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Warnstreik auf dem Gügling

„Falls die Arbeitgeber gemeint haben, die Kollegen der mittelständischen Betriebe stünden nicht hinter unseren Forderungen, dann haben wir heute das Gegenteil bewiesen“, freute sich IG-​Metall-​Bezirkssekretär Peter Yay-​Müller am Dienstag nach dem Warnstreik mit 400 Beteiligten auf dem Gügling.

Mittwoch, 11. Februar 2015
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 37 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Beschäftigte aus sechs Betrieben (voestalpine-​Polynorm, GfO, Mürdter, Schüle, Andritz-​Ritz und Fein) waren zum Warnstreik aufgerufen. „Wir brauchen viele Rotkäppchen gegen den bösen Wolf“, spielte Müller auf die roten IG-​Metall-​Kappen und den Namen des Arbeitgeber-​Verhandlungsführers Stefan Wolf an, als er die 400 Streikenden begrüßte. „Die Rotkäppchen werden den bösen Wolf zähmen“, meinte er. Und es hätten sich schon 11 000 Beschäftigte aus 38 Betrieben an Warnstreiks beteiligt.
Solidarische Grüße der anderen Gewerkschaften richtete DGB-​Regionalsekretärin Kerstin Pätzold aus. Man beobachte den Metaller-​Kampf gespannt. Verbesserte Bedingungen seien noch nie vom Himmel gefallen. Man müsse sie auch für die nächsten Generationen erkämpfen.
„Gerade wir haben erfahren, was passiert, wenn man sich nicht gegen Verschlechterungen wehrt“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende von voestalpine-​Polynorm, Andreas Seibt, in seinem Grußwort. Wer immer länger arbeiten solle, brauche Bildungszeit und Altersteilzeit, unterstrich er die Gewerkschaftsforderungen. Und ob die geforderten Lohnsteigerungen von 5,5 Prozent überhaupt ausreichten, frage er sich bei mancher Rechnung, die er bekomme.
„Wir machen Tarifpolitik für den Mittelstand; denn wenn Ihr nicht gut bezahlt werdet, würde Baden-​Württemberg nicht da stehen, wo es steht“, behauptete Peter Yay-​Müller in seiner Ansprache. Die Arbeitgeber behaupteten, die Forderungen der IG Metall kosteten zehn Milliarden Euro. Das sei bei 54 Milliarden Gewinn der Unternehmen 2014 aber nicht zu viel verlangt: „Die Arbeitgeber müssen ein Stück von ihrem Kuchen abgeben.“
5,5 Prozent Lohnsteigerung brächten die Wirtschaft nicht um, sondern belebten sie. Denn investiert werde nur bei verstärkter Nachfrage. Und die gebe es nur mit höheren Löhnen. Es könne nicht sein, dass das erste Arbeitgeberangebot eine Halbierung der Altersteilzeit beinhalte. „Wir wollen unangeschlagen in die Rente gehen“, warb Müller für fließende Übergänge in den Ruhestand.
Die Forderung nach Bildungszeit sei angesichts der immer wieder angekündigten „Industrie 4.0“ überlebenswichtig. Da die Arbeitgeber nur in Weiterbildung investierten, die für sie wichtig sei, brauche man den Einstieg in mitbestimmte Bildungsfragen.
Im Hinblick auf die heute, Mittwoch, anstehende dritte Tarif-​Verhandlungsrunde in Sindelfingen bedankte sich der IG-​Metall-​Bezirkssekretär bei den Warnstreik-​Teilnehmern: „Wir müssen den Druck für ein faires Angebot erhöhen. Ihr habt gezeigt, dass wir geschlossen stehen.“
Die Kundgebung wurde von Bernd Köhler und Jan Lindqvist aus Mannheim mit Gewerkschafts-​Liedern musikalisch umrahmt.

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