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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 22. Juli 2013

OB Richard Arnold organisierte unbürokratische und multikulturelle Lösung am Bahnhofs-​Provisorium

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Schnell und unbürokratisch haben Stadt– und Landkreisverwaltung mit der Deutschen Bahn AG einen – in diesem Fall – absolut multikulturellen Servicebetrieb am Bahnhof auf die Beine gestellt. Es geht um tatkräftige Hilfe für Bahnkunden, wenn sie das Treppenprovisorium zum Bahnsteig in Richtung Stuttgart überwinden wollen.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die spontane Idee stammt von Oberbürgermeister Richard Arnold, die vor allem in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber auf dem Hardt unter der Leitung von Marcela Bolsinger mit Begeisterung aufgegriffen wurde: Auf Anhieb haben sich junge Flüchtlinge aus Afrika und Pakistan freiwillig gemeldet, um der Stadt und der Bahn aus einer großen Verlegenheit zu helfen.
Das Problem: Im Zuge der umfangreichen Sanierung und Modernisierung des Gmünder Bahnhofs ist die alte Unterführung zwischen den beiden Bahnsteigen nicht mehr begehbar. Bis zu Fertigstellung der neuen, großzügigen und vor allem barrierefreien „Landesgartenschau-​Unterführung“ im Herbst müssen die Fahrgäste in Richtung Stuttgart einen mühsamen Auf– und Abstieg an einem metallenen Stegprovisorium in Kauf nehmen. Alles in allem sind es 108 wackelige Stufen, die es zu bewältigen gilt. Für viele Bahnkunden, die beispielsweise auf Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen sind, ist dies ein unüberwindbares Hindernis. Auch Mütter und Väter mit Kinderwagen sind dem Verzweifeln nahe.
Kolade Ajibola, Christopher Igbinomwanhia, Lamin Gibba, Muhamet Cham, Haroon Khan, Jean-​Marie Bamou, Paul Bikoun, Kazim Mohammadi und Reza Mohseni sind nun die Retter in der Not. Als Servicemitarbeiter (Stundenlohn ein Euro und fünf Cent!) stehen sie nun im Schichtdienst zwischen 6.15 und 20 Uhr an einer von der Stadtverwaltung eilends aufgestellten Weihnachtsmarktbude bei Wind und Wetter bereit, um tatkräftig Hilfe zu leisten.
Augenzwinkernd appellierte gestern Oberbürgermeister Richard Arnold an alle Gmünder und andere Bahnreisende, am Trinkgeld nicht zu sparen, wenn die Dienste dieser hochmotivierten Servicemitarbeiter in Anspruch genommen werden.
Landrat Klaus Pavel sprach namens des Trägers der Asylbewerberunterkunft mit Begeisterung von einer super Idee des Gmünder Oberbürgermeisters. „Da kommt nun viel Gutes zusammen. Ein charmantes Projekt, das seines Wissens einzigartig in Baden-​Württemberg ist und gewiss auch Ausstrahlung haben wird.“ Großes Lob wurde auch der Bahn zuteil, die das Projekt finanziell und ideell unterstütze, ebenso dem Gmünder Arbeitskreis Asyl um dessen Sprecher Bernd Sattler für dessen Mitwirkung und Betreuung.
Alle Beteiligte brachten zum Ausdruck, dass diese Idee auch sehr dazu beitrage, Verständnis zwischen Bürgern und Asylbewerbern sowie deren Selbstvertrauen zu fördern. Die Flüchtlinge, so brachte auch Marcela Bolsinger zum Ausdruck, möchten sich gerne gesellschaftlich und sozial einbringen und die Zeit nicht tatenlos in der Gemeinschaftsunterkunft verstreichen lassen.

Update: Am Bahnhof Gmünd: Bahn stellt eigene „Kofferträger“

 

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