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VfL Kirchheim als warnendes Beispiel

Ist der VfL Kirchheim nur ein Einzelfall oder mehr als ein warnendes Beispiel für den Oberligafußball? Vereine gehen oft großes Risiko ein, ohne die Kosten abzuwägen! „Es besteht für die Vereine immer ein Risiko, wie bei jeder Firma, aber unsere Pflicht ist es, das finanzielle Risiko so gering wie möglich zu halten“, sagt Jürgen Eberle, Aufsichtsratsvorsitzender des Oberligisten FC Normannia.

Donnerstag, 28. Juli 2011
Rems-Zeitung, Sportredaktion
2 Minuten 18 Sekunden Lesedauer

In der Kirchheimer Zeitung Teckbote wurde Normannia-​Pressesprecher Claus-​Jörg Krischke nach eigener Aussage falsch zitiert. „Wir sind zwar finanziell nicht auf Rosen gebettet, aber wir stehen momentan auf gesunden Beinen“, erklärt Krischke, der sich gegen das falsche Zitat wehrt. „Es ist nicht auszuschließen, dass wir im kommenden Jahr vor der gleichen Frage stehen wie der VfL jetzt“, wird Krischke im Teckboten zitiert.
Die interessante Frage ist, kann dem FCN beziehungsweise den anderen Oberliga-​Vereinen in der nahen Zukunft das gleiche Schicksal passieren? Gibt es weitere Vereine, die aufgrund immer höher werdender Kosten und immer geringer werdender Einnahmen ihre Mannschaft aus dem Spielbetrieb nehmen müssen? „Es wird immer wieder Vereine geben, die entweder falsch kalkuliert haben oder die aufgrund von ausfallenden Sponsoreneinnahmen kürzer treten müssen“, so Eberle.
Jürgen Eberle ist Realist genug, um zu sagen, „man darf niemals nie sagen“, aber für den FCN steht fest: „Wir haben einen ausgeglichenen Etat. Das liegt vor allem daran, dass wir unseren Spielern nur Monatsgehälter bezahlen, die wir auch ausgeben können. Solange es aber Vereine gibt, und das fängt schon in der Landesliga an, die vierstellige Beträge im Monat für einen Amateurfußballer ausgeben, werden auch immer wieder Vereine in finanzielle Schieflagen geraten“, meint der Aufsichtsratsvorsitzende.
Roland Zink, Präsidiumsmitglied Fußball bei der Normannia, erklärt, „dass wir solide wirtschaften und der Spielbetrieb für die anstehende Oberliga-​Saison gesichert ist.“ Ausschließen wird aber auch bei der Normannia niemand, dass wenn Sponsoren wegfallen oder andere unvorhergesehene Dinge passieren, ein Verein schnell Probleme bekommen kann. „In einer Firma garantiert auch niemand, dass es die Firma in fünf Jahren noch gibt. Aber bei der Normannia kann ich sagen, dass aufgrund des Aufsichtsrats, der die finanzielle Seite genau im Blick hat, kein Geld ausgegeben wird, das nicht im Etat ist“, so Eberle, der noch einmal den Finger hebt und sagt: „Die Vereine dürfen keine Unsummen für Spieler bezahlen.“ Denn eine Sache sei klar, „der Fußball ist und bleibt die Sportart Nummer eins in Deutschland, so dass es immer wieder Sponsoren gibt, die sich für den Fußball einsetzen.“
Die Zuschauerzahlen sind in den letzten Jahren nach der Einführung der Dritten Liga in den Oberligen gesunken. „Als Verein darf man aber nicht auf die Zuschauereinnahmen setzen, da diese nicht kalkulierbar sind. Aber wir beim FCN versuchen alles, um die Attraktivität der Oberliga zu steigern“, sagt Eberle.
Das Beispiel des VfL Kirchheim zeigt, dass es durchaus schnell gehen kann, dass Fußballvereine aus den unterschiedlichsten Gründen die hohen Anforderungen des Amateurfußballs nicht mehr bewältigen können.
„Ein Oberligaverein ist mittlerweile eine kleine Firma. Wie in jeder Firma muss man jedoch gut arbeiten und die Risiken genau abschätzen. Dann wird es auch in den nächsten Jahren attraktiven Oberligafußball geben“, so Eberle.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 2914 Tagen veröffentlicht.

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