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Handball, Württembergliga: TSB Gmünd verschenkt in Steinheim beim 33:33 fest eingeplante zwei Punkte

„Viel blöder kann man sich nicht anstellen“, fasste Andreas Hieber das Geschehen in Worte und sprach dabei vielen in der Wentalhalle aus der Seele. Der TSB Gmünd verschenkte im zweiten Saisonspiel bei Aufsteiger TV Steinheim einen sicher geglaubten Sieg. 33:33 trennten sich die Teams. Von Patrick Tannhäuser

Montag, 21. September 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 47 Sekunden Lesedauer

Die Enttäuschung war allen Akteuren des TSB Gmünd nach der Schlusssirene in Steinheim anzusehen. Unnötig kassierten die Blau-​Gelben in den letzten Minuten der Begegnung mit dem Aufsteiger noch den 33:33-Ausgleich und verschenkten einen sicher geglaubten Sieg. Dass ein klarer Vorsprung in der Schlussphase leichtfertig verspielt wurde, dazu trugen alle Beteiligten, sowohl Spieler als auch Trainer, ihren Teil bei. Hektisch und unkonzentriert präsentierte sich der TSB am Ende der Partie und bekam folgerichtig die Quittung präsentiert.
Als Paul Boizesan zu Beginn der 58. Minute zum 33:29 für seine Farben einnetzte, schienen die Gmünder dem zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel entgegen zu steuern. Es folgte ein schneller Gegentreffer und eine Auszeit von TSB-​Coach Rolf Kölle, der seinen Mannen die Marschroute für die letzten beiden Minuten mit auf dem Weg gab. Doch seine Worte fanden wohl bei den Spielern kein Gehör, denn was folgte waren chaotische Aktionen seines Teams, das in dieser Phase nur wenig Routine und Erfahrung aus vielen engen Begegnungen der Vorjahre zeigte. Zudem fehlte den Gmündern auch noch das nötige Quäntchen Glück. Zum Beispiel als Sebastian Göth wenige Sekunden vor dem Ende zu genau zielte und statt ins Tor zum entscheidenden 34:32 nur die Latte traf. Im Gegenzug machte es der Steinheimer Thomas Nißle besser und versenkte das Leder zum 33:33-Ausgleich. Noch elf Sekunden verblieben dem TSB, um doch noch zwei Punkte einzusacken. Es reichte aber nicht mehr. Auch deshalb, weil Sebastian Adam Patrick Schamberger, der zum Anspiel bereit stand, rüde niederstreckte und für diese unsportliche Aktion folgerichtig den roten Karton vom Schiedsrichtergespann gezeigt bekam. Dem TSB blieb nur noch die Möglichkeit per Freiwurf den Siegtreffer, nachdem die Uhr schon abgelaufen war, zu erzielen. Doch der Versuch von Michael Hieber brachte keinen Erfolg mehr. Der 32-​Jährige war es auch, der seine Mannschaft am Ende der 29. Minute wieder in die Erfolgsspur bringen hätte können. Doch seinen Siebenmeter hielt der TVS-​Keeper Michael Balle. Schon zuvor war Michael Hieber einmal von der Linie am Torhüter gescheitert, deshalb wollte eigentlich auch Simon Frey die Verantwortung übernehmen. Allerdings sah Michael Hieber den von der Ersatzbank aufs Spielfeld eilenden Kreisläufer nicht und auch von den Verantwortlichen an der Seitenlinie waren keine deutlichen Anweisungen zu vernehmen, dass Simon Frey zum Siebenmeter antreten sollte. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetzt: Wer sich sicher fühlt, der schießt“, so Andreas Hieber, der seinem Bruder zu Recht keinen Vorwurf machen wollte. Aber diese Situation passte zu diesem Abend.
Eigentlich hatte der TSB nämlich die Partie frühzeitig im Griff. Schon nach einer Viertelstunde führten die Gmünder ohne glänzen zu müssen mit 12:7. Doch verpasste es das Team von Rolf Kölle frühzeitig den Sack zu zumachen und den Hausherren die Lust zu nehmen. Einen Teil trug der Trainer selbst zu diesem Geschehen bei, denn schon früh nahm er Simon Frey vom Parkett und nur wenig später musste Michael Hieber angeschlagen auf der Bank Platz nehmen. Schnell war die Überlegenheit des TSB verflogen. Steinheim holte Tor um Tor auf und lag zur Pause nur noch 17:18 im Rückstand. Zur zweiten Hälfte kehrte Michael Hieber zwar wieder aufs Feld zurück, doch Simon Frey war die meiste Zeit nur noch Zuschauer. Für viele auf der Tribüne eine nicht nachvollziehbare Maßnahme, denn die Gastgeber kamen besser aus den Startlöchern und der TSB vergab zu viele klare Einschussmöglichkeiten. Dennoch fing sich das Team wieder, konnte aber beim Comeback von Christian Tobias den Vorsprung nicht ins Ziel bringen.
TV Steinheim: Schuler, Balle – Widmann, Klaiber (12/​5), Mack (1), Sigl, Gaschler, Weber (1), Wurelly (6), K. Nißle, Adam (2), Elsässer, T. Nißle (7), Müller (2), Gebhard (2), Krieg.
TSB Gmünd: Neukamm, Fabian – S. Göth (6), M. Hieber (5/​1), Boizesan (2), A. Hieber (6), J. Frey (6), S. Frey (3/​2), Tobias (1), Czypull (1), Schamberger (3).

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