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Wie man gegen Armut als Fluchtursache effektiv etwas tun kann

Foto: hft

In der letzten Sitzung in diesem Jahr hat sich der Gmünder Gemeinderat in einer Erklärung dafür ausgesprochen, Flüchtlingen in Seenot beizustehen und außerdem durch Verbesserungen der Lebensbedingungen in Afrika an der Beseitigung von Fluchtursachen mitzuwirken. Die „Hilfe für Togo e.V.“ ist ein Beispiel für die Unterstützung der Menschen in ihrer Heimat. Die Rems-​Zeitung hat dies auch kommentiert.

Samstag, 28. Dezember 2019
Gerold Bauer
1 Minute 50 Sekunden Lesedauer

Ein Credo beim Afrika-​Tag im Rahmen der Remstal Gartenschau lautete: Städte und Gemeinden sollten die Entwicklungshilfe nicht nur der Regierung überlassen, sondern durch eigene Projekte dafür sorgen, dass das Leben – insbesondere in den ärmsten Regionen – in Afrika lebenswert wird. „Wenn es den Menschen in ihrer Heimat gut geht, dann bleiben sie auch dort“, weiß Anton Weber aus Erfahrung. Seit Jahrzehnten reist der Waldstetter mindestens einmal im Jahr (auf eigene Kosten, nicht durch Spenden finanziert) nach Togo und hat aus kleinsten Anfängen eine mittlerweile sehr effektive private Entwicklungshilfe aufgebaut. Und er warnt davor, Kriege und Armut als Fluchtursachen in einen Topf zu werfen.

Warum diese Unterscheidung für die Entwicklungshilfe sehr wichtig ist, wird am 28. Dezember in der RZ erklärt.
Lesen Sie dazu auch den Kommentar:

Es funktioniert
THEMA: Waldstetter Hilfe für Togo verbessert nachhaltig die Situation
Von Gerold Bauer
Auf die Fahnen schreiben, etwas für die Beseitigung von Fluchtursachen zu unternehmen, ist gut und richtig. Es wird aber erst dann ein Schuh draus, wenn dies auf eine Weise geschieht, die effektiv ist und nachhaltig die Situation in Afrika verbessert. Man hat über Jahrzehnte immer wieder erlebt, wie staatliche Entwicklungshilfe oder Projekte von großen Hilfsorganisationen „verpufft“ sind, weil das Geld nicht bei wirklich Bedürftigen ankam, sondern im korrupten Behördenapparat „versickerte“. Oder weil Projekte zwar gut gemeint waren, aber nicht gut gemacht wurden. Zum Beispiel weil am tatsächlichen Bedarf vorbei geplant wurde oder weil man die Mentalität der Menschen völlig außer Acht gelassen hat.
Die Hilfe für Togo stellt seit über 20 Jahren unter Beweis, dass nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe möglich ist. Dieser Erfolg beruht auf mehreren Faktoren: Zunächst sorgt die Überschaubarkeit des Systems dafür, dass der Verein alle seine Projekte im Blick behalten kann. Zweitens investiert die „Hilfe für Togo e.V.“ keinen Cent, wenn sie nicht vor Ort in Afrika zuverlässige Kontaktpersonen hat, die bei Kontrollbesuchen der Vereinsdelegation Rechenschaft über ihr Tun ablegen müssen. Drittens gibt es – abgesehen von der Hilfe in akuten Notfällen – generell keine Fördermittel ohne Eigenleistung. Und als Letztes: Erfolgsgaranten sind Praktiker, die über das jeweilige Thema (zum Beispiel Landwirtschaft) ein fundiertes eigenes Wissen haben.
Wenn eine Kommune also in Afrika helfen will, dann sollte sie mit solchen kompetenten Partnern kooperieren.

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