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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Die Mehrheit der Bürger des Fernwärmeversorgungsgebiets II Bettringen Nordwest ist für ein Blockheizkraftwerk

Der aktuelle Stand der Fernwärmeversorgung II Bettringen Nordwest beschäftigt viele Bürger dieses Versorgungsgebiets. Kürzlich wurde das erweiterte Gutachten vorgestellt und über den Neubau einer Heizzentrale informiert.

Dienstag, 04. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 50 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) betonen die konstruktiven und zielorientierten Gespräche mit der Werkleitung. Durch die Zusage der Kostenübernahme für das erweiterte Gutachten hatte der erste Werkleiter, Rainer Steffens, die näheren Untersuchungen möglich gemacht. Bei diesen Untersuchungen wurden auf Wunsch der IG technische Varianten und Lösungen untersucht, die bei den bestehenden Gutachten nicht oder nur unzureichend betrachtet wurden.
Das Ergebnis dieses Gutachtens zeigt, dass auf der Basis von aktuellen Energiepreisen (April 2009) sowohl an einem zentralen Standort als auch im Bestandsgebäude der Einsatz eines BHKWs die kostengünstigere Variante ist. Das BHKW (Kraft-​Wärme-​Kopplung) erfüllt zudem die Anforderungen des Erneuerbare– Energien– Gesetzes.
Das erweiterte Gutachten kommt zum Ergebnis, dass die reine Erzeugung der Energie mittels eines BHKW zusammen mit NT-​Kesseln am zentralen Standort die günstigste Lösung darstellt. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die geplanten „weiteren Nutzer“ auch tatsächlich in vollem Umfang angeschlossen werden.
Zu den „weiteren Nutzern“ zählt unter anderem das Berufschulzentrum (BSZ) des Ostalbkreises. Nach Kenntnis der IG hatte der Landkreis eine Lösung mit Holzhackschnitzel mit Blick auf die heimische Forstwirtschaft mit großem Interesse verfolgt. Mit der Wahl eines BHKWs zur Energieerzeugung ist auch das Interesse des Ostalbkreises an einer zentralen Lösung eingeschränkt. Für das BSZ werden aktuell die Erneuerungsmöglichkeiten im vorhandenen Heizraum bzw. auf vorhandenen Flächen untersucht. Der zentrale Standort ist somit in Frage gestellt.
Die zweitgünstigste Variante im Blick auf die Wärmekosten war der Einsatz eines BHKWs im Bestandsgebäude der Oderstraße. Durch einen kleineren Anbau auf vorhandenem Grund könnte neben dem vorhandenen Gebäude ein BHKW-​Modul betrieben werden, ohne dass Lärmbelästigungen oder unangenehme Schwingungen zu befürchten wären. Im vorhandenen Gebäude würden dann neue NT– Kessel und die weitere Anlagentechnik installiert werden. Die Werkleitung empfiehlt, diese Lösung weiter zu verfolgen, da diese Lösung realistisch betrachtet auch in Bälde umgesetzt werden könnte. Aktuell lässt die Werkleitung die baurechtlichen Erfordernisse für den Anbau überprüfen. Über die reine Betrachtung der Erzeugungskosten sieht die IG weitere Vorteile bei der Variante „Erneuerung im Bestandsgebäude“ wie etwa der geschlossen Nutzerkreis, der Verbleib der Wärmeerzeugung im Eigenbetrieb und die Optimierung auf das Netz der Fernwärmeversorgung II Bettringen-​NW. Die Entwicklung der Heizkosten war ein Anliegen der anwesenden Bürger. In der bisherigen Vorlage der Verwaltung war von einer Steigerung von 15 Prozent oder gar 22 Prozent die Rede.
Die Sprecher betonten, dass eine exakte Aussage nicht möglich sei, da die Energiepreise nicht vorhersagbar sind. Selbstverständlich werden sich die Kosten für die Neuinvestition auf den Wärmepreis niederschlagen, so die IG-​Sprecher, die zudem der Überzeugung sind, dass bei der Erneuerung im Bestandsgebäude mittels BHKW die Energieerzeugung für das Netz der Fernwärmeversorgung II Bettringen-​NW optimiert werden kann.
Durch den Einsatz von moderner Technik sind auch im Bestandsgebäude spürbare Vorteile in Sachen Betrieb, Unterhalt und Verwaltung zur erwarten.
Die Sprecher sind darüber hinaus überzeugt, dass diese Variante die geringsten Risiken birgt und an der umfänglichen Beibehaltung des Selbstkostenumlageprinzips festgehalten werden kann. Insgeheim hoffe man natürlich durch Umsetzung aller Maßnahmen, die Kosten, abgesehen von der unkalkulierbaren Entwicklung der Brennstoffpreise, spürbar zu senken.
Ein weiteres Diskussionsthema ist die Höhe und das Erhebungsverfahren für das Wegebenutzungsentgelt. Die bisherige Erhebung und die Höhe der Entgelte sind nach Einschätzung der IG nicht gerechtfertigt. Die Sprecher wollen baldmöglichst Gespräche mit der Stadtverwaltung aufnehmen.
Basis der Verhandlungen soll ein „Mustervertrag“ der Gemeinde Pfalzgrafenweiler sein. Diese hatte in 2007 sehr detailliert über Entgelte für Fernwärmeleitungen beraten und einen sogenannten „Gestattungsvertrag“ erstellt. In Anlehnung an diesen Vertrag will die IG eine neue Erhebungsvariante und somit eine deutliche Reduzierung der Entgelte bewirken. Gemeinsam mit der Verwaltung will die Interessensgemeinschaft eine Verbesserung erzielen.
Bei der kürzlich durchgeführten Bürgerversammlung stimmten die betroffenen Bettringer ohne Gegenstimme über folgende Punkte ab: Zustimmung zu der empfohlenen Variante (BHKW + NT im Bestandsgebäude); Zustimmung zum Umlageschlüssel 80% (Verbrauch) /​20% (Grundpreis); Zustimmung zum Wegebenutzungsentgelt in Anlehnung an den Gestattungsvertrag Pfalzgrafenweiler (Mindestsatz auf max. 1/​3 der Rohrleitungsnetzlänge von 18851m); Zustimmung zur Umrüstung auf Wärmemengenzähler; Forderung nach Beteiligung der Bürger an der weiteren Entscheidungsfindung.

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