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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Toller Umzug, zum Wetter passende Stimmung, vermutlich ein Zuschauerrekord /​Der Polizei machten Betrunkene zu schaffen

Die Sieger des Abends und des Silbermännle-​Wettbewerbs: Oschtalb– Ruassgugga, die Wäschgölten mit ihrem Wagen, die Indianer des Schurrenhofs, die Ottenbacher Kromm-​Hexa und die Vogelscheuchen der Papigisube. Sie alle wurden ausgiebig gefeiert.

Mittwoch, 09. März 2011
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 47 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Wenn Pumuckl und der Gassafetz etwas aushecken, wenn eine Kromm-​Hex samt Vogelspinne und verfilztem Haar die wandelnde Gießkanne mit den Blümchen am Revers herzt und alle miteinander mit Dutzenden wild gewordenen Indianern „Komm hol das Lasso raus“ singen, dann ist das ein Höhepunkt und das Ende der Gmender Fasnet. Immer nach dem großen Umzug geht’s zur Silbermännle-​Verleihung in den Prediger, wo noch einmal gefeiert wird. Gestern spielten die Limes-​Liner auf, die Gmünder Hüpfer tanzten, später auch die Gmünder Garde; das Prinzenpaar gab sich die Ehre, noch einmal wurde getanzt, gesungen und geschunkelt und dann war’s auch schon vorbei. Die Feiernden wurden feierlich und geleiteten das Silbermännle im Licht der Fackeln dorthin, wo sie es vor nicht allzu langer Zeit abgeholt hatten: Ins Spital.
Wieder einmal war die Jury nicht zu beneiden: AG Fasnet-​Präsident Albert Scherrenbacher mit Stellvertreter Eberhard Kucher und dem für den Umzug zuständigen Beirat Raimund Vogt sowie Robert Frank von der T&M machten es sich wie immer nicht leicht. Bei den Hexengruppen gewannen die Kromm-​Hexa aus Ottenbach, gefolgt von den Kolba-​Hexa aus Baltmannsweiler und den Stumpenhofer Burghexen mit Teifel. Das Maskengruppen-„Silbermännle“ ist jetzt eine Trophäe der Papigisube aus Waldshut-​Tiengen; die beiden anderen Gruppen, die überzeugten, sind die Hölltalschützen – mit ihrem Rudo-​Motiv und den Wildschweinen — und D’Gardazwergla aus Unterensingen. In der Sparte Guggenmusik gingen die Preise an die Oschtalb-​Ruassgugga, die Gassafetza und die Geslachgugga, mit ihren ausnehmend schönen Kostümen. Die Waldstetter Wäschgölten freuen sich über den Preis für den besten Wagen, und auch die beiden Wagen aus Donzdorf — des Stammtisch Alda Lenda und des Stammtisch Lombaglomb — wurden ausgezeichnet. Bei den Fußgruppen siegte verdientermaßen das Isländergestüt Schurrenhof, das nicht nur unglaublich viele Indianer motiviert hatte, sondern unter anderem mit dem Lasso-​Lied auch bei der Silbermännle-​Verleihung für Stimmung sorgte; den zweiten und den dritten Preis erhielten die „Model-​Kühe“ der Spraitbacher Landeier und der Skiclub Großdeinbach mit der Gartenschau-​Vorschau. Der erste Preis war jeweils nicht nur die Silbermännle-​Plakette, sondern auch ein Geldpreis. Die zweiten Sieger erhielten 50 Liter Bier — die Hölltalschützen wollen mit der Wetzgauer Feuerwehr teilen, die den Gmünder Narrenbaum aufgestellt hatte -, der dritte Preis ist ein Geschenkkorb
Organisatoren und Polizei ziehen Bilanz
80 000 Zuschauer, schätzte Raimund Vogt, sahen sich gestern bei frühlingshaften Temperaturen den Umzug an; die Polizei geht von 70 000 aus. Teilweise stand man achtreihig, und auch die beteiligten Gruppen bestätigten, dass dieses Mal deutlich mehr Zuschauer nach Gmünd gekommen waren. Der Zug selbst war ebenfalls sehr lang. Die erste Gruppe marschierte um 13.30 Uhr los, die letzte traf um 16.50 Uhr am Marktplatz ein.
Den ganzen Nachmittag über ärgerten sich alle, die die öffentliche Toilette am Rathaus aufsuchten: „Drei WC, davon eins defekt und eins verstopft“, war immer wieder zu hören, worauf sich die Wartenden stets murrend abwandten, um nach einer „freundlichen Toilette“ zu suchen. Definitiv kein Ruhmesblatt. Die Einsatzkräfte des Polizeireviers, unterstützt von Beamten der Bereitschaftspolizei und Polizeihundeführern, hatten einen arbeitsreichen Tag. Insbesondere im Bereich des Kalten Marktes, am Höferlesbach, am Unteren Marktplatz und nach Umzugsende auch am Oberen Marktplatz sowie am Münsterplatz gab es laut Polizeibericht zahlreiche Betrunkene: „Obwohl Standbetreiber, Einkaufsmärkte im City Center und die Tankstelle an der Remsstraße auf die Abgabe von branntweinhaltigen Getränken verzichteten, wurden wiederholt deutlich alkoholisierte Personen angetroffen“. Bereits um 15.15 Uhr fiel am Kalten Markt ein 14jähriges Mädchen mit knapp einem Promille Atemalkohol auf, musste in Gewahrsam genommen und den Eltern übergeben werden. Kurz vor 17 Uhr schlug ein 18-​Jähriger nach den Beamten; er wurde festgenommen und zum Polizeirevier gebracht. Auf dem Weg zur Dienststelle und im Dienstgebäude setzte er sich weiter zur Wehr; eine Blutprobe wurde entnommen und ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Polizeibeamte eingeleitet. Auch der Rettungsdienst konnte sich über fehlende Einsätze nicht beklagen. Bei insgesamt 16 Einsätzen wurden zehn Personen vor Ort medizinisch versorgt, sechs erheblich Verletzte in die Stauferklinik gebracht.

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