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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Alexander Schenk und Lukas Gundling ergreifen als engagierte Gmünder Initiative für Rekonstruktion der östlichen Stadtmauer

Ein Stück mittelalterliches Gmünd kehrt zurück. Jedenfalls nach Vorstellungen der beiden heimatverbundenen, jungen Bürger Lukas Gundling und Alexander Schenk, die sich nun vielleicht sogar mit einem Förderverein für eine vollständige Rekonstruktion der Stadtmauer in der Oststadt stark machen wollen.

Dienstag, 04. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
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SCHWÄBISCH GMÜND (pm/​hs). Auch der verschwundene „Krepplesturm“ könnte hierbei wieder entstehen. „So mancher mag uns für verrückt erklären. Doch wir denken lediglich visionär für unsere Stadt“, so Schenk und zeigt voller Begeisterung auf das vor ihnen stehende Model. Mit dem Abriss der Gebäude an der Baldungsstraße im Zuge der Tunnelbaustelle entstand eine städtebauliche Lücke zwischen Bundesstraße und Altstadt. Und genau hier ergeben sich für Gundling und Schenk eine einmalige Chance der Stadt ein Stück Identität und Originalität zurückzugeben. Bereits vor zwei Jahren hatte OB Leidig die Idee einer Teilrekonstruktion ins Spiel gebracht. Doch Gundling und Schenk halten nichts von den Vorstellungen des früheren Baudezernats, lediglich einzelne Maueransätze ähnlich der Limesrekonstruktion im Rotenbachtal aufzurichten. „Nur um die Stadtmauer in einzelne Teilstücke andeutungsweise zu rekonstruieren und deren Lücken mit Glas als Schallschutzwand auszufüllen, ist diese Freifläche viel zu schade“, sagt Gundling. „Dieses rein auf den Schallschutz konzentrierte Werk hätte weder mit einer historischen Rekonstruktion zu tun noch kann es als zusätzliches Aushängeschild für die älteste Stauferstadt herhalten“, so Schenk weiter. Das Modell, das beide ziemlich maßstabgetreu erstellt haben, zeigt, welche Möglichkeiten in ihrer Vision steckt: Durch den kurvigen Verlauf der Stadtmauer an dieser Stelle lässt sich optisch eine lückenlose und geschlossene mittelalterliche Stadtumwehrung erzeugen. Gundling und Schenk sehen in einer vollständigen Rekonstruktion eine Aufwertung für das Wohnen in der Hinteren Schmiedgasse und einen neuen Werbeträger für die älteste Stauferstadt. Mit einer begehbaren Stadtmauer zwischen Schmiedtorturm und Krepplesturm könnte Gmünd mit einer Attraktion aufwarten, die andere Städte im weiten Umkreis nicht haben. Um den Bau über die Landesgrenzen hinweg bekannt und populär zu machen, könnten sich die zwei jungen Gmünder, ganz nach dem Muster von Saint Fargeau in Frankreich, eine historische Baustelle für experimentelle Archäologie vorstellen.
Im Bereich des früheren Stadtmauerverlaufs in der Oststadt, kam wie berichtet, auch das komplette Ensemble eines mittelalterlichen Bauernhofs mit Stall– und Backhaus zum Vorschein. Solche kleinen Bauernhöfe innerhalb der Stadtmauer gehörten im Mittelalter zum Gemeinwesen, um beispielsweise auch bei einer längeren Belagerung die Versorgung der Bürger sicherzustellen.
Vorbild für ihre private Initiative der beiden jungen Gmünder, soll der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und des Berliner Stadtschlosses sein. Dass dies keine Einzelfälle in Deutschland sind, verweist Gundling auf das Beispiel Frankfurt. Dort wurden auf dem Römer einige historische Altstadtgebäude komplett neu errichtet und weitere sollen in den nächsten Jahren anstelle des abgerissenen Technischen Rathauses aus den 70er-​Jahren folgen. Gundling und Schenk hoffen nun auf begeisterte Mitstreiter, um diese Idee auf eine breite bürgerschaftliche Basis zu stellen. Dazu könnte ein neu zu schaffender Verein schleunigst das Potenzial einer Rekonstruktion ausloten und anschließend sich für eine Umsetzung stark machen.

Interessierte Bürger, zukünftige Mitstreiter, vielleicht ja auch schon potenzielle Sponsoren können sich ab sofort melden bei Lukas Gundling: Mail an LCGundling@​gmx.​de

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