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Vor 40 Jahren schickte Konsul Herman Sieger erstmals öffentliche Post auf den Mond

„Gedenktag“ eines genialen Streichs des Gmünder Briefmarkenhändlers Konsul Hermann Walter Sieger: Heute vor 40 Jahren landete mit der Mondfähre von Apollo 15 Post aus Lorch (Sitz der Firma) auf dem Erdtrabanten. Hernach gab es bei der NASA eine Untersuchung mit Ermittlungen des FBI in Lorch.

Samstag, 30. Juli 2011
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 16 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND/​LORCH (hs). 40 Jahre danach empfängt Herrmann Sieger die Rems-​Zeitung sogleich mit einem auffallend knitzen Lächeln in seinem Großraumbüro, das der Grandseigneur schwäbischen und sparsamen Unternehmergeistes mit all seinen Mitarebitern teilt: „Übrigens, Sie nehmen nun Platz auf einem der Sessel, wo damals die FBI-​Agenten und auch schon die Apollo-​Astronauten saßen!“ Das treibt uns gleich Ehrfurcht in den Rücken. Erst recht, als Hermann Walter Sieger aus einer Kassette einen der „Mondbriefe“ holt, um ihn eine Minute lang sorgsam aus den schützenden Händen des wohl erfolgreichsten „Briefmarkensammlers“ aller Zeiten zu geben. Zunächst aber zu den FBI-​Agenten. Schmunzelnd erinnert sich Sieger an die Begegnung mit den amerikanischen Ermittlern. Er habe sie freundlich in seiner Firma empfangen und sich hierbei an all die vielen Krimiserien und Kinofilme aus den USA erinnert. So habe er also neugierig nach den funkelnden Dienstmarken gefragt, welche doch den Gangstern und Ganoven immerzu unter die Nase gehalten werden, ehe dann die Handschellen klicken oder gar der Revolver gezogen wird. Die Dienstmarken habe sehen dürfen. Doch die Ermittlungsarbeit des FBI in Lorch sei alles andere als dramatisch über die Bühne gegangen. Hernach habe er, Sieger, sogar ausdrückliches Lob der drei Agenten zu hören bekommen, weil die noch nie so offene Türen, freie Akteneinsicht und freundliche Gespräche erlebt hätten wie bei „Mister Winner“ in Germany. „Herr Sieger“ gibt 40 Jahre danach auch zu verstehen, dass da ja überhaupt nichts Unrechtes passiert sei. Bei der Weltraumbehörde NASA sei halt die Affäre dadurch ausgelöst worden, weil’s ungewöhnlich gewesen sei, dass drei Astronauten bei ihrer Reise zum Mond sozusagen einen kleinen Nebenjob angenommen hatten, den sie sogar in den Dienst einer guten Sache stellten. Es handelte sich um den Transport und das notariell beglaubigte Abstempeln von 100 Mondbriefen, die Briefmarkenhändler Hermann Walter Sieger erstmals in der Geschichte der bislang einzigartig gebliebenen Apollo-​Mondmissionen öffentlich der Sammelleidenschaft von Briefmarkenliebhabern zugänglich machen wollte. Das Lorcher Husarenstück in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den drei Apollo-​15-​Astronauten David Scott, Alfred Worden und James Irwin hat schon lange vor dem Juli 1971 seine Vorgeschichte.
Konsul Hermann Walter Sieger, der den Menschen im Raum Schwäbisch Gmünd als ungemein heimatverbundener und gemeinnützig orientierter Förderer des Sozial-​, Krankenhaus-​, und auch Rettungsdienstwesens vertraut ist, interessierte sich schon immer für das Thema Weltraumfahrt und auch Raketenpost, die schon seit gut 100 Jahren eine spannende Geschichte schreiben kann. Sieger pflegte schon seit seiner Jugend eine enge Freundschaft mit dem deutschstämmigen Walter Eiermann, führender Mitarbeiter im Kennedy Space Center. Unter Freunden tauchte da die Idee der Mondbriefe auf, zumal den Astronauten ja auch ganz offiziell gestattet war, eine kleine Menge persönlicher Gegenstände mit auf die Mondreise zu nehmen. Sehr pfiffig und trickreich wurde aus der Idee Realität mit einem schönen Erlös für alle Beteiligten. Der schönste Gewinn aber, so gibt der heute 83-​jährige Hermann Walter Sieger zu verstehen, sei für ihn aber gewesen, dass er unglaublich viele und gute Begegnungen mit vielen Astronauten und anderen interessanten Menschen hatte.
Klar, am liebsten wäre er natürlich selbst gerne mitgeflogen, um im Postamt einer Mondlandefähre die Post aus Lorch höchstpersönlich abzustempeln.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 3341 Tagen veröffentlicht.


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