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Franziskus Gymnasium in Mutlangen feierlich eingeweiht

Eine lange Rednerliste mit vielen Ehrengästen und kurzweilige Beiträge einer motivierten Schülerschaft prägten am Samstag den Festakt zur Einweihung des Franziskus Gymnasiums in Mutlangen. Und die aufstrebende Gemeinde wurde von Landrat Klaus Pavel kurzerhand sogar zur Stadt erhoben.

Montag, 05. März 2012
Rems-Zeitung, Redaktion
3 Minuten Lesedauer

MUTLANGEN (hs). „Komm bau’ ein Haus, das uns beschützt.“ Dieser Leitsatz von der Grundsteinlegung im Juli 2010 pflanzte sich nun fort bei der Einweihung des Franziskus Gymnasiums. Eine ökumenische Feier bildete am Morgen den Auftakt zu diesem gewiss unvergesslichen Festtag, wie dies auch Bürgermeister Peter Seyfried zum Ausdruck brachte. Er sah diesen Samstag in den Geschichtsbüchern seiner Gemeinde schon fest verankert. Fest verankert auch, so kam bereits beim Gottesdienst zum Ausdruck und wurde hernach beim Festakt vertieft, ist das Gymnasium als christlicher Ort der Begegnung und der Weltanschauung auf der Grundlage des Dialogs. „Wir leben Ökumene, suchen, was uns verbindet und nicht das, was uns trennt“, formulierte Schulleiter Harald Ocker.
Beim großen Festakt im benachbarten Mutlanger Forum herrschte Riesenandrang. Weit über 500 Gäste kamen. Viele Schüler und Eltern fanden nur noch seitlich und hinten einen Stehplatz, freuten sich jedoch über diese enorme öffentliche Aufmerksamkeit, die diesem Projekt entgegen gebracht wurde. Harald Ocker hatte auch eine liebe Not, keinen der vielen Ehrengäste bei der namentlichen Erwähnung zu vergessen. Vor allem hob er in seinem Willkommen jedoch die geistige und geistliche Mitwirkung beim Zustandekommen dieses Projekts durch die Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung aus dem Gmünder Kloster hervor. In deren Bildungstradition sei das Gymnasium tief verwurzelt. „Es ist Ihre Schule, mit Rat und Tat und im Gebet“.
Aber das Bauwerk bedurfte auch materieller beziehungsweise weltlicher Hilfe. Ocker würdigte das gute Miteinander mit der Gemeinde Mutlangen und natürlich das ausgefeilte Werk der Architekten: Ein großer Schritt sei geschafft. Ein architektonisch hochwertiges Gebäude werde eingeweiht. Aus dem Kind, das vor dreieinhalb Jahren geboren wurde, sei ein hübsches und stattliches geworden.
Paul Stollhof, Geschäftsführer des Ordensschulen-​Trägerverbunds, betonte: „Wir haben hier in die Zukunft investiert.“ Mit Zukunft beschrieb er die Hoffnung auf eine bessere Welt, die im christlichen Sinne den Dialog und nicht das Trennende pflegen möge. Das Franziskus Gymnasium werde ein Hort sein, wo den jungen Menschen dieser Dialog gelehrt werde, eine Schule der Aufmerksamkeit und der Achtsamkeit. Stollhof wie Ocker unterstrichen das gute und geborgene Gefühl, mit diesem Gymnasium in Mutlangen ein „Zuhause“ gefunden zu haben. Vor dem „durchgehenden und beharrlichen Engagement Bürgermeister Seyfrieds“ wurde der Hut gezogen.
Der so Gewürdigte warf den Ball zurück und lobte den Schulträger. „Für die ganze Gemeinde ist heute ein großer Festtag.“ Mutlangen sei nun mit einem umfassenden Schulangebot und mit fast 1700 Schülerinnen und Schüler einer der ganz großen Bildungsstandorte im Ost-​albkreis. Seyfried hieß das Gymnasium in einem aufstrebenden Ort willkommen, der in den 50er-​Jahren gerade mal 1000 und nun heute 6700 Einwohner zähle.
An diese Feststellung schloss Landrat Klaus Pavel mit Begeisterung einen Satz an, der in der in der überfüllten Halle aufhorchen ließ: „Die Stadt Mutlangen hat jetzt auch ein Gymnasium“. An diesem sonnigen Tag empfinde er, Pavel, hier in Mutlangen alles irgendwie unnormal schön. Wer könne heutzutage überhaupt noch die Einweihung eines nagelneuen Gymnasiums feiern? Und dazu eines mit einer solchen besonderen Architektur und Pädagogik! Diese herrlichen Räume seien dazu geeignet, dass die Schüler selbst die besten Lehrer sein können. Die Bildungsregion Ostalbkreis sei nun um ein beträchtliches Stück reicher geworden.
„Ein besonderer und grandioser Tag“, freute sich auch Landtagsabgeordneter Dr. Stefan Scheffold in seinem Grußwort. Allein schon die vielfältigen musischen Beiträge bei diesem Festtag führten ihm vor Augen, dass in diesem neuen Gymnasium mehr als „nur“ Unterricht stattfinde. Alle könnten nur stolz auf dieses Projekt sein. Diese Ausstrahlung wird bis nach Stuttgart wahrgenommen, wie dies Studiendirektor Franz Schneider vom Regierungspräsidium zum Ausdruck brachte.
Stellvertretend für alle Mutlanger Schulen hieß Ulrich Wasgien, Rektor der benachbarten Heideschule, das Franziskus Gymnasium willkommen. In Mutlangen ist nun die Bildungspalette vom Kindergarten bis zum Abitur komplett, so wurde immer wieder hervorgehoben. Weitere herzliche Grußworte folgten von Birgit Maihöfer namens der Elternschaft, von Schülersprecherin Felicitas Bihlmaier und Beate Kessler, Vorsitzende der Freunde des Franziskus Gymnasiums, ehe durch Architekt Kai von Scholley die symbolische Schlüsselübergabe erfolgte.
Farbig und inhaltsreich, gemäß dem Geist des Franziskus Gymnasiums, gestalteten Lehrer und Schüler den Festakt. Unterhaltsam, spaßig und teils aber auch nachdenklich und tiefgründig, wie besonders beim Theaterspiel „Tierbriefe an Noah“, ging zwischen den Ansprachen ein Programm über die Bühne — das franziskanische Laune machte. Es folgte eine Einladung zum Stehempfang und vor allem zu Einblicken in das Schulleben in einem Neubau, der mit seinen großen, lichten Fensterfronten Weitblick — auch über manchen Horizont eines normalen Schulalltags hinaus — symbolisiert.

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