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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 17. September 2012

Putzige Altstadthäuschen auf dem Woha-​Areal?

Wer wissen will, wohin sich seine Stadt entwickelt, der kommt um das Gewordene nicht herum. Und umgekehrt: Wessen Interesse an Schwäbisch Gmünd zunächst historisch ist, der wird sich um Gegenwart und zukünftige Entwicklungen Gedanken machen, und sei es nur um das Klagelied anzustimmen, dass früher alles besser gewesen sei.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Interesse an der Stadt ist vorhanden, in beiden Richtungen, Vergangenheit und Zukunft, stellt Baubürgermeister Julius Mihm fest, und verweist auf die Erfahrungen, die er mit seinem Beitrag zur Stadtgründung in der Stauferausstellung gemacht hat.
Auf die Neu– und Wissbegier an Stadtgeschichte und Stadtentwicklung wollen zwei Veranstaltungen reagieren, die Stadt und Volkshochschule durchführen: Zum einen die Tagung „Europäische Städte in der Stauferzeit“ vom 4. bis zum 6. Oktober, die sich an Fachleute und interessierte Laien wendet, zum anderen die Reihe „Stadt neu sehen“ der Volkshochschule, in der 17 Master-​Studienarbeiten des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst an der TU Dortmund in einer Ausstellung an der VHS zu sehen sind, Vorträge stattfinden und Stadtrundgänge mit dem Baubürgermeister unternommen werden können (Ausstellung ab 29. November bis Ende Dezember, Rundgänge ab 29. September).
Die Tagung Anfang Oktober vereinigt historische, touristische und stadtplanerische Aspekte. Sie wendet sich damit in unterschiedlichem Maß an Fachleute und Laien. 120 Teilnehmer sind möglich, 40 Anmeldungen liegen derzeit vor. „Letztlich ist es ein Anreißen“, sagt Julius Mihm, der die Veranstaltungen gestern zusammen mit VHS–Leiterin Ingrid Hofmann vorstellte, „wir wollen die ganze Palette aufschlagen.“ Und die Bürgerschaft miteinbeziehen, ergänzt die VHS–Leiterin. Am Donnerstag, 4. Oktober, gibt es den abends Einführungsvortrag von Matthias Untermann (Uni Heidelberg) über mittelalterliche Stadtgründungen im Prediger samt Empfang in der Stauferausstellung. Die Veranstaltungen am Freitag, 5. Oktober, und Samstag, 6. Oktober, finden in der VHS statt. Sie stellen historische Zusammenhänge dar, betrachten Architektur als Selbstdarstellung in staufischer Zeit, stellen Stauferstädte vor (Schwäbisch Gmünd, Bremen, Manfredonia, Oria, Schlettstadt/​Seléstat). Ferner geht es um den Denkmalschutz als Leitinstrument der Altstadtentwicklung und um „neue Perspektiven für alte Stadtkerne“, ein Länder– und Städtevergleich.
Damit landet man schon beim Thema von „Stadt neu sehen“. Der Ansatz ist zumindest bedenkenswert, angesichts der Resultate einer oft an Kontrastierung und der Durchsetzung rational-​moderner Konzeptionen orientierten Stadtplanung: TU-​Darmstadt-​Institutschef Christoph Mäckler setzt auf das „Schönheitsgebot“ traditionellen Städtebaus.
„Wohnen und Arbeiten in der Altstadt von Schwäbisch Gmünd“ lautete das Entwurfsthema: „Ziel ist es, eine Entwurfstrategie einzuüben, die über das einzelne Gebäude hinaus die Wirkung der einzelnen Teile untereinander sowie ihre Wirkung zum bestehenden Umfeld genau und präzise entwickelt.“ Es sollen „schöne“ und „charaktervolle“ Stadträume entstehen. Ein Vortrag und Podiumsdiskussion mit Christoph Mäckler und Arno Lederer über die „Chancen einer schönen Stadt Schwäbisch Gmünd“ findet am 29. November in der VHS statt.
Seine Master-​Studenten fassen die südöstliche Altstadt zwischen Kronengässle und Königsturmstraße, zwischen Kornhaus– und Rosenstraße ins Auge – ein Viertel, in dem Mihm großes Potenzial für neue, kleinteilige Wohnformen sieht – mit Garagen im Haus, Dachterrassen und Aufzügen. Kurz: das was viele Stadt-​Rückkehrwillige wollen. Das gelte auch für die Zukunft des Woha-​Areals („Gmünder Hof“), wo man sich nicht länger auf „großen Verkaufsflächen verkrampfen“ brauche, meint Mihm, zumal massig neue Flächen entstehen. Eine wirtschaftlich tragfähige Revitalisierung der Altstadt sei auch über Wohnformen im Sinne der Mäcklerschen Studienarbeiten möglich, die sich an der Typologie vorhandener Häuser in der Altstadt orientierten, Eigenarten herausarbeiteten und die Fassaden stärker gliederten. Mihm: „Das Neue kann man auch an der Nuance begreifen.“ Der Baubürgermeister will in diesem Zusammenhang nicht von Reparatur reden, sondern davon, „dass der Städtebau in Balance kommt“ und eine „achtsamere, nicht kontrastierende Entwicklung in Gang kommt.“
 

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