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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 05. März 2014

IG Metall wirbt für die Teilnahme an den Betriebsratswahlen

Allein im Bereich der IG Metall sind in den nächsten Wochen 12.500 Beschäftigte in 38 Firmen zur Teilnahme an Betriebsratswahlen aufgerufen. Dafür warb die Gewerkschaft gestern bei einem Pressegespräch.

SCHWÄBISCH GMÜND (ml). „Wo es einen Betriebsrat gibt, sind die Arbeitsbedingungen besser“, sagt Gewerkschaftssekretär Peter Yay-​Müller. Eine Erhebung habe ergeben, dass Firmen mit Arbeitnehmervertretung zehn Prozent mehr Lohn zahlen und es bei Arbeitsgestaltung, Belastung und Leistungsgerechtigkeit weniger Grund zu Klagen gibt.
Deshalb werbe die IG Metall auch für die Betriebsräte. Erfolgreich, denn seit vier Jahren gibt es das Gremium wieder bei der Firma Mürdter in Mutlangen und während der Wahlperiode gründete sich ein Betriebsrat bei Renz in Heubach.
Yay-​Müller plädiert dafür, nicht erst tätig zu werden, „wenn es brennt“. Ein Betriebsrat könne präventiv viel ausrichten, wenn es einem Unternehmen einmal schlechter gehe. Da sei es auch egal, wie groß die Firma sei. Die IGM betreue Mitarbeitervertretungen vom Ein-​Mann-​Betriebsrat bis zum 31-​köpfigen Gremium bei Gmünds größtem Arbeitgeber ZFLS.
Mancher Konflikt könne durch einen Betriebsrat gelöst werden. Zum Beispiel, wenn bei einem Ingenieur-​Dienstleister neue Leute mit einem Drittel mehr Gehalt eingestellt würden, als die Stammbelegschaft, weil man sonst niemanden am Markt bekomme.
Und gerade wenn es dann tatsächlich einmal zu einschneidenden Maßnahmen komme, wie zum Beispiel im Fall der Firma Steelcase in Durlangen, müsse man über einen Betriebsrat froh sein. Ohne Mitarbeitervertretung sei so ein Standort ruck-​zuck geschlossen. Hier dagegen werde um den Erhalt gekämpft und, falls dieser nicht möglich sei, zumindest über Abfindungen und eine Qualifizierungsgesellschaft verhandelt.
Die Empfehlung der Gewerkschaft laute, doppelt so viele Kandidaten zu suchen, wie Betriebsratsmitglieder zu wählen sind. Die Größe der Gremien richtet sich nach der Mitarbeiterzahl des Unternehmens und ist im Betriebsverfassungs– bzw. Personalvertretungsgesetz festgelegt. Leiharbeitnehmer werden dabei mitgezählt und dürfen auch mitwählen, wenn sie mindestens drei Monate in der Firma sind.
Yay-​Müller räumt ein, dass die Suche nach Bewerberinnen manchmal schwer sei. Hier komme immer noch die Doppel-​Belastung Job/​Familie zum Tragen, die die Bereitschaft zu einer zusätzlichen Aufgabe nicht fördere.
Lillo Chianta, DGB–Regionalsekretär für Ostwürttemberg, betonte die Unterstützung des Gewerkschafts-​Dachverbands für die Betriebsratswahlen. Leider gebe es gerade in kleineren Unternehmen oft Repressalien, wenn an der Gründung eines Betriebsrates gearbeitet werde. Es gelte, Bewusstsein für diese „unterste Ebene der Demokratie“ zu wecken.
In seinem DGB–Bezirk seien es insgesamt 70 Firmen und 16 Verwaltungen, die in den nächsten Wochen Arbeitnehmervertretungen wählen. Das sei eine leichte Verbesserung gegenüber der Zeit vor vier Jahren, es sei aber noch „Luft nach oben“. Chianta betonte, dass in Betrieben mit Betriebsrat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich besser geregelt sei, als in solchen ohne.
Einen neuen Personalrat wählt auch die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd, wie deren Vorsitzender Franz Kohl erläuterte. Bei 1057 Beschäftigten (555 davon in Vollzeit) werde dieser nach dem neuen Landes-​Personalvertretungsgesetz von elf auf 13 Mitglieder wachsen. Drei statt bisher zwei Ratsmitglieder würden für diese Aufgabe freigestellt.
Da zwischen Verwaltungsspitze und Personalrat ein gutes Klima herrsche, sei die Kandidatensuche nicht schwierig gewesen. Es bewerben sich 28 Beschäftigte, darunter drei Beamte. Für die drei Plätze in der Jugendvertretung kann sogar unter acht Bewerbern ausgewählt werden.
Als Zukunftsthemen für Betriebsräte nannte Lillo Chianta Arbeit auf Abruf, Gesundheit und Job, Altersteilzeit und eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit aufgrund moderner Kommunikation.
 

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