht genug Platz für eine so große Festgesellschaft), und Prof. Dr. Dieter Maas, der für den Lions Club Limes-​Ostalb 500 Euro überreichte – eine gelungene Überraschung. Für den Elternbeirat sprach Margarete Betz, für die Schüler Justine Penner. Andreas Betz unterhielt die Gäste am Klangbrett. Den Festvortrag hielt der Leitende Schulamtsdirektor Hans-​Jörg Polzer. Die Förderschule sei immer schon Spiegelbild der Bildungspolitik gewesen. Heute etwa seien nicht länger die Schülerzahlen ausschlaggebend – derzeit besuchen 78 Kinder die Mörikeschule –; entscheidend sei vielmehr, dass „die Sonderpädagogik in den Sozialraum rückt“. Polzer ging insbesondere auf die Zusammenarbeit mit anderen Schulen bzw. auf die Unterstützung förderbedürftiger Kinder im Regelsystem ein. Nachdem die Pflicht zum Besuch der Sonderschule aus dem Schulgesetz gestrichen wurde, werde die Förderschule mehr und mehr vom Lernort zum Kompetenz– und Beratungszentrum.

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