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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 02. Mai 2011

Gut besuchte Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf dem Johannisplatz

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Viele Besucher nahmen am gestrigen Maifeiertag des DGB auf dem Johannisplatz teil. Die Redner der Kundgebung bekamen jede Menge Beifall für ihre Forderungen. Von Dietrich Kossien

SCHWÄBISCH GMÜND. Philipp Jacks, Regionssekretär des DGB, begüßte Gmünds OB Richard Arnold, den SPD–Bundestagsabgeordneten Christian Lange, dessen Kollegen aus dem Landtag von Baden-​Württemberg, Klaus Maier, und natürlich den Kreisvorsitzenden des DGB, Peter Yay-​Müller, der die Ansprache hielt.
In seiner Begrüßung erinnerte der DGB–Regionssekretär daran, dass vor 125 Jahren die Geschichte des 1. Mai begann, als Arbeitnehmer in den USA einen Kampftag für den Achtstundentag ausriefen. Drei Jahre später sei der Internationale Arbeiterkongress in Paris dem amerikanischen Vorbild gefolgt. Damals hätten Millionen Menschen den Weltfeiertag der Arbeit begangen. Viel sei seither erreicht worden. Die Gewerkschaftsbewegung könne auf große Erfolge zurückblicken, auch wenn der Achtstundentag noch nicht überall Realität sei. In Baden-​Württemberg stehe der 1. Mai sogar als einziger politischer Feiertag in der Landesverfassung, in der es heiße „Er (der 1. Mai) gilt dem Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Völkerverständigung.“
In seiner Begrüßungsrede hob er hervor, dass das vom DGB gewünschte Tariftreuegesetz für öffentliche Aufträge im rot-​grünen Koalitionsvertrag stehe. Danach werden öffentliche Aufträge nur noch an solche Firmen vergeben, die sich an Tarifverträge halten oder Mindestlöhne von 8,50 Euro zahlen.
„Das ist das Mindeste: Faire Löhne, gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit.“ So lautete das Thema der Ansprache des DGB–Kreisvorsitzenden Peter Yay-​Müller zum 1. Mai. Der heutige Tag sei ein Protesttag gegen unwürdige Arbeitsbedingungen und Arbeitslosigkeit. Er sei auch ein Tag der Ermunterung, sich um die Perspektiven der jungen Menschen zu kümmern, und ein Tag des Zusammenhaltens, damit die Nöte der arbeitenden Menschen immer Gehör finden.
Er ging dann auf die zurückliegende Krise ein und stellte die Frage, wo denn den Arbeitnehmern für die finanziellen Opfer gedankt würde, die sie erbracht hätten und wo den Betriebsräten und Gewerkschaftern für die Initiativen und Vereinbarungen, die sie angestoßen und mitgestaltet hätten. Yay-​Müller stellte die Frage, wie für die Arbeitnehmer die Teilhabe am Wirtschaftsaufschwung aussehe.
Inzwischen wüchsen die Gewinne und Kapitaleinkommen der Unternehmen wieder deutlich schneller als die Lohneinkommen. Deshalb brauche man jetzt kräftige Lohnzuwächse. Beschäftigungssicherung und Kaufkrafterhöhung seien daher Ziele der anstehenden Tarifrunden.
Guter Lohn für gute Arbeit schade nicht, sondern helfe Deutschland und anderen Ländern, die Krise zu bewältigen. Denn man solle nicht vergessen, dass es nach wie vor vier Millionen Menschen gebe, die entweder arbeitslos gemeldet sind oder an einer Maßnahme der Arbeitsagenturen oder Jobcenter teilnehmen. Und nach wie vor sei Deutschland Europameister bei der Langzeitarbeitslosigkeit und der Arbeitslosigkeit von Geringqualifizierten.
Scharf ging der DGB–Kreisvorsitzende mit der Leiharbeit ins Gericht. Sie sei kein Instrument der Flexibilität, sondern der klassischen Lohndrückerei. Die meisten Probleme täten sich dabei jetzt durch die Möglichkeit der grenzüberschreitenden Leiharbeit auf. Dabei böten Leiharbeitsfirmen aus den osteuropäischen Nachbarländern bereits Arbeitskräfte für rund sieben Euro die Stunde an. So bedrohe Leiharbeit tarifliche Standards, den Kündigungsschutz und verdränge reguläre und abgesicherte Arbeit. Leiharbeiter könnten als Streikbrecher eingesetzt werden. Auch sei es ein Skandal, dass die Bundesregierung gleiche Bezahlung für Leiharbeiter verweigert habe. Sie dürften nicht länger Sklaven des modernen Kapitalismus sein. Statt vieler Minijobber sollte es nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen geben.
Ein weiteres Thema des Redners war die Altersarmut, der man entgegensteuern müsse, damit für ein anständiges Einkommen in Alter gesorgt sei. Eine weitere Forderung des DGB sei ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Der DGB fordere die Abschaffung von Minijobs und die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse. Angesichts dessen, das nur noch 24 Prozent der Betriebe in Deutschland ausbilden, forderte Peter Yay-​Müller mehr Perspektiven für die Jugend, die nicht um ihre Zukunft betrogen werden dürfe. Zum Ende seiner Rede betonte er, dass die Menschen im Mittelpunkt stehen müssten und nicht der Profit, man brauche weder Lohn– noch Sozialdumping, sondern gute Arbeit, einen handlungsfähigen Staat und eine lebendige Demokratie. Der mit viel Beifall bedachten Rede folgte dann auf dem Johannisplatz ein unterhaltsames Programm.

 

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