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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 19. Juni 2013

ZFLS-​Betriebsversammlung: Positiv, aber auch mit Skepsis in die Zukunft

Sie wurde mit großer Spannung erwartet, die erste ZFLS–Betriebsversammlung mit dem neuen ZFLS–Vorsitzenden Peter Ottenbruch. „Er kam sehr gut bei den Kollegen an“, so das Fazit von Harald Brenner, dem Betriebsratsvorsitzenden. Zusammen mit anderen Vertretern des Betriebsrates hatte er gestern zu einem Pressegespräch eingeladen.

Auch kam Brenner dabei auf die aktuellen Investitionen von ZFLS zu sprechen. Unter anderem jene, die in die neue Halle investiert werden. In Sachen Fertigungsbetrieb habe ZFLS das nötige Know-​How, so Brenner. Die Forderung des Betriebsrates, wieder mehr in die Gehäusefertigung zu investieren, begründete er mit der befürchteten Abhängigkeit von den Kunden im Bereich der Montage.
Am Ungarn-​Engagement der Firma wurde seitens des Betriebsrates grundsätzlich keine Kritik geäußert. „Es betrifft Gmünd nicht, es sind Zusatzaufträge“, so Brenner. Trotz allem betrachte man das mit Skepsis; auch mit Blick auf eventuell befürchtete Vergleiche zwischen den Produktionsstandorten.
Großes Thema in der Betriebsratssitzung seien auch die geplanten baulichen Maßnahmen gewesen. Unter anderem das neue Bürogebäude; bislang wurden einige Büros in vier bis fünf Komplexen angemietet. Gefordert wurde vom Betriebsrat zudem ein neues Parkdeck.
Klare Worte gab es seitens der Interessensvertretung der Arbeitnehmer auch beim Thema „Fremdfirmen“. „Das geht uns gegen den Strich“, so Brenner. Und: „Das hat aus unserer Sicht überhand genommen.“ Täglich sind bei ZFLS am Standort Gmünd derzeit rund 300 Mitarbeiter von Fremdfirmen beschäftigt. Elmar Kluschke, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender, meinte hierzu: „Da steht der Schutz der eigenen Mitarbeiter vorne an.“ Der Gesamtbetriebsrat mache sich über Schutzmaßnahmen Gedanken.
Am Ball bleiben möchten die Arbeitnehmervertreter auch, wenn es um befristete Verträge geht. Erste Erfolge können sich sehen lassen: von den knapp 600 Mitarbeitern mit befristeten Arbeitsverträgen, die bis vor drei Jahren bei ZFLS beschäftigt waren, wurden seit dem 1. Dezember 2011 382 Kollegen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen untergebracht. Gegen Null tendiert die Anzahl der klassischen Leiharbeiter; diese liegt derzeit bei zehn.
Gegenmaßnahmen hat der Betriebsrat hingegen ergriffen, nachdem seitens der Geschäftsführung der Beschluss umgesetzt wurde, befristete Verträge auslaufen zu lassen. Die Überstunden seien daraufhin angestiegen, so Brenner. Auch mehr Wochenendschichten habe es gegeben. Ein Gespräch mit der IG Metall brachte die Kehrtwende. In einem Ergänzungstarifvertrag wurde nun festgelegt, dass eine Verlängerung von befristeten Verträgen auf 36 Monate statt bislang 24 Monate erfolgt. Dieses Jahr wären es 202 Kollegen gewesen, bei denen die Verträge ausgelaufen wären. Auch hier will man weiter am Ball bleiben. Die Quote der Altersteilzeit von vier Prozent, so war gestern zu erfahren, wurde dieses Mal nicht ausgeschöpft. Hierzu fanden gestern Abend Infogespräche mit Mitarbeitern statt. Verhandelt wird seitens des Gesamtbetriebsrates, so erklärte Elmar Kluske, auch über eine Fortsetzung der Erfolgsbeteiligung.
Für die Auszubildenden sprach Alessandro Lieb, der Vorsitzende der Gesamtjugendvertretung. Er hob hervor, dass man bei der Ausbildungsqualität an allen Standorten auf einen Nenner kommen wolle. Lieb sprach von guten Ausbildungsbedingungen und einer starken Verbundenheit mit dem Betriebsrat; „die Auszubildenden genießen eine sehr gute Ausbildung“. Es komme keiner zu kurz und die Azubis könnten auch Gleitzeit aufbauen. Derzeit gibt es am Standort Gmünd 182 Auszubildende. Letztlich sprechen auch die Zahlen für die Qualität – so verkürzen durchschnittlich 70 Prozent aller Azubis ihre Ausbildung.
 

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