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Obst– und Kleinbrenner distanzieren sich bei der Prämierung klar vom Alkoholmissbrauch

Schnaps ist nicht gleich Schnaps — dies wurde bei der gestrigen Prämierung mehrfach betont. Diese edlen Tropfen seien für Genießer gedacht — zum Beispiel zur Abrundung eines guten Essens. Dem Hinunterkippen von „Billigfusel“, vor allem durch junge Leute auf Partys, erteilte man eine klare Absage. Von Gerold Bauer

Donnerstag, 11. März 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 47 Sekunden Lesedauer

OSTALBKREIS. Seit 1972 gibt es die „Schnapsprämierung“ schon im Ostalbkreis — eine Tradition, auf die die Obst– und Kleinbrenner durchaus stolz sein dürfen. Denn immer wieder hat sich dabei gezeigt, dass in ihren Destillerien Branntwein von sehr guter Qualität aus den Rohren tröpfelt. „Natürlich ist es schön, wenn man auf seine Produkte dann die Plakette „Der gute Branntwein von der Ostalb“ kleben und im Verkaufsraum eine Urkunde aushängen kann — das erste Ziel dieser Prämierung ist aber die Eigenkontrolle!“, betonte Erwin Bohn aus Gschwend, der zusammen mit Beate Kottmann aus Waldstetten als Delegierter die Brenner von Ostalb repräsentiert. Er freute sich, dass er den Grandseigneur der Gmünder Schnapsbrenner, Rudolf Dannwolf, begrüßen konnte und dankte dem Kreisfachberater für Obst– und Gartenbau, Franz-​Josef Klement, für die sehr gute Organisation der Prämierung.
Mit 149 zu prüfenden Proben war das Feld dieses Jahr etwas kleiner als noch 2009. „Viele ältere Brenner hören auf, und es gibt praktisch keine Nachfolger“, räumte Erwin Bohn ein. Er appellierte deshalb an die Stadt Gmünd, nicht so rigoros den Konsum von Schnaps zu unterbinden. Man müsse zwischen den Genießern und denen, die sich volllaufen lassen wollen, klar unterscheiden. „Wer Alkohol braucht, bekommt ihn sowieso irgendwo her“, machte der Repräsentant der Obst– und Kleinbrenner deutlich.
Dem pflichtete Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, in dessen Dienstbereich der so genannte „Schnapserlass“ fällt, durchaus bei. Er gab aber auch zu Bedenken, dass gerade vor dem Hintergrund eines unkontrollierten Trinkens bei sehr jungen Leuten die Stadt in der Pflicht sei, mit gutem Beispiel voran zu gehen. „Wir wollen bewusst zeigen, dass es bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum auch ohne Schnaps geht. Die harten Sachen wirken halt viel schneller und heftiger als Bier“. Bläse sprach davon, dass Oberbürgermeister Richard Arnold selbst „bekennender Kleinbrenner“ sei und man bei der Stadt Gmünd die Interessen der heimischen Erzeuger keineswegs außer acht lassen wolle. „Wir werden eine Lösung finden, um allen Beteiligten gerecht zu werden!“, stellte Bläse in Aussicht.
Karl-​Johann von Eeck überbrachte die Grüße von Landrat Klaus Pavel und hob vor allem die Bedeutung der Obstbrände für den Landschaftserhalt hervor. Wenn auf diese Weise die Nutzung der heimischen Streuobstwiesen den Betrieben ein Zusatzeinkommen bringen, dann profitiere davon auch die Natur. Rudolf Dannwolf erinnerte in seinem Grußwort an die guten Präsentationsmöglichkeiten, die die „Gmünder Messe“ den heimischen Brennern geboten habe.

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