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Fußball, 2. Bundesliga: Alexander Zorniger hört in Leipzig auf – Achim Beierlorzer übernimmt – Thomas Tuchel ist Wunschkandidat

RB Leipzig und Cheftrainer Alexander Zorniger haben sich am Mittwoch getrennt. Als Nachfolger übernimmt Achim Beierlorzer die Verantwortung bei den Roten Bullen. „ Aufgrund der mir gegenüber offen kommunizierten Absicht, im Sommer eine Veränderung vorzunehmen, ist es meiner Meinung nach besser, jetzt sofort einen Cut zu machen“, erklärte der Gmünder Fußballlehrer.

Donnerstag, 12. Februar 2015
Rems-Zeitung, Redaktion
4 Minuten Lesedauer

Alexander Zorniger kam im Sommer 2012 in die Messestadt und führte die Leipziger Bullen mit zwei direkten Aufstiegen von der Regionalliga bis in die Zweite Bundesliga. RBL-​Sportdirektor Ralf Rangnick erklärte in der offiziellen Pressemitteilung: „Alex hat hier hervorragende Arbeit geleistet und war mit der Mannschaft in den letzten zweieinhalb Jahren maximal erfolgreich. Er hat einen sehr großen Anteil daran, dass wir heute schon in der Zweiten Bundesliga spielen.“ Ab dem kommenden Sommer strebt RB Leipzig auf der Cheftrainer-​Position jedoch eine andere Lösung an. Daraufhin hat sich der 47-​Jährige entschieden, sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen.
Alexander Zorniger, der in seiner Heimat Schwäbisch Gmünd, in Großaspach und als Co-​Trainer beim Bundesligisten VfB Stuttgart sich einen Namen als Trainer machte, sagte: „Es war nach dieser intensiven und erfolgreichen Zeit natürlich nicht einfach, diese Entscheidung zu treffen. Doch aufgrund der mir gegenüber offen kommunizierten Absicht, im Sommer eine Veränderung vorzunehmen, ist es meiner Meinung nach besser, jetzt sofort einen Cut zu machen. Ich wünsche der Mannschaft viel Erfolg für den weiteren Verlauf der Rückrunde und bedanke mich noch einmal bei allen Beteiligten für zweieinhalb tolle Jahre.“ Sein Nachfolger, der bisherige U 17-​Trainer Achim Beierlorzer (47), kommt aus den eigenen Reihen. Der gebürtige Erlanger wird den ambitionierten Zweitligisten bis auf Weiteres übernehmen. „Wir bedanken uns bei Alexander Zorniger für die hervorragende Zusammenarbeit mit zweieinhalb überaus erfolgreichen Jahren, 62 Siegen in 101 Pflichtspielen, zwei Aufstiegen und einem Erfolg im Sachsenpokal und wünschen ihm sowohl persönlich als auch beruflich alles Gute“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins.
Der Schritt von Alexander Zorniger ist nachvollziehbar. Wie soll ein Trainer das Ziel des Vereins, den Aufstieg in die 1. Bundesliga, erreichen, wenn Spieler und Trainer wissen, dass ab Sommer eine neuer Mann an der Seitenlinie das Sagen hat? Zudem stellte Alexander Zorniger in seinen Interviews in jüngster Vergangenheit immer klar, dass es Leipzig gut tun würde, noch ein Jahr in der 2. Bundesliga zu spielen, um sich dann Stück für Stück nach oben zu orientieren. Der Sportdirektor widersprach vehement, sicher auch ein Grund für die Trennung, denn wenn Trainer und Verein nicht dasselbe Ziel verfolgen, kann es nicht mehr funktionieren im Profigeschäft Fußball. Wohin der Weg als Trainer für Zorniger geht, steht noch nicht fest. Angebote wird es sicher geben.
