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» Ostalb | Freitag, 04. Mai 2012

Festabend: 650 Jahre Durlangen und 125 Jahre Durlanger Feuerwehr

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Eine Gemeinde funktioniert, wenn Menschen zusammenhalten — als Bürger, als Vereinsmitglieder und als Feuerwehrleute. Dieser Leitgedanke prägte den Festabend, mit dem gestern das Doppeljubiläum „650 Jahre Durlangen“ und „125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Durlangen eröffnet wurde.


Von Gerold Bauer
DURLANGEN. Von der Durlanger Feuerwehrkapelle wurde die Feierstunde in der Gemeindehalle eröffnet. Ein Jubiläum sei gleichermaßen Anlass, die Vergangenheit zu beleuchten und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, betonte Bürgermeister Dieter Gerstlauer, der die Gäste begrüßte und die Festrede hielt. „Zu allen Zeiten haben sich die Menschen in Durlangen ihren Aufgaben gestellt“, erinnerte der Schultes, und dabei sei der Gemeinsinn nie außer acht gelassen worden.
„Die Wir-​Ich-​Bilanz war und ist in Durlangen gut austariert; auch nach 650 Jahren ist der dörfliche Zusammenhalt ausgeprägt“. Dies habe auch etwas mit dem Begriff „Heimat“ zu tun, der inzwischen nicht mehr als altmodisch gelte, sondern wieder einen guten Klang habe. Heimat sei aber viel mehr als eine Dorfidylle oder eine ländliche Kulisse; sie umfasse insbesondere das aktive Miteinander der Bürger. In einem überschaubaren Dorf fördere das gegenseitige Kennen den Zusammenhalt und das bürgerschaftliche Engagement, zum dem nicht zuletzt die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr gehöre. Gerstlauer zollte allen, die sich mit Herzblut als Feuerwehrleute verdient gemacht und dafür viel Freizeit geopfert haben seine Anerkennung und sagte Dank. Dies gelte nicht zuletzt auch für die wertvolle Jugendarbeit.
FFW–Kommandant Achim Hägele erinnerte daran, wie ihn der frühere Kommandant Adolf Gottwald angesprochen habe, ob er nicht bei der Jugendfeuerwehr mitmachen will. „Und nun stehe ich hier selbst als Kommandant am Rednerpult!“ 125 Jahre Feuerwehr — dies seien 125 Jahre gelebter Fortschritt und gelebte Kameradschaft. „Wenn man 125 Jahr Zeit hat, dann kann ja auch etwas Tolles wachsen!“. Hägele verhehlte nicht, dass die Anforderungen an die ehrenamtlichen Retter ständig steigen und eine laufende Weiterbildung erforderlich machen — insbesondere im Hinblick auf die immer komplizierteren technischen Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Unfällen.
„Man kann sich gar nicht vorstellen, was sich Durlangen in 650 Jahren so alles getan und verändert hat“, sagte Landrat Klaus Pavel. Der Rückblick beim Landesjubiläum habe gezeigt, wie sehr sich die Welt in nur 60 Jahren verändert habe. Pavel würdigte, dass Durlangen eine der wenigen Modellgemeinden sei, die im Rahmen des MELAP-​Prozesses das Thema bürgerschaftliches Engagement in einer Zeit des demographischen Wandels zum Handlungsschwerpunkt machen. „Durlangen hat sich auch in der Vergangenheit nicht durch Zuschüsse von Herzögen, Königen oder Regierungen entwickelt, sondern durch das Schaffen der Menschen, die dort leben!“. Dazu gehöre ohne Zweifel auch der Einsatz bei der Feuerwehr: Rund um die Uhr bereit zu helfen und sich notfalls auch selbst in Gefahr begeben, um andere zu retten.
Der CDU–Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle sprach auch im Namen von MdL Dr. Stefan Scheffold. Wenn er ein Luftbild von Durlangen betrachte, sehe er ein Paradebeispiel für eine gesunde Entwicklung im ländlichen Raum. Mit den Wohngebieten seien auch Gewerbeansiedlungen gewachsen. Dabei sei die mittelständische Wirtschaft als Garant für Stabilität prägend. Die Politik habe bewusst die Stärkung des ländlichen Raums gefördert, damit sich nicht alles auf die Ballungsräume konzentriere.
Klaus Kurz, Kreisvorsitzender des Feuerwehrverbands sagte nicht ohne Stolz, dass sich an den hohen Idealen der Feuerwehr in 125 Jahren nichts geändert habe. Da die gestrige Jubiläumsfeier am Namenstag des Schutzpatrons St.Florian stattfand, berichtete Kurz aus dem Leben des Schutzheiligen, der aus der Verbannung zurück kehrte, um bedrohten Christen zu helfen und deshalb hingerichtet wurde. „Die Feuerwehren behaupten sich in einer Zeit, in der es allgemein immer schwieriger wird, Menschen zum ehrenamtliche Einsatz zu motivieren!“.
Andreas Körger gratulierte namens der örtlichen Vereine sprach von den drei Säulen, auf denen der Erfolg des Gemeinwesens Durlangen basiere: Die Gemeinde mit ihren Organen, die örtlichen Firmen sowie die Vereine. Nur durch das harmonische Miteinander sei es möglich, etwas zu leisten. Auch Pfarrer Reiner Kaupp machte das gemeinsame Agieren zum Thema seines Grußworts und verdeutlichte anhand eines Boots, dass man schneller ans Ziel komme, wenn alle gemeinsam rudern.
Bankdirektor Dietmar Herderich zeigte sich stolz darauf, dass die Raiffeisenbank seit 149 Jahren einen festen Platz im Durlanger Dorfleben habe. Die Werte der genossenschaftlichen Banken –unter anderem das Prinzip der Selbsthilfe und der Selbstverwaltung – passen sehr gut zu den Idealen der Freiwilligen Feuerwehr.

 

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