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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 06. April 2011

Birgit Schmidt koordiniert ein Seniorennetzwerk, das das Altwerden in Gmünd erleichtern soll

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Es ist eine Frage des Vertrauens. Wenn der größte Wunsch älterer Gmünderinnen und Gmünder erfüllt werden soll — länger in den eigenen vier Wänden zu bleiben -, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Unter anderem Birgit Schmidt wird sich mit einem Seniorennetzwerk darum kümmern.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Es ist gar nicht so schwer, wie das Beispiel Fahrdienst zeigt. Gemeinden wie Gschwend haben solche Dienste vor Jahren erfolgreich etabliert und nur gute Erfahrungen damit gemacht. Auch eine Stadt kann so etwas leisten, wenn sie sich als Zusammenschluss vieler Dörfer funktioniert: Wenn Süd-​, Ost-​, West– und Innenstadt sich wie die Ortsteile als Gemeinschaft verstehen. Wenn man sich kennt und aufeinander aufpasst. Südstadtkoordinatorin Birgit Schmidt etwa begrüßt regelmäßig eine Südstadtfrau, die die 80 hinter sich hat und die, weil ihre Augen nicht mehr mitspielen, aufs geliebte Fahrrad verzichten muss. Schmidt hat damit begonnen, die alte Dame heimzufahren und fragte besorgt, wie diese denn den Weg zum Südstadtbüro findet: „Ich fahr per Anhalter“, war die Antwort. In ihrer Straße kennt jeder die Seniorin, und jeder nimmt sie ganz selbstverständlich mit. Im Prinzip ist das der Plan für einen ehrenamtlichen Senioren-​Fahrdienst, der fürs gesamte Stadtgebiet aufgebaut werden soll.
Bürgermeister Joachim Bläse, Birgit Schmidt — von Bläse beharrlich „Bürgermeisterin der Südstadt“ genannt -, und Bürgermentor Gustav Zemek zeigten gestern grundsätzlich auf, wie ein „Seniorennetzwerk“ funktioniert. Gmünd, so führte Bläse aus, ist eine alternde Stadt; nichts Ungewöhnliches beim derzeitigen demographischen Wandel. Und 88 Prozent der Teilnehmer an einer Fragebogenaktion konnten sich vorstellen, ein Netzwerk „länger betreut wohnen zu Hause — alle Hilfen aus einer Hand“ in Anspruch zu nehmen: Daheim alt zu werden, ist einer ihrer größten Wünsche. Mit Hilfe verschiedener Fördergelder wird nun für die gesamte Stadt ein entsprechendes Netzwerk eingerichtet. Es wird eine Koordinierungsstelle geben, deren Leitung Birgit Schmidt anvertraut wird, doch nur über die Einbindung der Generationenbüros in den Ortschaften und der Stadtteilbüros hat das Ganze Zukunft — schließlich schaffen sie das unverzichtbare Vertrauen aller Beteiligten. Auch die Dienstleister, die Pflege anbieten oder „Essen auf Rädern“, sind bereit, sich einknüpfen zu lassen in dieses Netz.
Fünf Bausteine sind vorerst geplant. Die von Gabi Mucha geleitete Wohnberatung ist bereits etabliert. Dann soll es von DRK–Frau Anna Ring und der Ehrenamtlichen Uta Hägele geschulte Pflegeberater geben, die pflegende Angehörige unterstützen, um ihnen Freiräume zur Erholung und Orientierung in schwierigen Situationen zu verschaffen.
Nach der Spitalmühle und dem Stadtteil Ost werden nun auch das JuFuN auf dem Hardt und der Südtstadttreff in der Klarenbergstraße 33 einen wöchentlichen Mittagstisch erhalten, der gutes, gesundes und vor allem extrem günstiges Essen ebenso anbietet wie Gesellschaft und Gemeinschaft. Weiter gibt es „Kümmerer“ genannte Seniorenbegleiter, die ältere Menschen besuchen und ihnen ab und zu eine schöne Stunde schenken. Ach sie werden auf ihre Aufgabe vorbereitet.
Derzeit dringendste Aufgabe ist der von Bürgermentor Gustav Zemek organisierte Fahrdienst „Bürger fahren für Bürger“. Gegen eine Aufwandsentschädigung fahren Freiwillige ältere Mitbürger zum Einkaufen, zur Behörde oder auch zu einer Veranstaltung — opfern mithin ein bisschen Zeit für kleinere Aufgaben.

Am morgigen Donnerstag gibt’s um 10 Uhr in der Spitalmühle eine Informationsveranstaltung zum Fahrdienst. Fragen beantwortet Birgit Schmidt (0162 262 2098).
 

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