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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Gestern startete am Gmünder Berufschulzentrum eine landesweite Präventionsaktion: „Gurte retten Leben“

Im Ostalbkreis starben in den ersten beiden Monaten 2010 acht Menschen bei Verkehrsunfällen – mit gutem Grund startete gestern die landesweite Aktion „Gurte retten Leben in Gmünd“.

Freitag, 05. März 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 14 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). „Für mich ist völlig unverständlich, dass nach wie vor viele Autofahrer den Sicherheitsgurt nicht anlegen und damit schwerste Verletzungen oder gar den Tod in Kauf nehmen“, erklärte gestern der Inspekteur der Polizei Baden-​Württemberg, Dieter Schneider, mit Blick auf die Verkehrstoten 2009: Insgesamt 70 Menschen, die sterben mussten, waren nicht angeschnallt, darunter 22 junge Leute im Alter zwischen 18 und 24 Jahren.
Die Schulleiterin des Berufschulzentrums, Gisela Stephan, dankte gestern der Polizei und Kooperationspartnern wie dem ADAC, der Unfallkasse Baden-​Württemberg, die Schüler versichert, und dem Gurthersteller TRW Automotive, die sich für die Präsentation dieser landesweiten Kampagne die Stadt Schwäbisch Gmünd ausgesucht hatten: „Aus vollem Herzen“ werde diese Aktion unterstützt. Immerhin 25 Prozent der tödlichen Unfälle, so Stephan, hätten durch einen Gurt vermieden werden können, und auch an ihrer Schule gebe es Betroffene: „Es war keine Frage, nach Kräften mitzuwirken“.
Dieter Schneider führte ins Thema ein. Überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Vorfahrtsverletzungen seien zwar in erster Linie verantwortlich für das Unfallgeschehen, die schwerwiegenden Folgen für die Insassen könnten jedoch mit einfachsten Mitteln gemildert oder gar verhindert werden. Allein: Auch die besten Sicherheitsgurte nützten nichts, wenn sie nicht angelegt würden.
Mit Blick auf die Verkehrstoten erklärte Volker Schindler, Leiter der PD Aalen und Polizeichef im Ostalbkreis, Gurte könnten die Physik nicht außer Kraft setzen. Bei zwei Unfällen in diesem Jahr, bei denen jeweils Lkw und Pkw kollidierten, habe es keine Überlebenschance gegeben; in vielen anderen Fällen aber gelte tatsächlich: „Gurte retten Leben“, und jeder Tote sei einer zuviel. Von acht Verkehrstoten im Kreis im Januar und Februar waren immerhin vier nicht angeschnallt.
Thomas Maile von der Verkehrspolizei, Initiator der Aktion, schilderte die ersten Erfahrungen und Ergebnisse. So liefere der Wettbewerb „Ich gurte mich an, weil …“ klasse Ideen für weitere Kampagnen. Unter den eingereichten Vorschlägen waren Begründungen wie „weil der Gurt der seidene Faden zwischen Leben und Tod sein kann“ oder „weil Sicherheit nicht nur bei ‘safer sex’ gilt“. Unter allen Einsendungen wurden später attraktive Preise verlost; Patrick Betz freute sich über den i-​Pod, Kathrin Köhler über ein Samsung-​Netbook. Aber auch die Alkoholbrille, Gurtschlitten, Präventionstheater und anderes mehr wurden gerne angenommen. Die Schülerinnen Tatjana Bischof, Corinna Brändle und Tanja Schmid schilderten im Rahmen der Pressekonferenz, was sie am meisten beeindruckt bzw. schockiert hat – etwa Fotos von einem Unfall, bei dem jemand, der sich auf dem Rücksitz nicht angeschnallt hatte, zum tödlichen Geschoss wurde und drei Menschen mit in den Tot nahm. Tatjana erklärte, sie würde niemals in einen Wagen einsteigen, dessen Fahrer getrunken habe – „gar keine Frage, dass ich in diesem Fall meine Eltern rausklingle“. Die Schülerinnen bedauerten, dass gerade die von jungen Leuten gefahrenen Autos nicht über Anschnallsensoren verfügen. Auch Werner Wiesenfahrth (ADAC) und Armin Groß von der Unfallkasse erklärten, warum sie sich für diese Aktion engagieren. Thomas Herpich, Bereichsleiter Systementwicklung bei TRW Automotive, beeindruckte, als er vom Herzblut sprach, das in die Entwicklung immer besserer Gurtsysteme investiert werde. Diese Technik rette Leben – und dann werde sie nicht genutzt. Das, so wurde deutlich, kann nicht akzeptiert werden.

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