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Lokalnachrichten

Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 05. Oktober 2017

Thesen für die „Gmünder Charta der Gemeinsamkeit“

Galerie (1 Bild)
 

Fotos: svgd

Am vergangenen Dienstag hat Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold bei der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit im Stadtgarten „aus heiterem Himmel“ von einer „Gmünder Charta der Gemeinsamkeit“ gesprochen. Doch gibt es diese Charta, und wer hat sie verabschiedet, oder wer hat sie überhaupt erarbeitet? Die Rems-​Zeitung hat nachgehakt.

OB Arnold will die Charta unter die Vereine, Kirchen, Organisationen, Menschen tragen. Sein Vorschlag soll aufgegriffen und diskutiert werden. Die Charta kann bei der Stadt Schwäbisch Gmünd (Frau Aubele) abgeholt werden. Sie soll auch auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden. Nachfolgend der vollständige Text:

THESEN FÜR DIE „GMÜNDER CHARTA DER GEMEINSAMKEIT“
Schwäbisch Gmünd bietet Heimat, Halt und Geborgenheit für die hier lebenden Menschen. Das Wappen steht als Symbol für die Stadtgemeinschaft mit den Wertevorstellungen, die sich nicht zuletzt aus der Tradition der freien Reichsstadt mit 850jähriger Geschichte entwickelt haben.
Zu den Grundprinzipien unseres Zusammenlebens gehört die Solidarität. Es muss daher unser Ziel sein, dass alle Menschen, die hier leben, Verantwortung für ihre Stadt und die Menschen darin empfinden. Wir sind alle Teil einer Gesellschaft, die sich offen, demokratisch, liberal, gleichberechtigt und sozial auf das Grundgesetz gründet.
Daraus und aus der Tradition unserer Stadt leiten sich die folgenden Eckpunkte ab:

1. GLEICHBERECHTIGUNG IST EIN ECKPFEILER UNSERES ZUSAMMENLEBENS
Im Grundgesetz ist das verfassungsrechtliche Gebot der Gleichberechtigung von Mann und Frau verankert.
Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin (Art. 3 Abs. 2). Dies gilt für alle hier lebenden Menschen und steht über kulturellen und religiösen Normen oder Gebräuchen.

2. RELIGION GEHÖRT DAZU
Alle Religionen unterliegen den rechtstaatlichen Regeln und einem öffentlichen Diskurs. Unsere Stadt ist durch seine christliche Geschichte geprägt. Dies findet auch im Stadtalltag seinen Widerhall. Es gibt in unserer Stadt aber Raum für alle Religionsgemeinschaften, sie haben die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit sichtbar aufzutreten. Wir fordern die Religionen ausdrücklich auf, aktiv am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken und im Sinne eines gesellschaftlichen Miteinanders den interreligiösen Dialog zu stärken.

3. SCHWÄBISCH GMÜND IST HEIMAT FÜR MENSCHEN ALLER NATIONEN
Schwäbisch Gmünd bietet Heimat für Menschen jedweder Nationalität. Unabhängig von ihrer Herkunft verstehen sich hier lebende Menschen als Bürgerin oder Bürger unserer Stadt. Das Zusammenleben in der Stadtgemeinschaft gründet auf Offenheit, Respekt und Toleranz auf allen Seiten.

4. DIE GEMEINSAME SPRACHE IST DEUTSCH
Schwäbisch Gmünd ist eine offene, internationale Stadt, die Mehrsprachigkeit als Zugewinn ihrer kulturellen Vielfalt begreift. Die gemeinsame Sprache für das Zusammenleben in der Stadtgemeinschaft ist Deutsch.
Das Beherrschen der deutschen Sprache ist Grundvoraussetzung für ein wirkungsvolles Miteinander und eine gelungene Integration Zugewanderter.

5. ALLE LEBENSFORMEN FINDEN HIER IHREN PLATZ
Wir leben zusammen in einer pluralistischen Gesellschaft, in der jeder und jede auf dem Grundsatz des Rechtsstaates seinen individuellen Interessen oder Neigungen leben darf. Heterosexualität und Homosexualität gehören genauso
wie unterschiedliche geschlechtliche Identitäten zur Vielfalt der Lebensstile in unserer Gesellschaft.

6. TEILHABE GILT FÜR ALLE MENSCHEN
Menschen mit Behinderungen sind Bürgerinnen und Bürger mit allen Rechten und Pflichten. Die Stadtgemeinschaft trägt dazu bei, dass Menschen mit Behinderungen befähigt und gestärkt werden, damit sie wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger Teilhabe leben können, ihren Teil zur Gesellschaft beitragen, sich selbstwirksam wahrnehmen und wirksam wahrgenommen werden können.

7. BÜRGERSCHAFTLICHES ENGAGEMENT
Ehrenamtliche Tätigkeiten sind Ausdruck unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Sie werden in besonderem Maße gefördert. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bürgerschaftlich engagieren.

8. SORGENDE GEMEINSCHAFT
Höflichkeit, Achtsamkeit gegenüber anderen, Freundlichkeit, Offenheit und gute Umgangsformen zeichnen die Gmünder aus. Eine funktionierende Nachbarschaft wird gepflegt. Das aus dem Sport bekannte „Fairplay“ wird in allen Lebensbereichen praktiziert. Wir wollen als Stadtgemeinschaft dafür sorgen, dass niemand durch das soziale Netz fällt. Jede Bürgerin und jeder Bürger muss sich in unserer Stadt sicher fühlen können.

9. EIGENES EINKOMMEN DURCH ARBEIT UND ZUGANG ZU BILDUNG
Jeder Bürger und jede Bürgerin hat Zugang zu Bildung, entsprechend der individuellen Bedürfnisse und unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten.

10. WIR SIND SCHWÄBISCH GMÜND
Schwäbisch Gmünd besteht aus der Kernstadt und den elf Stadtteilen
• Bargau,
• Bettringen,
• Degenfeld,
• Großdeinbach mit Kleindeinbach, Hangendeinbach,
Sachsenhöfe, Radelstetten und Wustenriet,
• Herlikofen,
• Hussenhofen mit Hirschmühle, Zimmern und Burgholz,
• Lindach,
• Rechberg,
• Rehnenhof/​Wetzgau,
• Straßdorf mit Metlangen und Reitprechts
• sowie Weiler i.d.B. mit Herdtlinsweiler.

Die individuelle Identität und die Traditionen der Stadtteile sind Ausdruck der Vielfältigkeit unserer Stadt. Alle zusammen bilden die Stadt Schwäbisch Gmünd, die als Einheit unter dem Wappen des Einhorns zusammenfindet.

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remszeitung.de/2017/10/5/thesen-fuer-die-gmuender-charta-der-gemeinsamkeit/