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Reste eines mittelalterlichen Kachelofens der Schechinger Burg ausgegraben

Dieter Krieger wohnt nicht von ungefähr dort, wo einst die Schechinger Burg stand. Fast immer, wenn er in seinem Garten irgendwo ein Loch graben muss, findet der Heimatforscher Reste aus dem Mittelalter. Zum Beispiel Kacheln, die von einem aufwändig verzierten Kachelofen stammen, den sich seinerzeit nur der Adel leisten konnte.

Donnerstag, 05. Januar 2012
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 27 Sekunden Lesedauer


Von Gerold Bauer
SCHECHINGEN. Als die Familie Krieger vor einigen Jahren aus einem alten Gebäude durch behutsamen Umbau ein echtes Schmuckstück machte, tauchten während der Renovierung wie erwartet Mauern aus dem Mittelalter auf. Das Landesdenkmalamt führte deshalb eine Ausgrabung durch und sicherte dabei wertvolle Erkenntnisse über die Schechinger Geschichte. Krieger Er ist zwar kein studierter Historiker, sondern verdient seine Brötchen als Bademeister; aber durch sein leidenschaftliches Interesse an der Ortsgeschichte hat er sich im Laufe der Jahre fundierte Kenntnisse wie kaum ein anderer angeeignet. Seine Kooperation wird vom Landesdenkmalamt sehr geschätzt. Denn mit seinem geschärften Blick sorgt der rührige Mann aus Schechingen dafür, dass auf Baustellen oder auf den Äckern rund um den Ort keine Überreste aus alter Zeit unbeachtet bleiben.
Wer wie Dieter Krieger ein Grundstück am Hang bewohnt, macht mitunter den Versuch, durch das Anlegen von Terrassen und Abstufungen den eigenen Grund und Boden besser nutzbar zu machen. Und weil man dazu auch Stützmauern braucht, hat Krieger kürzlich mal wieder in seinem Garten „gebuddelt“. „Meine Frau hat sich darüber amüsiert, dass ich das Fundament um einiges tiefer ausgegraben habe, als dies von der Statik her nötig gewesen wäre“, räumt der Hobbyarchäologe unumwunden ein.
Aber der beim Schaufeln vergossene Schweiß hat dann in der Tat zum „Preis“ geführt. In der Erde tauchten Tonscherben auf. Dieter Krieger hatte die Vermutung, dass die von ihm gefundenen Keramik-​Reste recht alt sein müssten.
Eine Untersuchung im Landesdenkmalamt hat Kriegers Vermutung nun bestätigt. Vor wenigen Tagen hat er einen Brief aus Stuttgart bekommen, in dem die eingeschickten Fundstücke als Randscherben einer Becherkachel aus dem 13./14. Jahrhundert beziehungsweise als Schüsselkachel aus dem 14. Jahrhundert bezeichnet wurden. Dieser Fund erlaubt Rückschlüsse auf den Wohlstand der Burgherren und einen für eine mittelalterliche Burg außergewöhnlichen Komfort.

(ausführlicher Bericht in der RZ-​Ausgabe vom 5. Januar)

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