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Stadträte üben zum Teil heftige Kritik an der Hallenbad-​Bürgerinitiative

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Foto: edk

Obwohl schon vor der Sitzung feststand, dass die Mehrheit des Gemeinderats das Hallenbad-​Bürgerbegehren ablehnen wird, gab es am Mittwoch eine zum Teil vehement und temperamentvoll geführte Debatte. Anlass für die Emotionen war, dass sich manche Mitglieder des Gremiums durch Aussagen der Bürgerinitiative verunglimpft fühlten. Vier Stadträte enthielten sich bei der Abstimmung.

Mittwoch, 19. Dezember 2018
Gerold Bauer
1 Minute 37 Sekunden Lesedauer

Eingangs der Beratung dieses Tagesordnungspunkts fasste der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse kurz zusammen, welche Erkenntnisse aus der bindenden Stellungnahme des Regierungspräsidiums gewonnen wurden. Die wichtigste Botschaft (die RZ berichtete am 18. Dezember darüber) laute: Das von der Bürgerinitiative ins Auge gefasste Hallenbad mit acht Bahnen in einem 50-​Meter-​Becken wurde als nicht realisierbar bezeichnet. Während die Bürgerinitiative in der Sitzung — im Widerspruch zur Stellungnahme des Regierungspräsidiums — einmal mehr ihre Kalkulation als belastbar bezeichnete, wurde von Stadträten kritisiert, dass die Bürgerinitiative nach Torschluss noch versucht habe, dem Regierungspräsidium eine abgespeckte Variante zu präsentieren. Und dies, obwohl bei der Unterschriftensammlung für eine große Lösung geworben wurde. Dieses Vorgehen sei unseriös.

Die Rems-​Zeitung hat die richtungsweisende Entscheidung des Gemeinderats kommentiert:

Zurück auf „Los“

THEMA: Abgelehntes Bürgerbegehren für ein kommunales Hallenbad

Von Gerold Bauer

Wer beim Monopoly-​Spiel die Ereigniskarte „Gehe zurück auf Los“ zieht, muss sich damit abfinden, dass er weit zurück geworfen wird und darüber hinaus nicht die übliche Belohnung einsacken darf, die es normalerweise für eine komplette Runde übers Spielfeld gibt. Obwohl es zunächst de facto ein Verlust ist, kann „Zurück auf Los“ aber auch am Ende ein Gewinn werden. Dann nämlich, wenn dadurch der Kauf der Schlossallee nicht stattfindet und die finanzielle Lage entspannt bleibt.
Nun ist das Gestalten der Stadtentwicklung zwar kein Spiel, aber in gewisser Weise trifft das beschriebene Bild auf die Hallenbad-​Frage trotzdem zu. Ein Ausstieg aus dem laufenden ÖPP-​Verfahren hat zwar die Konsequenz, dass nun niemand in Gmünd erfährt, welche Art von Bad unter Einbeziehung privater Geldgeber möglich gewesen wäre. Der vom Oberbürgermeister angekündigte Neustart im Frühjahr ist aber gleichzeitig eine Chance, um auf der Basis der Empfehlungen aus Stuttgart die Möglichkeiten neu auszuloten und von vornherein Varianten auszuschließen, die man sich sowieso nicht leisten kann. Luftschlösser – oder in diesem Fall Wasserschlösser – zu bauen, hatte der Gemeinderat ja ohnehin zu keinem Zeitpunkt vor.

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