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Wolfgang Schlupp-​Hauck und Brigitte Schlupp-​Wick sind für den Weltfrieden unterwegs

Diese Fahrradtour hat’s in sich: Wolfgang Schlupp-​Hauck und Brigitte Schlupp-​Wick radeln 7000 Kilometer nach Teheran, um für den Frieden zu werben. Am Montag geht’s los.

Donnerstag, 15. Juli 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 47 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Wolfgang Schlupp-​Hauck war schon immer viel unterwegs für die Dinge, die ihm am Herzen liegen: Mal arbeitet er bei der Abrüstungskonferenz in Genf mit, dann wieder ist er bei der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages in New York zu finden. Ab Montag ist er erneut für den Frieden unterwegs, länger als jemals zuvor. In seiner Jugend hat er davon geträumt, mit dem Fahrrad nach Indien zu fahren, und jetzt bietet sich ihm die Möglichkeit, diesen Lebenswunsch zumindest in Teilen zu erfüllen und zudem Radfahren und Politik zu verbinden. Das Beste daran: Er wird nicht alleine sein. Seine Ehefrau Brigitte kommt mit; die beiden haben sich ein „Sitzliegetandem“ geleistet, und die gemeinsame Tour um die halbe Welt ist auch ihre Hochzeitsreise.
Bis Januar werden sie unterwegs sein, und eine so lange Auszeit will sorgfältig vorbereitet sein. Fünf Jahre hat es beispielsweise gedauert, bis Sozialarbeiter Wolfgang Schlupp-​Hauck, der für die Stadt Stuttgart im Täter-​Opfer-​Ausgleich tätig ist, Zeit und Geld für sein „Sabbatjahr“ erarbeitet hat. Brigitte Schlupp-​Wick ist Familienpflegerin, die zurzeit in der Pressehütte Mutlangen als Friedensarbeiterin angestellt ist. Ihr Vertrag läuft im August aus; über ihre berufliche Zukunft will sie sich nach ihrer Rückkehr Gedanken machen. So können sie jetzt unbelastet aufbrechen.
Zunächst geht’s entlang der Donau nach Wien. Unterwegs wollen die Beiden Friedensgruppen besuchen, sowie Bürgermeister, die Mitglied bei „Mayors for Peace“ sind, bei den Bürgermeistern für den Frieden. In Wien selbst werden sie die Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vom 6. und 9. August 1945 mitgestalten, sie haben einen Termin bei der UNO, und Brigitte freut sich schon sehr darauf, den Drahtesel zumindest für einen Nachmittag gegen ein echtes Pferd zu tauschen: Sie hat sich von ihrem Mann zur Hochzeit eine Fiakertour gewünscht. Bis nach Istanbul will sich das Paar dann an der schönen Landschaft und der Hochzeitsreise freuen. In der Türkei kommt auf dem Weg zum Kaspischen Meer und nach Teheran der „politische Teil“ wieder zu seinem Recht, wie Wolfgang Schlupp-​Hauck erklärt. Seit über 30 Jahren kämpft er für eine Welt ohne Atomwaffen und die friedliche Nutzung des Weltraums; seit 1983 ist er in der Pressehütte aktiv und dort auch Vorsitzender der Friedenswerkstatt Mutlangen; zudem ist er in mehreren anderen Gremien engagiert. So sehr ihm das Thema „Atomwaffen“ unter den Nägeln brennt, er hat nicht vor, das Ganze im Iran kontrovers zu diskutieren. Statt dessen interessiert er sich für die Menschen dort und will vor allem wissen, wie die iranischen „Mayors for Peace“ ihren Auftrag sehen und umsetzen können. Potentiell gefährliche Situationen sollen gar nicht erst entstehen. Die beiden haben sich bei anderen Radreisenden informiert und wollen sehr aufmerksam zuhören, wenn ihnen die Menschen, die sie unterwegs treffen, Tipps oder Warnungen zukommen lassen. Ihre Ausrüstung ist in einem kleinen Anhänger und vier Satteltaschen verstaut, und auch wenn sie für europäische Verhältnisse mit leichtem Gepäck reisen, stellen Zelt, Schlafsäcke, Kocher, Kamera und all die anderen Dinge, die sie dabei haben, für Bedürftige in anderen Teilen der Welt eine ungeheure Versuchung dar. Sie wollen vorsichtig sein.
Wenn sie in den Bergen unterwegs sind, werden sich auch mal nur 30, 40 Kilometer am Tag zurücklegen, ansonsten planen sie rund 100 Kilometer. Auch das will vorbereitet sein. „Irgendwann haben wir die Anstiege nicht mehr gemieden, sondern gesucht“, lächelt Brigitte Schlupp-​Wick und berichtet von Touren auf Bernhardus und Himmelreich, von der 18 Prozent-​Steigung im Haselbach und davon dass der Furtle-​Pass ihr erster Pass war — sie können es nicht erwarten, weitere folgen zu lassen. Die beiden sind zusammen 107 Jahre alt, an körperlicher Fitness aber können es viele deutlich jüngere Leute nicht mit ihnen aufnehmen.
Zu den Schirmherren dieser Tandemtour zählt Hiroshimas Bürgermeister Tadadoschi Akiba, und auch aus Mutlangen und Schwäbisch Gmünd gibt es große Unterstützung. Die Rems-​Zeitung wird in regelmäßigen Abständen über die Reise der Beiden berichten.

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