Direkt zum Inhalt springen
Startseite Rems-Zeitung bei Facebook  Rems-Zeitung bei Google+  Rems-Zeitung bei Telegram  Rems-Zeitung bei Twitter  Rems-Zeitung bei Flipboard  Rems-Zeitung Alexa Skill  Rems-Zeitung als E-Paper  Kontakt
Ihre Ansprechpartner in der Lokalredaktion
Die Geschichte der Rems-​Zeitung
Ihre Ansprechpartner in der Werbeberatung
Unsere Mediadaten als PDF
Unsere Themenwelten /​Sonderveröffentlichungen
Ihre Ansprechpartner im Bereich Abo und Service
Kostenloses Probeabo
Kennenlernabo für Neukunden
Aktionsabo für Neukunden
Klassikabo / Digitalabo
Unser Leser werben Leser Prämienprogramm
Nachsendung und Lieferunterbrechung
Übersicht Leserreisen
Übersicht Bücher und mehr
Private Kleinanzeige online aufgeben
Schwäbisch Gmünd
Rosenstein
Lorch
Leintal/Frickenhofer Höhe
Schwäbischer Wald
Waldstetten/Stuifen
Welzheimer Wald
Ostalbkreis

Lokalnachrichten

» Kultur | Freitag, 18. Januar 2013

EKM-​Preis geht an Sir John Tavener

Der britische Komponist Sir John Tavener erhält den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2013. Mit der Auszeichnung ehrt das von der Stadt Schwäbisch Gmünd getragene Festival Tavener für seine überkonfessionelle, von tiefer Spiritualität geprägte Musik und seine Verdienste um die geistliche Musik in der Gegenwart.


SCHWÄBISCH GMÜND (sv). Der Preis wird während des Festivals Europäische Kirchenmusik (12. Juli bis 4. August) am Donnerstag, 25. Juli, um 20 Uhr in der Augustinuskirche Schwäbisch Gmünd durch Oberbürgermeister Richard Arnold verliehen.
Vor der Preisverleihung gibt der Trinity College Choir Cambridge unter der Leitung von Stephen Layton ein Konzert zu Ehren des Preisträgers. Auf dem Programm stehen neben Kompositionen von Tavener Werke von Tallis, Bach, Poulenc, Britten und Pärt.
Der Preis der Europäischen Kirchenmusik ist mit 5000 Euro dotiert und wird seit 1999 zum 15. Mal verliehen.
John Taveners Werke beziehen sich vielfach als Liturgien auf den Geist und die Kunst des Mittelalters sowie auf die Mystik der russisch-​orthodoxen Chormusik. Daneben beschäftigt sich Tavener mit spirituellen Texten und Konzepten der Weltreligionen. Seine Musik versteht er als klingende Ikonen: „In allem, was ich tue, strebe ich nach Religion … Musik ist eine Art von Gebet, ein Mysterium“, lautet sein künstlerisches Credo.
In vielen seiner frühen Vokalwerke verwendet er Collagetechniken und blockhaft statische Formen. Seine musikalische Sprache wandelt sich allmählich in eine asketische Strenge mit einer fasslichen Gliederung und klaren Form — langgezogene Melismen („Mein Herz schlägt im Tempo 40“) über Bordunbässen, abgestimmt auf den Atem und eingehüllt in die modale Harmonik der orthodoxen Liturgie. Die Musik stellt sich in den Dienst spirituellen Strebens und besitzt die Überzeugungskraft persönlichen Bekennens. John Tavener, am 28. Januar 1944 in London geboren, studierte Klavier, Orgel und Komposition an der Highgate School, später an der Royal Academy of Music (19611965) in London. Rasch wandte sich der von Strawinsky und Messiaen beeinflusste Komponist der geistlichen Musik zu.
Die 1968 beim Gründungskonzert der London Sinfonietta uraufgeführte Kantate „The Whale“ machte Tavener schlagartig international bekannt. 1977 konvertierte Tavener zum russisch-​orthodoxen Glauben. Seit dieser Zeit sind seine Kompositionen geprägt von tiefer Spiritualität, die über religiöse Konfessionen hinaus verstanden wird. In der Tradition des byzantinisch-​orthodoxen Kirchengesangs steht die Komposition „The Lamb“ (1982), ein Chorwerk zu einem Gedicht von William Blake. Weltberühmt wurde Tavener durch seinen „Song for Athene“ aus dem Chorwerk „Innocence“ (1994), welcher bei der Trauerfeier für Prinzessin Diana zu hören war und ein Millionenpublikum bewegte. 1999 komponiert er für die Sängerin Björk „Prayer of the Heart“.
Für die Verdienste um die Musik wurde Tavener von Queen Elizabeth II. im Jahr 2000 zum Ritter geschlagen. Als bekenntnishafter Höhepunkt in Taveners Schaffen und gleichsam epochales Werk darf die 2007 beim Zürcher Festival „religio musica nova“ uraufgeführte interreligiöse Messe „Solemnitas in conceptione immaculata beatae Mariae virginis“ gelten: Sie verbindet den christlichen Messetext mit Versen aus dem Koran sowie buddhistischen, hinduistischen und indianischen Texten. Taveners Schaffen umfasst bis heute mehr als 260 Werke.

Veröffentlicht von Rems-Zeitung, Redaktion.
Lesedauer: 119 Sekunden.

Digital als Ausgabe-PDF oder klassisch mit Trägerzustellung:
Testen Sie die Rems-Zeitung 10 Tage kostenlos und unverbindlich!

Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 2153 Tagen veröffentlicht.


QR-Code
remszeitung.de/2013/1/18/ekm-preis-geht-an-sir-john-tavener/