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» Ostalb | Samstag, 28. Januar 2012

Rosenstein-​Gymnasium blickt ins faszinierende Land Chile

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Etwa 150 Besucher kamen in die Aula des Rosenstein-​Gymnasiums Heubach, um Einblicke in das Land „Chile – den letzten Winkel der Erde“ zu gewinnen, wie das Motto des Vortrags lautete, unter dem SaRose, der Schulverein am Rosenstein-​Gymnasium, einlud.


Von Lisa Becke
HEUBACH. Bei seinem mittlerweile schon siebten Besuch am Rosenstein-​Gymnasium sprach Prof. Dr. Lothar Rother dieses Mal über das „Land der Kontraste“: Chile. Dies wird nicht nur an der Situation der Menschen und den Unterschieden der Besiedlung dort deutlich, sondern auch an den verschiedenen landschaftlichen Bedingungen. So gab Prof. Dr. Lothar Rother den vielen interessierten Zuhörern einen Überblick über Natur, Tierwelt, Geschichte und Menschen eines Landes, dessen südlicher Teil der Antarktis so nahe kommt wie kein anderer. Illustriert wurde der Vortrag mit eigenen beeindruckenden, farbenfrohen Bildern.
Und so war es Schulleiter Johannes-​Josef Miller nicht nur „ein Hochgenuss“, die Zuschauer und den Referenten begrüßen zu dürfen, sondern alle Besucher waren sichtlich fasziniert von dem, was sie über dieses außerordentliche Land erfuhren. Dieses „schmale Land“, wie schon der berühmte chilenische Dichter Pablo Neruda sagte, misst an seiner breitesten Stelle nur ungefähr 350 Kilometer, ist jedoch zirka zwölfmal so lang.
In der Hauptstadt Santiago, welche bereits 1541 vom spanischen Konquistador Pedro de Valdivia gegründet wurde, leben ungefähr ein Drittel der gesamten chilenischen Bevölkerung, die insgesamt ungefähr 17 Millionen Menschen umfasst. Der Rest des Landes ist aufgrund der geografischen Gegebenheiten – wie der Wüste Atacama und der zahlreichen Gebirgszüge und Vulkane – größtenteils dünn– beziehungsweise überhaupt nicht besiedelt. Die modernen Viertel der großen Stadt, welche eine permanente Ausdehnung erfährt, stehen sehr im Gegensatz zur malerischen Natur in der Seenregion im Zentrum des Landes mit ihren zahlreichen Seen und unberührten Wäldern, in welcher noch Mapuche-​Indianer beheimatet sind. Erst im 19. Jahrhundert gelang es den weißen Siedlern, in den südlichen Teil des Landes vorzudringen, wobei unter anderem viele Deutsche ihre neue Heimat dort fanden. Dies veranschaulichte Prof. Rother an der Aufschrift eines Schildes „Club Alemán“ („Deutscher Club“) in einem Ferienort und verblüffte die Zuschauer mit der Tatsache, dass man in Chile problemlos „Kuchen“ auf Deutsch bestellen könne, da es sich bei diesem Wort mittlerweile um chilenisches Sprachgut handle. Auch Patagonien blieb bis ins 19. Jahrhundert siedlungsfrei, doch dann etablierte es sich als Schafzuchtgebiet, wobei die sogenannten „Schafbarone“ und ihre Familien zu großem Reichtum gelangten und Residenzen besaßen, welche man bis heute bewundern kann. Die Schafzucht besteht bis heute auf einzelnen Farmen in Patagonien, jedoch findet man in Chile, vor allem in den Nationalparks, noch viele exotischere Tierarten vor, wie zum Beispiel Flamingos, eine Straußenart mit dem Namen Nandus, Kleinkamele wie Guanacos, Vicuñas und sogar Magellan-​Pinguine, welche aus der Antarktis zur Brut in südliche Teile des Landes kommen.
Besonders oft ist in der chilenischen Landschaft das Gegenüber von Gebirge und den glasklaren tiefblauen Seen zu bestaunen, welche unter anderem mit Wasser von schneebedeckten Vulkanen versorgt werden. In Chile gibt es über 2000 Vulkane, von denen mehr als 55 aktiv sind. Das Land liegt auf dem zirkumpazifischen Feuerring – einer Zone, in der es häufig zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt.
Die extrem trockene Wüste Atacama im Norden Chiles war auf Fotografien aus dem Flugzeug heraus regelrecht als „Sinfonie in Farben“ in allen nur denkbaren Rot– und Brauntönen zu sehen. Allen, die einmal eine Reise nach Chile unternehmen möchten, legte der Referent eine nächtliche Fahrt zu den Geysiren von El Tatio ans Herz, welche auf mehr als 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegen und deren Aktivität in den frühen Morgenstunden am höchsten ist. So lieferte Professor Rother einzigartige Bilder, interessante Geschichten und wichtige Fakten über Chile, was dazu führte, dass der Geräuschpegel in der Aula oftmals zu vielstimmigen Ausrufen des Erstaunens und der Faszination anschwoll. Das Besondere am Vortrag jedoch war, wie es der SaRose-​Vorsitzender Dr. Helmut Rössler eingangs formulierte, was heutzutage leider nicht mehr oft geschehe: Der Vortrag führte Generationen zusammen.

 

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