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Hallenbad-​Bürgerbegehren in Gmünd: Warten auf das Regierungspräsidium

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Foto: edk

Ein Bürgerbegehren ist nur zulässig, wenn die Bürger darlegen können, dass ihre Lösungsvariante finanzierbar ist. In Sachen Hallenbad-​Neubau prüft allerdings nicht die Stadt Gmünd die Zahlen der Bürgerinitiative, sondern das Regierungspräsidium. Weil die Stellungnahme dieser Behörde noch nicht auf dem Tisch lag, wollten sich auch die Gemeinderatsfraktionen in der Vorberatung am Mittwoch, 12. Dezember, noch nicht positionieren.

Donnerstag, 13. Dezember 2018
Gerold Bauer
2 Minuten 2 Sekunden Lesedauer


Der Gmünder Gemeinderat muss über die Zulassung des Begehrens der Taubental-​Initiative entscheiden. Maßgebend dafür die ist baden-​württembergische Gemeindeordnung. Damit nicht ständig völlig an den Haaren herbeigezogene Ideen Gegenstand eines Bürgerentscheids werden, kam im Gesetz vor drei Jahren die Bedingung hinzu, dass von Bürgern auch die Finanzierbarkeit ihrer Vorschläge überzeugend dargelegt werden muss. Warum die Stellungnahme des Regierungspräsidiums für die Zulassung des Bürgerbegehrens entscheidend ist, wird am 13. Dezember in der Rems-​Zeitung erklärt.
Dazu gibt es auch einen RZ-​Kommentar, der die aktuelle Hallenbad-​Entscheidung in Mutlangen und die Gmünder Pläne im Blick hat.

Ansprüche erfüllen
THEMA: Wie können öffentliche Hallenbäder bezahlbar bleiben?
Von Gerold Bauer
In Gmünd wünscht man sich ein neues Hallenbad, das sowohl den Ansprüchen des Sports und des Schwimmunterrichts als auch dem Charakter eines attraktiven Freizeitbades gerecht wird. Mehr oder weniger gleichzeitig macht die Gemeinde Mutlangen den Wellness– und Familienbereich im „Mutlantis“ zu. So unterschiedlich diese beiden Vorgehensweisen sind: In beiden Fällen geht es dabei um die Kosten.
Die Gmünder wollen ein Bad, das mehr kann, als nur die Grundversorgung für Schulen und Vereine. Denn nur dann kommen offenbar genug Badegäste, die es einem privaten Investor möglich machen, mit Eintrittsgeldern und gastronomischen Angeboten Profit zu machen. Die Mutlanger hingegen wollen sich gerade auf diese Grundversorgung konzentrieren, weil dann das jährliche Defizit gerade noch finanzierbar ist.
Klingt wie ein Widerspruch, so dass man sich als Bürgerin oder Bürger fragt, wie denn der „Königsweg“ aussieht. Die Erklärung findet sich, wenn man auf das Freizeitverhalten und nicht zuletzt auf die deutlich gestiegenen Ansprüche der Gesellschaft blickt. Vor 20 Jahren war das Mutlantis an vielen Wochenende voll. Fast zu voll, um sich noch entspannen zu können. Planschmöglichkeiten für die kleinen Kinder, Bahnen für die Schwimmer, eine Rutsche, ein Kiosk mit Pommes, Curry-​Wurst und Eis – das war genug für ein Familienvergnügen. Mit dieser Erfahrung im Hinterkopf trauert so mancher ganz privat oder öffentlich in sozialen Netzwerken dem „Mutlantis“ nach.
Dieser nostalgischen Erinnerung stehen aber harte Fakten entgegen: Mittlerweile kommen nur noch halb so viele Badegäste ins Mutlantis wie zu den besten Zeiten. Selbst als bekannt wurde, dass wegen der rückläufigen Besucherzahlen die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um das Defizit auf erträglichem Niveau zu halten, gab es in Mutlangen keine „Abstimmung mit den Füßen“. Im Gegenteil, es kamen noch weniger. Auch wenn dies sehr nachdenklich macht: Vielleicht stimmt es ja doch, dass ein Bad heute Attraktionen wie gigantische Wasserrutschen, eine aufwändige Gastronomie, viele unterschiedliche Saunen und was sonst noch für ein Brimborium braucht, damit die Leute dort gern ihre Freizeit verbringen?

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gerold.​bauer@​remszeitung.​de


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