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Herrgottsruhkapelle in frischem Glanz

Die vor zwei Jahren begonnene Außenrenovierung der Herrgottsruhkapelle ist nun abgeschlossen. Seit dem Frühjahr wurden vor allem Maßnahmen zur Steinkonservierung durchgeführt.

Dienstag, 09. September 2014
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 4 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Einen frischen Anstrich in der vertrauten historischen Farbgebung hat die 1622 vom Gmünder Kirchenbaumeister Caspar Vogt erbaute Kapelle ebenfalls erhalten, sehr schön wurden die weiß unterlegten Ornamente am Traufgesims herausgearbeitet. Nun steht sie wie auf dem Präsentierteller auf dem im Zuge der Tunnelportalbauten neu angelegten Friedhofsvorplatz – allerdings wieder einmal tiefer als zuvor. Seit den 1930-​er Jahren ist die Kapelle um fast anderthalb Meter „eingesunken“ wegen der wiederholten Straßen– und Brückenneubauten an dieser Stelle. Es wirkt sich ungünstig auf die Proportionen der Kapelle aus, war aber unvermeidlich. Die baugleiche Josefskapelle kann man zum Vergleich heranziehen, sie ragt höher auf. Zwei der Hochwassermarken liegen inzwischen unter dem Gehwegniveau.
Fast sieben Tonnen Schotter legten Mitglieder des Arbeitskreises Alt-​Gmünd um die Kapelle, „wir brauchten an diesen Tagen keine Gymnastik mehr“, sagt der Vereinsvorsitzende und frühere Münsterarchitekt Hermann Hänle, dem die Planung und Leitung der Maßnahmen oblag. Seit 1978 ist der Arbeitskreis Alt-​Gmünd Eigentümer der Herrgottsruhkapelle, nach zwei Sanierungen 1980 und 1987 war nun die dritte fällig. Vor zwei Jahren schon ließ man die Schieferdeckung des Chor-​Oktogons ausbessern. Neu installiert wurde die Blitzschutzanlage, die es zuvor nicht gab.
Steinkonservierungsarbeiten umfassten Chorgesims, Fenstergewände und –maßwerke, Lisenen und die Erinnerungstafeln an die Hochwässer, aber auch die Figuren der Hl. Cäcilia und des Geigerle über dem Portal, von Franz Huber geschaffene Kopien des Originals von Karl Deibele (1923), das jetzt im Königsturm steht. Dem Geigerle hatte jemand die den Bogen haltende Hand abgeschlagen, dem Steinkreuz auf dem Westgiebel war der rechte Arm abhanden gekommen, beides wurde ergänzt. Und schließlich wurde mittels Kompressen die Außenmauer entsalzen. Mit etwas mehr Abstand zur Straße und weniger Verkehr wird die Kapelle vielleicht in Zukunft weniger von winterlichem Streusalz-​Wasser angeweht. In der Laterne über dem Oktogon hängt seit langem keine Glocke mehr. Es gibt sie zwar noch , sie wieder einzubauen, wollte Architekt Hermann Hänle aus Gründen der Statik jedoch lieber nicht riskieren.
Auf die Herrgottsruhkapelle in ihrer neu gestalteten Umgebung ist der Arbeitskreis Alt-​Gmünd schon stolz: „Es ist schon ein großartiges Stadtentrée mit Kapelle, Leonhardskirche, den Stadttürmen und auch dem Weleda-​Gebäude mit seinen turmartigen Dachaufbauten“, meint Hänle.
Der Arbeitskreis Alt-​Gmünd mit seinen 80 Mitgliedern begeht nächstes Jahr sein 40-​jähriges Bestehen. Zuvor möchte man die Beseitigung der Salzschäden an der Innenwand des Chors in Angriff nehmen. Anzulegen ist auch noch der Rasen auf der Nordseite der Kapelle. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 55 000 Euro, die Denkmalpflege gewährt nächstes Jahr passend zum runden Vereins-​Geburtstag einen Zuschuss. Der Arbeitskreis Alt-​Gmünd ist jedoch auf weitere Spenden angewiesen, um die große Aufgabe der Erhaltung dieses Gmünder Baudenkmals schultern zu können (Konto-​Nummer: Kreissparkasse Ostalb, 440087308, BLZ 614 500 50).

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September, hat die Herrgottsruhkapelle von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Erläuterungen geben die Arbeitskreis-​Mitglieder Irene Duijm, Lothar Sänger und Hermann Hänle.

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