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Bundestagskandidaten ganz privat (4): Der SPD-​Bundestagsabgeordnete Christian Lange kocht und isst sehr gerne

Mitreden, mitmachen, etwas bewegen können — das war Christian Lange schon immer ein großes Anliegen. So war er einige Jahre Klassensprecher und bei der SMV sowie der Schülerzeitung tätig. Auch heute noch redet er mit, macht mit und hat das Gefühl, etwas bewegen zu können. Von Nicole Beuther

Mittwoch, 26. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 26 Sekunden Lesedauer

OSTALBKREIS/​REMS-​MURR-​KREIS. Der Unterschied: Heute geht es nicht um die Verbesserung von Schullandheimaufenthalten oder den Neuaufbau einer Schulbibliothek, es geht um Dinge, die ganz Deutschland betreffen.
Seit 1998 ist Christian Lange Bundestagsabgeordneter. Und das will der SPDler auch bleiben. „Es ist schön, wenn man durch Regeln, die beschlossen werden, das Leben insgesamt positiv verändern kann“, sagt Lange, der in Saarlouis geboren und in Waiblingen aufgewachsen ist. „Lukas, der Lokomotivführer war mein großes Vorbild“, schmunzelt der heute 45-​Jährige, wenn er an seine Kindheit zurückdenkt. Die Vorstellung, einmal im Lummerland zu leben, war jedoch schnell ausgeträumt. Der Ernst des Lebens stand vor der Türe: Abitur, Beruf, … aber welcher? Arzt wollte er werden, was er sich dann aber schnell aus dem Kopf schlug, „Blut ist nicht so mein Fall“; als Musiker zu arbeiten hätte er sich vorstellen können, hat er doch vom vierten bis zum zwölften Lebensjahr Klavier gespielt, „dann habe ich leider aufgehört“; kurz vor dem Abitur wollte er Lehrer werden, „doch die Arbeitsmarktaussichten waren damals sehr schlecht“.
So kam es, dass er anfing, Jura zu studieren. Beruflich fasste er nach dem zweiten juristischen Staatsexamen 1993 beim Wirtschaftsministerium Baden-​Württemberg Fuß. Hier bekam er zunächst eine Stelle als Landesbeauftragter beim Bund und Bundesratsreferenten, später wurde er Referent für Handwerk und Mittelstand. Sein Interesse an der Politik sei ein schleichender Prozess gewesen, erzählt Christian Lange im Gespräch mit unserer Zeitung. 1982, er war 18 Jahre alt, wurde er SPD–Mitglied. Warum? Die Antwort findet sich im familiären Bereich. „Mein Vater hat die Wirtschaftswunderzeit positiv durchlebt“, erklärt der Politiker.
Vom Eisenbahnschaffner habe er sich, nach dem zweiten Bildungsweg und einem Werksstudium, zum Dipl.-Ingenieur und Geschäftsführer eines Unternehmers hochgearbeitet. „Ich habe Respekt vor dieser Leistung“, sagt Christian Lange stolz. Dass „sozialer Aufstieg durch Bildung“ möglich ist, hat ihn von diesem Zeitpunkt an geprägt, und war ein „Impuls, zur SPD zu gehen“.
Dass Bildung nicht vom Geldbeutel abhängen dürfe, sei bereits im Gründungsgedanke der SPD im 19. Jahrhundert verankert, so Lange. Weitere Impulse für den heutigen Backnanger, politisch aktiv zu werden, waren die Stationierung der Pershing-​Raketen in Mutlangen und das Unglück von Tschernobyl, „das hat mich emotional sehr bewegt“. Lange ist ein Nachname, der zu dem Bundestagsabgeordneten passt, denn: Sein politischer Werdegang ist ebenso lang wie die Aufzählung seiner verschiedenen Mitgliedschaften bei Vereinen und Verbänden. Da wundert es nicht, wenn der 45-​Jährige sagt: „Mein Leben richtet sich heute exakt nach dem Terminkalender.“ Dies sei auch im privaten Bereich der Fall; „anders kann man seinen Freundeskreis nicht halten“.
Als Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD–Bundestagsfraktion (seit Oktober 2007) ist der Politiker, im Gegensatz zu früher, auch außerhalb der Sitzungswochen, immer montags in Berlin. Während der Sitzungswochen ist Lange von montags bis freitags in der Hauptstadt, der Arbeitstag beginnt meist um 7.30 Uhr und endet um 22 Uhr.
Entspannung findet der SPDler beim Lesen klassischer Literatur sowie der Musik, „ich gehe gerne in die Oper und ins Ballett“. Außerdem kocht und isst er gerne. Und das so gerne, dass er, seit er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD–Bundestagsfraktion ist, zugenommen hat. „Ich esse halt vor allem abends so gerne“, lacht er.

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