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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Tumult in der Asylbewerberunterkunft, Festnahmen, Verletzte und Verkehrschaos

Eine relativ kleine Gruppe von Asylbewerbern hat am Freitag in Schwäbisch Gmünd für ein großes Chaos gesorgt. Landrat Klaus Pavel und Oberbürgermeister Richard Arnold zeigen sich in ersten Reaktionen entsetzt über die Vorfälle, zumal sich zeitgleich eine weitaus größere Zahl von Flüchtlingen auf dem Landesgartenschaugelände mit Begeisterung in die Rolle als ehrenamtliche Mitarbeiter einarbeiteten.

Freitag, 11. April 2014
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 44 Sekunden Lesedauer

Nach ersten Informationen haben sich die Tumulte am Freitag erneut wegen des Streits um die Videoüberwachung eines Müllcontainers bei der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Hardt entzündet. Das Landratsamt argumentiert, dass dies Kamera letztendlich zum schutz der Bewohner selbst aufgstellt ist, um einen Missbrauch (wilde Müllablagerungen) zu unterbinden. Elf von zwölf Sprechern der Gemeinschaftsunterkunft hätten die Videoüberwachung auch befürwortet. Einige Männer aus der Unterkunft fühlen sich jedoch überwacht, so dass gestern offenbar ein Schild vor die Kamera gehängt wurde. Dann ging der Tumult mit Rangeleien und schließlich einem großen Polizeieinsatz los. Einige der Randalierer sollen sich laut Polizeiangaben auch in einer Dusche eingeschlossen haben, weshalb auch Türen aufgebrochen wurden. Im weiteren Verlauf verlagerten sich die Auseinandersetzungen in die Innenstadt. Etwa 20 Personen blockierten die Baldungkreuzung, weshalb es in kürzester Zeit zu einem Verkehrschaos mit Rückstaus in alle Richtungen kam. Wütende und hupende Autofahrer waren drauf und dran, die Kreuzung selbst zu räumen. Die Polizei zog starke Kräfte zusammen. Auch Beamte der Bereitschaftspolizei Göppingen waren im Einsatz, um die Fahrbahnen freizuhalten. Es kam immer wieder zu Handgreiflichkeiten. Die Emotionen schlugen hoch. Die Polizisten wurden bespuckt und beleidigt, gar per Megaphon als „Mörder“ bezeichnet. Erstaunlich, wie besonnen die Beamte dennoch reagierten. Nach einem ersten Überblick musste der Rettungsdienst zwei verletzte Demonstranten versorgen. Auch eine Polizistin wurde verletzt; sie wurde im Tumult versehentlich von einem Diensthund gebissen. Der kleine Protestzug zog unter Begleitung immer stärker werdender Polizeikräfte quer durch die Innenstadt zum Polizeirevier, um es zu belagern und die Freilassung von drei Festgenommenen zu erzwingen. Nun hatte es Einsatzleiter Polizeioberrat Helmut Argauer jedoch mit dem nächsten Problem zu tun: Die vorläufig Festgenommenen dachten gar nicht daran, das Polizeirevier zu verlassen. Einer kam dann heraus, sogar mit einem Polizeitrainingsanzug bekleidet, weil er offenbar am Anfang der Auseinandersetzung nackt aus dem Duschraum heraus abgeführt wurde.Aktuell (15 Uhr) wird immer noch mit Plakaten und lautstark demonstriert. Alle Verantwortliche von Stadtverwaltung, Landratsamt und Polizei bitten die schimpfende und fluchende Bevölkerung um Besonnenheit und Differenzierung: Bei den Unruhestiftern handle es sich nur um eine sehr kleine Gruppe. Dagegen hätten sich beispielsweise schon 65 Bewohner bereit erklärt, sich als ehrenamtliche Mitarbeiter bei der Landesgartenschau einzubringen und im gesellschaftlichen Leben Gmünds zu integrieren.

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