Direkt zum Inhalt springen

» Nachrichten » Kultur

Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ begeistert Premierenpublikum in der Theaterwerkstatt

Wahnsinnig komisch, unterhaltsam und mit viel Humor – so präsentiert sich die „Komödie im Dunkeln“ der Gruppe „Thetrapack“. Entsprechend begeistert zeigte sich das Publikum bei der Premiere in der Theaterwerkstatt. Von Jessica Schön

Donnerstag, 17. September 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 34 Sekunden Lesedauer

THEATER. Komödien leben – auch wenn sie im Dunkeln spielen – von Überraschungen, die wenn sie eintreten – die Welt ins Chaos stürzen. In solch ein Chaos stürzt die zentrale Figur des Stücks, der junge aufstrebende Künstler „Brindsley Miller“. Gemeinsam mit seiner Verlobten Carol erwartet er den Besuch des reichen russischen Kunstsammlers George Godunow. Um diesem und seinem zukünftigen Schwiegervater zu imponieren hat er seine schäbigen Möbel gegen die exquisiten Antiquitäten seines Nachbarn ausgetauscht, der vorübergehend im Urlaub ist und von dem Tausch natürlich nichts ahnt. Ein Kurzschluss bringt den perfekt geplanten Abend gehörig durcheinander.
Peter Shaffers Stück leuchtet vor allem durch eine geniale Idee: Die Bühne ist hell, wenn sie für die Darsteller im Dunkeln liegt und dunkel, wenn das Licht angeht. Während die Darsteller auf der Bühne ihr Orientierungsvermögen zu verlieren scheinen und mit zahlreichen Möbelstücken oder anderen Darstellern kollidieren und meist unwissentlich in jedes nur erdenkliche Fettnäpfchen treten, amüsieren sich die Zuschauer, über die Irrungen und Wirrungen, die im Dunkeln passieren.
In die Rolle des von einer großen Künstlerkarriere träumenden Engländers, der sich im Vorfeld des besagten Abends in Erwartung der beiden für ihn so wichtigen Herren selbst als „psychisches Wrack“ bezeichnet, schlüpft Lukas Spille. Er brilliert in seiner Rolle und mimt den Künstler, der absolut die Kontrolle über das Geschehen verliert sehr glaubhaft und sympathisch.
Den Part der jungen hübschen, beinahe immer lächelnden und reichlich naiven Freundin Brindsleys, Carol Melkett, übernahm Viola Schramm. Mit platinblonder Perücke spielt sie das gerüschte Püppchen, die Situationen nicht so recht vesteht — ein herrlicher Spaß für die Zuschauer.
Ihr kauziger Vater, der Colonel a.D., dem der Schwiegersohn in spe wenig angenehm ist, wird von Thomas Sachsenmaier verkörpert. Mit seiner cholerischen Art, seiner pikierten Mimik und einem sehenswerten Abgang vom Schaukelstuhl hatte er die Lacher des Publikums auf seiner Seite.
Nach dem Kurzschluss, der versehentlich von Brindsleys Freundin Carol ausgelöst wird, taucht aus Angst vor der Dunkelheit seine Nachbarin „Margret Furnival“ in einem verboten schlecht aussehenden Schlafanzug in der Wohnung ihres Nachbarn auf. Lucia Zastrow mimt die ängstliche Nachbarin, die an diesem Abend auf den Geschmack von Alkohol kommt, mit unglaublichem Mienenspiel und herrlich piepsiger Stimme.
Nach und nach füllt sich die Wohnung Millers, denn auch der ursprünglich verreiste und um seine kostbaren Antiquitäten gebrachte Nachbar (Felix Schreiber als bunter Kanarienvogel „Harold Gorringe“) kehrt frühzeitig aus dem Urlaub zurück und ist schockiert über die Heiratspläne seines Freundes. Da er im Schein einer Kerze oder eines Streichholzes seine Möbel wieder erkennen würde geben sich Brindsley und Carol alle Mühe ihn davon abzuhalten sein Streichholz zu entfachen. Als ob die frühzeitige Rückkehr Gorringes nicht schlimm genug wäre tauscht auch noch Brindsleys hübsche Ex-​Freundin Clea (Stella Zastrow mit wunderbarem französischen Dialekt) auf, der aus Russland stammende Klempner wird mit dem erwarteten Kunstsammler verwechselt und das Auftauchen der Schwester des russischen Kunstsammlers geht am Ende im Tumult beinahe unter. Als nach vielen Irrungen und Wirrungen, die vor allem durch die Dunkelheit entstehen, der Klempner „Gott spielt“ und es wieder hell wird, dass heißt für den Zuschauer dunkel, endet das Stück. Und nichts ist mehr so wie es am Anfang war.
Am Ende der Vorstellung erhielten die Darsteller minutenlangen Beifall. Erfreut darüber zeigte sich Thomas Sachsenmaier: „Wir haben seit Mitte August mit den Proben für das Stück begonnen und freuen uns, dass es so gut bei unserem Publikum ankommt.“

Am heutigen Donnerstagabend um 19 Uhr findet in der Theaterwerkstatt die letzte Vorstellung der „Komödie im Dunkeln“ statt. Karten an der Abendkasse .

Beitrag teilen

10 Tage kostenlos und unverbindlich testen?
Das RZ-Probeabo - digital oder klassisch mit Trägerzustellung.

schauorte zwischen Wald und Alb
schauorte.deTipps, Termine und Veranstaltungen im Remstal

Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 3656 Tagen veröffentlicht.

3234 Aufrufe
3656 Tage 13 Stunden Online
Flesch-Reading-Score 60


QR-Code
remszeitung.de/2009/9/17/peter-shaffers-komodie-im-dunkeln-begeistert-premierenpublikum-in-der-theaterwerkstatt/