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Unterwegs zu Schauorten: Gewässerführung in Hussenhofen

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Fotos: gbr

Wie sehr sich ein Fluss durch Eingriffe des Menschen verändern kann, ist in Hussenhofen auf einer Strecke von rund einem Kilometer perfekt zu sehen. Was man tun kann, um einem beengten Fluss wieder Raum zu geben, führte Gewässerexperte Rudolf Roßmann bei der Tour „Unterwegs zu Schauorten“ auf Einladung der RZ vor Augen.

Samstag, 03. August 2019
Gerold Bauer
2 Minuten 6 Sekunden Lesedauer


Zahlreiche Interessierte (darunter auch Ortsvorsteher Thomas Kaiser, sein Vorgänger Johannes Schmid und Hochwasser-​Chronist Günther Dangelmaier sowie Stadtrat Elmar Hägele) wollten von Rudolf Roßmann wissen, was die Beweggründe für den Gewässerumbau in Hussenhofen im Zuge der Remstal Gartenschau waren und ob die erhoffte Wirkung auch tatsächlich eingetreten ist. Dabei entwickelten sich lebhafte Diskussionen – zum Beispiel darüber, ob sich Fische im natürlichen Schatten einer dichten Ufervegetation wohler fühlen als in der östlichen Hälfte von Hussenhofen, wo die Rems für die Gartenschau freigeschnitten wurde.
Roßmann machte keinen Hehl daraus, dass er vom Umbau überzeugt sei und räumte in der Diskussion ein, dass man auch seitens der Behörden und Kommunen in der Vergangenheit vieles falsch gemacht habe. Er wolle niemanden persönlich anprangern, betonte er mit Blick auf jene in Hussenhofen teilweise noch zu sehende improvisierte Uferbefestigungen mit Maschendraht, alten Randsteinen und Betonbrocken. „Das war lange Zeit allerorten so üblich, um durch steile Ufer die ebenen Fläche auf angrenzenden Grundstücken zu vergrößern“.
Gut getan habe diese „Landnahme“ den Flüssen freilich nicht, weil auf diese Weise der einst natürliche Flusslauf wie in einen Kanal gezwängt wurde und dadurch die Fließgeschwindigkeit sowie die Erosion zunahmen. Am Beispiel von Waiblingen macht Roßmann deutlich, wie eine große natürliche Schleife der Rems einfach begradigt wurde. So etwas habe man häufig im Remstal gemacht, um den Bau der Bahnlinie und der Straßen sowie die Erschließung von Bauland möglich zu machen. „Ich mache meine Führungen nicht zuletzt deshalb, weil ich die Leute überzeugen möchte, dass man einem Fluss mehr Raum geben sollte!“
Was dabei herauskommt, wenn man die steilen Ufer (die es weiterhin im westlichen Teil von Hussenhofen unverändert und dicht bewachsen gibt) abflacht, zeigte der studierte Bauingenieur und ausgebildete Gewässerführer am Beispiel des Umbaus der Rems im östlichen Teil von Hussenhofen. Durch Ausbuchtungen hat man dort dem einst begradigten Fluss wieder zu einem leicht gewundenen Lauf verholfen, durch große Steinbrocken die Fließgeschwindigkeit gedrosselt und Fischen die Möglichkeit gegeben, sich zu „verstecken“; mit Experimenten führte Roßmann die Fließeigenschaften von Wasser vor. Darüber lenkte er den Blick auf die Rems als Schauort mit Aufenthaltsqualität für Jung und Alt. „Ein Fluss ist einfach zu schade, um ihn als Abfuhrrinne für Hochwasser und Abwasser aus Kläranlagen verkommen zu lassen!“

Zwischen Wald und Alb gibt es viele schöne Plätze, die einen Besuch wert sind. Unter schauorte​.de stellt sie die Rems-​Zeitung vor. Schon am Mittwoch, 7. August sind wir wieder „Unterwegs zu Schauorten“. Dann geht es ab 13.30 (Treffpunkt am Igginger Rathaus) mit Otto Müller auf dem
„Bänklesweg“ rund um Iggingen und in ein privates Schmiedemuseum. Beim gemütlichen Abschluss in „Ottos Gütle“ gibt es Live-​Musik und ein Vesper. Deshalb ist aus organisatorischen Gründen eine Registrierung unter anmeldung@​remszeitung.​de oder 07171/​600640 nötig. Die Teilnahme erfolgt wie üblich auf eigene Gefahr.

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