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24. Internationales Origami-​Treffen auf dem Schönblick

So viele schöne Motive sieht man selten und zur Überraschung gibt es kaum etwas, das sich nicht aus einem Blatt Papier falten lassen ließe — Menschen Tiere, Pflanzen, Sterne, Schmuck oder Alltagsgegenstände. Beim 24. internationalen Origami-​Treffen im Seminarhaus auf dem Schönblick war die hohe Faltkunst vertreten.

Dienstag, 15. Mai 2012
Rems-Zeitung, Redaktion
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Von Dorothee Wörner
Vom Kind bis zur Hausfrau, vom Professor bis zum Pädagogen, egal was sie im richtigen Beruf auch sein mögen, in diesen Tagen auf dem Schönblick waren sie allesamt „Falter“, vereint in der gemeinnützigen Organisation, die sich „Origami Deutschland“ nennt. Origami, dieses japanische Wort täuscht, meint die Vorsitzende, Marlene Rostig aus Gera. Man kennt den klassischen japanischen Kranich und weiß, dass die Falttechnik in Japan sehr symbolträchtig ist, aber der Deutsche Friedrich Fröbel und die Italienerin Maria Montessori haben eigene Techniken entwickelt, die später im Ursprungsland Japan eine Renaissance der Origamikunst hervorgerufen haben.
In einem kleinen Freundeskreis fand das erste Treffen vor 24 Jahren in Freising bei München statt. Inzwischen hat sich die Gruppe der „Falter“, auch dank des Kommunikation übers Netz, enorm gesteigert, 600 Mitglieder hat die Organisation in Deutschland, über 200 internationale Besucher waren am Wochenende in Gmünd, darunter Gäste aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Kanada, USA und Italien.
Teilgenommen haben als Ehrengäste auch Könner des Metiers, wie Paolo Bascetta, Erfinder des bekannten vielzackigen, dreidimensionalen Sterns, der sein Wissen in Workshops weitergab. Es ist mehr als nur Basteln, es ist die Kunst aus einem normalen Blatt Papier ein Objekt zu schaffen. Die wenigsten können dies aus dem Handgelenk, es braucht Diagramme als Anleitung und bei komplizierten Figuren Faltmuster ähnlich denen eines Strickmusters, auf dem man sieht an welcher Stelle gefaltet werden muss.
Schnell wird klar, dass hier Mathematik eine Rolle spielt und es gibt tatsächlich sehr viele Naturwissenschaftler und Lehrer unter den Teilnehmern. Viele von ihnen nutzen diese Techniken in ihrem Beruf, indem sie Kinder falten lassen um deren Feinmotorik und Konzentrationsfähigkeit zu stärken. Ganz offensichtlich ist, dass jeder Teilnehmer ein Spezialgebiet hat, während der eine ganz praktische Dinge faltet; Schachteln etwa Tischkärtchen oder Lampenschirme, widmet sich der andere Fabelwesen oder Insekten.
„Wenn ein Käfer acht Beine haben soll und ca. 150 Faltschritte vonnöten sind, dann muss ich mir wirklich sehr überlegen wie ich ein Din-​A4-​Blatt einteile“, erzählt eine Teilnehmerin, für die das Falten auch eine intellektuelle Herausforderung darstellt. Dass beim Falten die Zeit wie im Flug vergeht und dass sie auf diesem Treffen so gefesselt war von ihren eigenen und auch von fremden Werken, so dass sie fast das Schlafen und das Essen vergessen hätte, erzählt sie am Rand. „Wir bewundern uns gegenseitig“, gibt sie ihre Einschätzung über die Teilnehmer wieder, die an diesem Wochenende in Gmünd waren — und das sagt schon viel über die Menschen, die sich selbst „Falter“ nennen.
Wer Interesse an der Faltkunst und der Organisation Origami Deutschland hat, kann sich bei www​.papier​fal​ten​.de informieren.

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