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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 16. Mai 2015

Ute Vogt sprach beim Politischen Frühjahrsgespräch über Fracking

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Die Vereinigten Staaten sind elektrisiert vom Fracking. Was es damit auf sich hat und warum in Deutschland das Thema ganz anders diskutiert wird, war am Freitagabend Thema des zwölften Politischen Frühjahrsgesprächs von MdB Christian Lange mit Ute Vogt.

SCHWÄBISCH GMÜND (ml). „Gmünd mag nicht direkt betroffen sein – und ist es irgendwie doch“, merkte Christian Lange zur Begrüßung an. Eine Studie der US-​Energiebehörde, so der SPD–Bundestagsabgeordnete, erkläre den Preissturz beim Öl mit der hohen Förderung in Saudi-​Arabien und eben dem Fracking. Dadurch, so heiße es, würden die Vereinigten Staaten 2019 energie-​autark.
In Deutschland sehe man das Thema etwas anders. Hier stünden Gesundheitsgefährdung, Flächenverbrauch und mögliche Probleme mit dem Grundwasser im Vordergrund. Und wirtschaftlich sei diese aufwändige Fördermethode für Öl und Gas gerade wegen der drastisch gesunkenen Preise nicht. Um Näheres zu erfahren, habe er die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in Berlin, Ute Vogt, eingeladen.
Auch Deutschland habe ein Ziel, erklärte diese: Spätestens 2050 oder 2060 den Energiebedarf komplett aus regenerativen Quellen zu decken und bis dahin den CO2–Ausstoß immer weiter zu vermindern. Über fossile Energieträger könne keine Autarkie erreicht werden.
Beim Thema Fracking müsse man sich zuallererst die unterschiedliche Größe von USA und Deutschland vor Augen halten. Das Ausmaß der Umweltzerstörung sei groß, wenn Gas und Öl durch mit hohem Druck in den Untergrund gepresstes und mit Chemikalien versetztes Wasser gefördert werden sollen.
Es gebe dies bereits in kleinem Maßstab in Niedersachsen. Wobei die dort im Boden verborgenen 123 Milliarden Kubikmeter Erdgas den Bedarf des Landes nicht einmal für anderthalb Jahre decken würden. Größere Mengen seien in so genannten „unkonventionellen Lagerstätten“ vorhanden, die einen noch größeren Aufwand bei der Förderung voraussetzten. Dies wolle die Regierung nun gesetzlich regeln: Eine gewisse Anzahl an Probebohrungen ohne kommerzielle Nutzung solle erlaubt werden, um zu erforschen, was die Technologie mit sich bringt – mehr nicht. In Amerika bohre man einfach drauf los, „wir wollen dagegen vorher wissen, was passiert, und nicht hinterher klagen.“
In der Diskussionsrunde sah Mario Capezzuto die Gefahr, dass Unternehmen drohende Einschränkungen über das Europarecht bekämpfen würden. Ute Vogt sah diese Gefahr als gering an. Auch über das TTIP-​Abkommen werde nichts erlaubt, was in Deutschland verboten sei.
„In Deutschland brauchen wir das nicht, das ist zu gefährlich“, gab sich Hans-​Jürgen Westhauser überzeugt. Ein Zuhörer beschrieb anhand von Veröffentlichungen, dass Fracking jetzt schon das Grundwasser auf 80 Prozent der Fläche der USA gefährde.
Herbert Kucher, der neue Vorsitzende des Kreisbauernverbands forderte, man müsse „am Anfang das Ende bedenken“. Er verstehe nicht, dass Probebohrungen erlaubt werden sollten, wenn es in Deutschland eine klare Mehrheit gegen das Fracking gibt.
Andreas Zengerle stellte die Frage in den Raum, was mit dem deutschen Grundwasser geschehe, wenn Nachbarstaaten direkt an der Grenze Fracking betreiben würden. Sie wisse nichts von solchen Plänen, aber das sei eine interessante Frage, antwortete Ute Vogt. Christian Lange bedankte sich bei der Referentin mit einem Motorrad aus Schokolade.
 

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