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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 08. Januar 2014

„Willkommenscenter“ im Gmünder Rathaus

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Ohne das seit 2008 bestehende Integrationskonzept und die damit gesammelten Erfahrungen hätte die Stadtverwaltung vermutlich nicht so schnell und erfolgreich auf ein Förderprogramm zur gesellschaftlichen Teilhabe und Integration des Ministeriums für Integration reagieren können.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Das Besondere daran: die Fördermittel werden zum ersten Mal direkt an die Kommunen ausgezahlt. Den vorhandenen „roten Faden“ in der Integrationsarbeit honoriert das Ministerium mit einem Förderbetrag in Höhe von 160 000 Euro für die Jahre 2014 und 2015. Schwäbisch Gmünd hatte im vergangenen Jahr einen Antrag für fünf Projekte gestellt, drei davon wurden jetzt kurzfristig bewilligt. Weil sie überzeugten, versichert Erster Bürgermeister Joachim Bläse, der die Vorhaben zusammen mit Hauptamtsleiter Helmut Ott und dem Integrationsbeauftragten Hermann Gaugele vorstellte, und weil andere Kommunen abseits der Großstädte derlei nicht schon so vorbereitet und schnell verfügbar hatten.
Das erste Projekt sieht die Einrichtung eines „Willkommenscenters“ im Rathaus als Anlaufstelle für Einwanderer vor – voraussichtlich im Erdgeschoss, wo jetzt die Infotheke ist. Dafür wird eine halbe Personalstelle eingesetzt. Zusätzlich soll eine „Willkommensmappe“ erstellt werden, die Informationen und Ansprechpartner auflistet. Zweites Projekt ist ein Runder Tisch zur Steuerung der Integrationsmaßnahmen, der auch koordiniert und in Gang bringt sowie sich mit Integrationsbeirat und –beauftragtem vernetzt. Man will damit stärker als bisher in Richtung Wirtschaft und Fachkräftemangel, beispielsweise in der Altenhilfe, gehen.
Der dritte Schwerpunkt betrifft die Integration der derzeit 250 Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Hardt. Die Stadt entwickelt ihr Integrationskonzept zum „Zuwanderungskonzept“weiter. Man will damit, so Joachim Bläse, schon bei der Ankunft der Leute ansetzen: „Sie wissen vieles nicht – Job, Behörden, Status, Regelungen für Familien –, das ist eine neue Herausforderung. Integration heißt Teilhabe ermöglichen. Das gilt auch für Flüchtlinge, die de facto durch Verfahren oder Duldungsstatus drei bis fünf Jahre hier sind. Die hatten bisher keine Chance, für sich etwas mitzunehmen. Das Mindeste ist der Spracherwerb auch für Rückkehrer.“
Hier geht man von den bisher gesammelten positiven Erfahrungen aus. Helmut Ott berichtet: „Ausgehend vom Stadtjubiläum, wo Flüchtlinge einbezogen wurden, haben wir Dutzende Projekte verfolgt. Flüchtlinge waren in städtischen und privaten Einrichtungen mit Praktika tätig, und ihre Arbeit ist um so wertvoller, je besser ihre deutschen Sprachkenntnisse sind.“ Derzeit besuchen 24 Flüchtlinge vormittags einen Sprachkurs an der Volkshochschule, der auf dem ehrenamtlichen Unterricht in der Unterkunft aufbaut, „die Flüchtlinge nehmen daran mit großem Eifer teil.“
In der Unterkunft reicht das Sprachkurs-​Niveau bis zur Stufe A 1, die beantragte Maßnahme beginnt mit diesen Basiskenntnissen und baut sie aus auf das Niveau A 2 des europäischen Referenzrahmens. Damit vermittelt man die grundlegende sprachliche Handlungsfähigkeit und eine Grundlage für die gesellschaftliche Teilhabe. Das Vorhandensein von Basiskenntnissen soll auch sicherstellen, dass nur engagierte Personen mitmachen und die Abbrecherquote gering bleibt. Voll greifen sollen die Förderprojekte in diesem Jahr, und an deren Weiterentwicklung ist auch schon gedacht.
Integrationsarbeit wird in Schwäbisch Gmünd seit nahezu 30 Jahren betrieben, beginnend mit dem „Ausländerbeauftragten“ Mitte der 80-​er Jahre. Seit 2005 besteht der Integrationsbeirat, der den Ausländerbeirat ablöste. Im Jahr 2008 wurde mit Unterstützung des Europäischen Forums für Migrationsstudien (EFM) ein Integrationskonzept entwickelt, das Leitlinien festlegte. Damit konnten die Weichen für eine strategisch ausgerichtete Integrationspolitik gestellt werden, die Sprache und Bildung, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen und Stadteentwicklung, Soziales, Gesundheit und Sport, aktives Zusammenleben und interkulturelle Öffnung der Institutionen umfasst. Jetzt wird dies ausgedehnt: Vom Kreis, derer, die hier sind – auf jene, die hier ankommen wollen.

 

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