Der aktuelle Kapitän von RB Leipzig Dominik Kaiser, dessen Familie in Waldstetten lebt, sagte: „Ich will heute nicht so viel sagen.“ Im Gespräch nach der Trainingseinheit am Mittwochmorgen merkte man Kaiser an, dass ihn die Trennung schockierte. Die Mannschaft wurde von dieser Entscheidung überrascht. Auf dem Trainingsgelände und den Parkplätzen durften am Mittwoch keine Pressevertreter zu den Leipzigern Spielern gehen.
Zornigers ehemaliger Weggefährte und Co-​Trainer Patrick Widmann äußerte sich wie folgt: „Von Außen ist es schwer zu beurteilen, was genau vorging. Es war sicher ein Prozess und Alexander hat diese Entscheidung bestimmt nicht aus dem Bauch heraus getroffen. Was nun der Öffentlichkeit mitgeteilt wird, muss so nicht immer zu 100 Prozent stimmen. Daher ist es schwer, einen vernünftigen Kommentar abzugeben. Ich wünsche Alex, dass er seinen Weg weitergeht, egal wie der aussieht. Was er in Leipzig geleistet hat, ist einfach großartig, egal wie die Rahmenbedingungen sind. Das muss man erst einmal schaffen. “
Auch Beniamino Molinari, Cheftrainer beim Verbandsligisten FC Normannia Gmünd und jahrelang Kapitän unter Alexander Zorniger in Gmünd, sagte: „Alex ist ein Typ, der immer ehrlich und geradeaus ist. Ich kann diesen Schritt aus Sicht des Vereins nicht nachvollziehen. Sie müssten ihm in Leipzig die Füße küssen und ich bin sicher, dass Leipzig ihm bald nachtrauern wird. Alex hat sich einen Namen gemacht und es wird viele tolle Angebote geben.“
Auf Facebook gab es auch sofort zahlreiche Reaktionen auf der offiziellen Seite des Vereins:
Mark Ahrens: „Einfach nur abartig. RB Leipzig ist dermaßen peinlich, dafür gibt es kaum Worte. In den letzten Wochen wurde Herr Rangnick mehrmals gefragt, was dran ist, dass man sich von Zorniger im Sommer trennen will. Herr Rangnick sagte, es sind nur Gerüchte. Das sieht man ja jetzt und zeigt doch nur den respektlosen Charakter von Red Bull.“
Christoph Mosch: „Danke Alex, was du für uns bis jetzt geleistet hast, ich werde dich nicht vergessen.“
Jonas Mück: „Die müssen doch bescheuert sein, so einen geilen Trainer zu entlassen. Eigene Dummheit wird bestraft.“
Falk Wanzek: „Schade, dass er gehen muss.“
Florian Schmidt: „Zorniger wollte gehen.“
Dirk Schulze: „Alles geplant, der hatte nie eine Chance. Von wegen einvernehmlich, dass ich nicht lache.“
Roland Zink: „Ich finde es sehr schade für Alex. Er ist ein super Typ und ein sehr guter Trainer. Aber der Verein hat hohe Ziele und die letzten Spiele waren alles andere als erfolgreich. Ist halt so in dem Geschäft. Er wird sicher einen anderen Verein bekommen bei seiner Qualifikation. Ich halte ihm jedenfalls die Daumen.“
Auf der gestrigen Pressekonferenz in Leipzig fielt der Name Thomas Tuchel, der in Mainz noch Vertag bis zum Sommer hat, als Zorniger-​Nachfolger: „Ich kann noch keine Aussage zu möglichen Trainern für die neue Saison treffen.“ Rangnick begründete die Entlassung mit den Worten: „Wenn ich mir die Entwicklung der letzten neun Spiele (Anm. d. Redaktion: nur zwei Siege in neun Spielen) anschaue, habe ich nicht nur eine Stagnation, sondern einen Rückschritt gesehen. Die Art und Weise war entscheidend.“
Achim Beierlorzer erklärte: „Herz und Leidenschaft für aggressiven Angriffsfußball möchte ich dem Team wieder vermitteln.“
RB Leipzigs Präsident Oliver Mintzlaff betonte: „Wir wissen, was Alex uns Wert ist und war, und dementsprechend werden wir in den nächsten Tage eine faire Lösung bei der Vertragsauflösung finden.“

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