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Die Königin von Aragonien war glücklich verheiratet und gebar vier Söhne und zwei Töchter

Durch die Staufertöchter und deren Nachkommen leben die Hohenstaufer fort in fast allen europäischen Dynastien. Konstanze von Staufen-​Sizilien gebar als Königin von Aragonien vier Söhne und zwei Töchter. Von Hans-​Wolfgang Bächle

Freitag, 21. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 12 Sekunden Lesedauer

GESCHICHTE. Nach dem Tode von Kaiser Friedrich II. 1250 behauptete dessen Lieblingssohn Manfred das Königreich Sizilien und Süditalien bis zu seiner Niederlage gegen Karl I. von Anjou in der Schlacht bei Benevent 1266.
Doch seine Tochter aus erster Ehe wurde schon 12-​jährig mit dem Prinzen Peter III. von Aragon verlobt. Eine Gesandtschaft holte die junge Stauferin von Neapel nach Montpellier, wo im folgenden Jahr die Hochzeit trotz päpstlichen Einspruchs stattfand. Bekanntlich waren es vor allem die Päpste Urban IV. und Clemens IV., die das Vernichtungswerk gegen die Staufer im Sinne Innozenz’ IV. vollendeten. Urban IV. wandte sich in einem Protestschreiben an König Jakob I., den Vater von Peter III., indem er König Manfred von Sizilien als ein Scheusal beschrieb und folgerte: „Und mit diesem Menschen willst du dich verbinden uneingedenk der Macht deines Geschlechts, der Hoheit deiner Vorfahren, uneingedenk deines eigenen Ruhmes und Rufes? Wird etwa dein Erstgeborener von allen Fürsten der Christenheit verachtet? Kann es ihm an einer würdigen Gemahlin aus königlichem Geschlecht fehlen? Müsste es dich nicht bitter schmerzen, wenn dir von einer solchen Schwiegertochter Nachkommen geboren würden, welche deinem ganzen Hause, allen deinen Verwandten, am meisten aber dir zur Schande gereichten? Fern also, fern sei von dir eine solche Befleckung deiner Ehre, fern eine Entscheidung, welche den boshaften Gegner Gottes und der Kirche so sehr verstärken und unseren Feinden zugesellen würde.“ Es spricht für Jakob I. und seinen Sohn Peter, dass sie eine derartige Einmischung ignorierten. König Jakob der Eroberer war ein tüchtiger Fürst. Er entriss 1229 den Mauren die Balearen und gründete die prächtige Kathedrale von Palma de Mallorca.
Darauf wandte er sich gegen die maurischen Königreiche Valencia und Murcia. Seinem Schwiegersohn Alfons X. von Kastilien (vgl. RZ-​Artikel vom 19. August, Seite 19) überließ er Murcia als Mitgift. Laut seinem Testament erhielt Peter III. 1276 Aragonien mit Katalonien und Valencia, sein jüngerer Bruder Jakob (II.) die Balearen, das Roussillon und Montpellier, womit für einige Generationen das selbstständige Königreich Mallorca entstand.
Der Ehe Peters III. von Aragon mit der Stauferin Konstanze von Sizilien war das Glück beschieden. Zum einen wurden vier Söhne und zwei Töchter geboren, von denen fünf die Königswürde erlangten. Über ihre Nachkommen leben die Hohenstaufen fort in fast allen europäischen Dynastien. Seit dem Untergang Konradins, den Karl von Anjou in Neapel 1268 hinrichten ließ, hatte das Haus Aragon einen legitimen Anspruch auf Sizilien. Die Chance zum Erwerb Siziliens ergab sich nach der Vertreibung der Franzosen durch die „Sizilianische Vesper“ an Ostern 1282.
Nach einer blutigen Rebellion gegen die Unterdrücker wurden Konstanze und ihr Gemahl in Palermo zu Königen von Sizilien gekrönt. Im Golf von Neapel siegte die Flotte Peters III. über die Karls von Anjou. Auch den folgenden Herrschern aus dem Hause Aragon gelang es, Sizilien zu behaupten, ja Alfons V. von Aragon wurde später (1442) gar König von Neapel. Bis 1713 verwalteten spanische Vizekönige Unteritalien.

Eine ausführliche Schilderung der staufischen Nachkommen über die Töchter vermittelt das Buch „Das Erbe der Hohenstaufen“ (Remsdruckerei Oktober 2008).

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