Startseite REMS-ZEITUNG – Dienstag, 30. August 2016 Rems-Zeitung bei Facebook Rems-Zeitung bei Google+ Rems-Zeitung bei Twitter Rems-Zeitung RSS-Feeds Kontakt
Ihre Ansprechpartner in der Lokalredaktion
Die Geschichte der Rems-​Zeitung
Ihre Ansprechpartner in der Werbeberatung
Unsere Mediadaten als PDF
Unsere Themenwelten /​Sonderveröffentlichungen
Ihre Ansprechpartner im Bereich Abo und Service
Kostenloses Probeabo
Aktionsabo zu Sonderkonditionen
Nachsendung und Lieferunterbrechung
Unser Leser werben Leser Prämienprogramm
Übersicht Leserreisen
Übersicht Bücher und mehr
Private Kleinanzeige online aufgeben
Schwäbisch Gmünd
Rosenstein
Lorch
Leintal/Frickenhofer Höhe
Schwäbischer Wald
Waldstetten/Stuifen
Welzheimer Wald
Ostalbkreis

Lokalnachrichten

» Ostalb | Mittwoch, 04. April 2012

Windpark Lauterstein: An der Grenze der Überlastung

Galerie (1 Bild)

„Verspargelt und umzingelt“ von Windkraftanlagen, das ist eine Vorstellung, vor der es vermutlich vielen nicht nur in Bartholomä graust. Das Windpark-​Projekt auf Lautersteiner Markung lässt die Überlastung der Alb-​Landschaft befürchten.

BARTHOLOMÄ (rw). Von dem Vorhaben des Windenergie-​Unternehmens WPD wäre auch die angrenzende Stadt Schwäbisch Gmünd betroffen. Rund 60 Besucher kamen am Mittwoch Abend zur Bürgerinformation ins Bartholomäer Dorfhaus, ein Viertel davon, darunter Gemeinde– und Stadträte, kam aus umliegenden Kommunen.
Das WPD-​Projekt weist mit bis zu 36 Windrädern in dem großen Waldgebiet auf Lautersteiner Markung eine Dimension auf, wie man sie hier bislang nicht gesehen hat. Darauf gingen der WPD-​Manager Reinhard Strohm und Regionalverbandsdirektor Thomas Eble ein.
Der Ausbau der Windenergie erfolgt über eine Änderung des Landesplanungsgesetzes, die voraussichtlich im Mai beschlossen wird. Um noch steuernd eingreifen zu können, müssen Gemeinden Windvorrangflächen ausweisen. Bartholomä kann sich dies am Falkenberg vorstellen, sonst nirgends, sonst wäre dem „Dorf am Rande des Himmels“ der Horizont verstellt. Doch nebenan auf Gemarkung Lauterstein, schon in der Region Stuttgart gelegen, tut sich weit mehr. „Für die Region Stuttgart und deren Regionalplanung ist es das Hinterhaus“, so Thomas Eble.
Was aus der Sicht von WPD, dem Marktführer der Branche, für diesen 1800 Hektar großen Raum zwischen Degenfeld, Lauterstein, Bartholomä und Böhmenkirch spricht, erläuterte Reinhard Strohm. Das Potenzial von Lauterstein bezifferte er auf 23 Anlagen, auf Gemarkung Bartholomä könnten drei Windkraftanlagen gebaut werden, im Bereich Schöner Berg acht und am Bernhardus zwei. Die Bedeutung dieses Berges sei bekannt, man habe um die Kapelle gleich einen „Puffer“ von 500 Meter gelegt. Andererseits sei der gesamte Berg eine Landmarke, weshalb man Windräder dort voraussichtlich nicht weiter verfolgen werde. „Es sind viele Anlagen. Aber sie stehen in einem reinen Wirtschaftswald“, so Strohm. Der Abstand zu den ersten Häusern von Bartholomä betrage vier Kilometer, zur Bebauung von Böhmenkirch zwei Kilometer. Lauterstein und Weißenstein lägen näher dran, aber tiefer, und auch mindestens einen Kilometer von den Windrädern entfernt. „Solche Abstände haben wir in Baden-​Württemberg nicht häufig.“
Es gebe zwar Einzelgehöfte im fraglichen Gebiet, doch auch hier würden die Grenzwerte eingehalten. Die Konzentration der Anlagen sei möglich. Es könnten zudem weniger als 36 sein, genannt wurden 26 und 23. Die Nabenhöhe liegt bei 140 Meter, der Rotordurchmesser bei 117 Meter — was eine Gesamthöhe von knapp 200 Meter ergibt.
Als Vorteile für die Standortgemeinden nannte Strohm unter anderem Pacht– und Gewerbesteuereinnahmen, Bürgerbeteiligung, die Einbindung lokaler Firmen, aber auch die Gleichtaktung und Leuchtweitenregulierung der Befeuerung.
„Es muss jedem Bartholomäer Bürger grausen“, sagte der frühere Förster Haller in der anschließende Diskussionsrunde, „wir wollen Erholungsort sein und werden umstellt von 30 bis 40 solcher Bauwerke.“ Bruno Bieser hieb in die selbe Kerbe: „Wir haben schon eine Riesenbelastung durch Windräder.“ Auf die Frage, ob es schon einen Pachtvertrag mit dem Grundbesitzer, dem Grafen von Rechberg, gebe, antwortete Strohm: „Ja, wir werden uns einigen.“
Es müssen aber noch mögliche „Restriktionen“ geprüft werden, so der WPD-​Manager: Richtfunkstrecken etwa, Fledermaus– und Vogelvorkommen (besonders der Rote Milan, zu dessen Horst ein Mindestabstand von einem Kilometer zu wahren ist), aber auch die „politische Diskussion.“ Und die beginnt wohl erst richtig. Thomas Eble machte deutlich, dass die technische Seite und die Grenzwerte keinen Ansatzpunkt bieten: „Die einzige Chance ist, dass wir mit Lauterstein und dem Regionalverband Stuttgart weiterkommen und sagen: wir sind an der Grenze der Überlastung von Landschaft und Bevölkerung.“ Auch in Gmünd soll am 27. April eine Bürgerinformation über den Windpark stattfinden.
 

QR-Code
remszeitung.de/2012/4/4/windpark-lauterstein-an-der-grenze-der-ueberlastung/