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» Ostalb | Donnerstag, 31. Januar 2013

Triumph in Heubach: Projekt „Proxy“ wird abgefedert, aber durchgezogen. 110 Arbeitsplätze entfallen

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Betriebsbedingte Kündigungen bei Triumph in Heubach können vermieden werden, aber 110 Arbeitsplätze gehen am Stammsitz verloren. Das sind die zentralen Aussagen einer Betriebsvereinbarung der Sozialpartner. In einer Betriebsversammlung erfuhren die Mitarbeiter am Donnerstag davon und von dem ausgehandelten Sozialplan.

HEUBACH (rw). Das Unternehmen „Proxy“, wie der geplante Abbau von Funktionen und die Betriebsverlagerung in das Werk im ungarischen Dunauvjaros unternehmensintern genannt wird, hatte schon im Sommer zur Verunsicherung und Protesten der Belegschaft geführt. In Heubach sind 800 Mitarbeiter für Triumph tätig, rund 600 nahmen nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Thomas Schneidmüller an der gestrigen Versammlung im Werk 1 teil.
Entsprechend der Betriebsvereinbarung könnten betriebsbedingte Kündigungen nahezu vollständig vermieden werden, teilt die Geschäftsleitung von Triumph mit. Schon jetzt zeichne sich ab, dass 27 der 108 Betroffenen – Mitarbeiter im Alter von 20 bis 55 Jahren – andere, zum Teil neu geschaffene Tätigkeiten an den Standorten Heubach oder Aalen aufnehmen können. Diese Zahl könnte sich auch noch erhöhen. Nach dem Interessenausgleich soll entgegen den ursprünglichen Plänen der spezialisierte Sektor der Prototypen-​Duplikation bis längstens Ende Juni 2014 in Heubach verbleiben. In diesem Zeitraum sollen im Rahmen der natürlichen Fluktuation weitere Vakanzen in verschiedenen Abteilungen durch von der Verlagerung betroffene Mitarbeiter belegt werden.
Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall handelten innerhalb von sechs Monaten den Sozialplan und einen Vertrag über eine Beschäftigungsgesellschaft aus – die Instrumente zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen.
Rund ein Drittel der von „Proxy“ betroffenen Arbeitnehmer habe ein „materiell gut ausgestattetes, freiwilliges Angebot angenommen und ist aus dem Unternehmen ausgeschieden“, erklärten Betriebsratsvorsitzender Thomas Schneidmüller und der IGM-​Bevollmächtigte Roland Hamm gestern gegenüber der RZ. Für andere – auch außerhalb von „Proxy“ – wurden individuelle Regelungen über Altersteilzeit gefunden.
Thomas Schneidmüller: „Ohne die solidarischen Protestaktionen und ohne den Rückhalt der Belegschaft wären wir am Verhandlungstisch nicht so weit gekommen.“ Das Projekt Proxy habe man zwar nicht stoppen können, aber die drohenden betriebsbedingten Kündigungen. „Die von Beschäftigten praktizierte Solidarität hilft den anderen, ihren Arbeitsplatz zu erhalten“, so Roland Hamm. Die weiteren Betroffenen könnten durch den temporären Beibehalt von zu verlagernden Funktionen in Heubach und durch Maßnahmen wie Qualifizierungen und Versetzungen auf andere Arbeitsplätze in Heubach und Aalen eine neue Perspektive erhalten. Was die individuelle Seite der Betroffenen anbelangt, betrachten Betriebsrat und Gewerkschaft das Ergebnis als Erfolg. Nicht aber, was den Standort Heubach selbst anbelangt. Bedauerlich sei es aus Sicht des Betriebsrates, dass das Unternehmen die Chance verpasst habe, durch eine Aufnahme einer mittelfristigen Standort und Beschäftigungssicherung in den Interessenausgleich ein positives und richtungsweisendes Signal an die Belegschaft zu senden, „das hätte für Motivation und Zuversicht gesorgt.“
Dabei, so versichern Hamm und Schneidmüller, habe es wohl nicht an den Verantwortlichen in Heubach gelegen, sondern an einer Entscheidung in der Konzernzentrale in der Schweiz. Es wäre wenigstens der Erhalt von designnahen Funktionen wie der Prototypen-​Duplikation in Heubach sinnvoll gewesen, so Hamm: „Wir waren bereit, diesen Weg ein Stück weit zu flankieren. Es ist ein Kostenproblem da bei Triumph, die gesamte Belegschaft hätte einen Solidarbeitrag geleistet. Dies sei eine vertane Chance. Zumal die Prototypen-​Duplikation eine Aufgabe von sehr spezialisierten und fähigen Näherinnen sei, ergänzt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Marianne Teichmann.
„Heubach ist in den letzten Monaten zusammengerückt und zeigt Solidarität mit den Beschäftigten“, resümiert Bürgermeister Frederick Brütting. Triumph investiere in den Gründungsstandort, es gebe positive Signale „aber es fallen 100 Arbeitsplätze weg.“ Statt 800 werden es künftig 700 sein. Betriebswirtschaftlich habe es zu der Grundsatzentscheidung des Konzerns aber keine Alternative gegeben, sagt Personalleiter Ingo Sartoris.

 

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