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Schwäbische Variante des Weihnachtssingens in St. Georg Mutlangen gefällt der Hörergemeinde

Kultur

Rems-Zeitung

Wer einmal ein bayerisches, Tiroler, Kärntner oder Schweizer Weihnachtssingen gehört hatte und berührt wurde durch den gemüthaften Tiefgang solcher Verkündigung, der konnte am Dreikönigstag eine schwäbische Variante in St. Georg Mutlangen erleben. Schon im Flyer wurde die Intention liebevoll illustriert. Von Peter Skobowsky

Freitag, 08. Januar 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
120 Sekunden Lesedauer

WEIHNACHTSKONZERT. Bereits beim Betreten der katholischen Pfarrkirche war man überwältigt von der filigranen Lichtfülle der Christbäume, vor allem gruppiert um die große Krippeninszenierung. Das voll besetzte Gotteshaus glich der Herberge eines großen Weihnachtsgottesdienstes. Jung und Alt harrte gespannt.
Selten konnte man gewahr werden, wie sich auch die vielen Kinder von der Faszination anstecken ließen und still der Musik lauschten. Chorleiter Dieter Barck, selbst ein exzellenter lyrischer Tenor, hatte mit der ihm eigenen freundlichen Ausstrahlung den Kirchenchor vorbereitet. 24 Damen und neun Herren überzeugten durch Verlässlichkeit, Sinn für die Mischung der Chorgattungen, gute Artikulation und eine Hingabe an das Vorhaben, die auch äußerlich sichtbar wurde: das Meiste wurde auswendig gesungen, die Noten dienten nur der letzten Sicherheit! Die gelöste Spannung verdankte sich selbstredend einem guten Miteinander der Kirchengemeinde, die wie eine große Familie das musikalische Geschenk genoss. Da fühlte man sich auch als Gast richtig wohl. Das gut einstündige Programm glich einem Weihnachtstriptychon: Von Hirten handelte der erste Teil mit Weihnachtsliedern und Chorälen vom Barock bis zur Gegenwart in hübschen, ansprechenden Sätzen. Den Königen des Feiertages war der dritte Teil gewidmet. Und dazwischen hatte das Hauptwerk des Spätnachmittags seinen angemessenen Platz: das „Weihnachtsoratorium“ von Camille Saint-​Saëns.
Dieser „kleine Bruder“ der Bachschen und anderer gleichnamiger Kompositionen ist ein wahres Kleinod: Die geraffte Betrachtung der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2 inmitten biblischer und liturgischer Kommentare ist von ganz eigenem Reiz, natürlich neben Vokalsolisten und Streichern vor allem durch die nuancierten Farben von rauschender Harfe (Solveigh Schurr) und differenzierter Truhenorgel (Bernd Büttner) ausgefaltet. Der Organist hatte die Hauptlast der Begleitung. Seine bekannte Zuverlässigkeit sicherte Fundament und Glanz.
Das Jubilieren des Chores erfuhr durch das ensemblefähige Solistenquintett eine wirksame Entsprechung: Uta Oellig als lyrisch bestechender Sopran mit enormer Expansionsfähigkeit, Sabine Nickold und Gertraud Holzmann mit anpassungsfähigem Timbre, ohne je zu forcieren: weicher Mezzosopran und schwarzer Alt, Frank Dürr (Tenor) als pointierter Evangelist und Michael Burow-​Geier als szenisch deklamierender Bariton. Das „Haus“orchester von St. Georg wartete neben recht sicherer Vokalbegleitung mit einigen Sätzen einer Telemannschen Sonate für Streicher und Generalbass auf, die sich ebenso klangschön einreihten in die gesungenen Beiträge des Konzerts wie die Sololieder (In dulci jubilo für Bass und das berühmte „Dei Kön’ge wandern“ von Peter Cornelius, das natürlich als Namenstagslied nicht fehlen durfte, von der Sopranistin etwas rasch intoniert). Die Zugabe kam prompt: die Wiederholung des Schlusschores „Tollite hostias“ von Saint-​Saëns. Herzlicher Beifall als Elixier der Künstler und wunderschöne Rosen des Dankes an diese durch Kinder, die energisch nach den ihnen zugeordneten Abnehmern suchten.
Man kann nur wünschen, dass die Mutlanger Tradition hochgehalten wird zur Freude der Ausführenden und der Hörergemeinde.