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Grundschule Durlangen ist aktiv: Thema „Konfliktbewältigung und Prävention“ beispielhaft in Angriff genommen

„Ich verletze keine Gefühle“ ist mit Kreide an die Tafel geschrieben. In der Grundschule Durlangen wurde jetzt das Thema „Konfliktbewältigung und Prävention“ beispielhaft in Angriff genommen. Einzigartig in der Region wurde von der AGJ Freiburg ein Konflikttraining an zwei Vormittagen in der Schule veranstaltet. Von Sonja Ruis

Samstag, 23. April 2011
Andreas Krapohl
1 Minute 34 Sekunden Lesedauer

DURLANGEN. Nicht warten, bis eine drohende „Bombe“ entstehen kann, sondern schon lange vorher Präventionsarbeit praktizieren. Davon ist Schulleiterin Katrin Haag-​Lehmann überzeugt. „Deshalb ist es für uns wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler bereits in der Grundschule soziale Kompetenzen erwerben und lernen, Konflikte zu erkennen, zu lösen oder mit diesen umzugehen. Unsere Schüler können gestärkt in die weiterführenden Schulen gehen.“
Grundlegende Unterstützung erhält die Schulleiterin vor allem auch von den Eltern. „Der Elternbeirat steht hinter der Fortbildung und übernimmt die Finanzierung“, betont Haag-​Lehmann. Die Mädchen und Jungen der Klasse 3a waren mit Enthusiasmus dabei, die Regeln des Zusammenlebens in der Schulgemeinschaft zu erarbeiten. Alexander Bundschuh vom AGJ Freiburg, Fachverband für Prävention und Rehabilitation, konnte als Erziehungswissenschaftler, Schulsozialarbeiter, Mediator und Fachberater für systemische Mobbingprävention den Kindern und ihrer Klassenlehrerin Stefanie Boenkost abstrakte Werte und Normen auf spielerischer Ebene aufzeigen und auf den Alltag übertragen.
„Ehrlichkeit muss sich wieder lohnen“, ist seine Maxime. Toleranz und Respekt sind Dinge, die jeder verdient, vermittelt er den Schülern. Respektvoll miteinander umgehen, sich gegenseitig wertschätzen und den Zusammenhalt stärken sind wichtige Trainingsschritte. „Wir wollen so miteinander umgehen lernen, dass alle sich wohl fühlen“. Ich verletze keine Gefühle, ich verletze niemand körperlich und ich bin ehrlich – das alles muss gelernt werden.
Alexander Bundschuh ging auf soziale Spielregeln für das Zusammenleben ein und betonte, dass die Kinder lernen müssen, sich gegenseitig zu unterstützen, um diese Regeln einzuhalten. Unsoziales Verhalten von Mitschülern konstruktiv zu kritisieren und problematische Verhaltensweisen zusammen mit der Klasse abzubauen, waren weitere Kriterien.
Unerlässlich für ein Konflikttraining und die Mobbingintervention in Schulklassen ist für den Mediator das Aufmerksam machen auf Konflikte und wach werden für schikanierende Verhaltensweisen. „Eine offene Kommunikation miteinander ist dafür eine Grundvoraussetzung“, erklärt der Fachberater.
Positive Beziehungserfahrungen wirken sich laut Alexander Bundschuh zudem auf die Lernmotivation aus, indem sie den Aufbau tragfähiger persönlicher Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern unterstützen und außerdem zu einem besseren Arbeits– und Lernklima führen.

Nähere Informationen zur Fortbildung, die der AGJ vorwiegend in Südbaden anbietet, sind unter www​.agj​-freiburg​.de erläutert.

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