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Soll Böbingen seine besiedelte Fläche weiterhin ausdehnen?

Foto: gbr

Vor großer Zuhörerkulisse beriet der Böbinger Gemeinderat unter anderem über die nötige Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Und bei dieser Gelegenheit hat ein Bürger gleich die Einwohnerfragestunde genutzt, um einen maßvollen Umgang mit noch freien Flächen anzumahnen. Dazu gibt es auch einen aktuellen Kommentar der Redaktion!

Dienstag, 28. Januar 2020
Gerold Bauer
1 Minute 42 Sekunden Lesedauer

„Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein für die Gemeinde Böbingen – frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ stand auf der Tagesordnung für die Sitzung am Montag. Gedacht war dies eigentlich so, dass die Ideen und Entwürfe für die künftige bauliche Entwicklung auf dem Gemeindegebiet öffentlich ausgelegt werden, damit die Bürgerinnen und Bürger von Böbingen sich jene anschauen und dazu ihre Meinung äußern beziehungsweise Bedenken und Anregungen vortragen können. Allerdings ging schon gestern die Diskussion darüber los, ob man bei der Fortschreibung der Flächennutzungspläne nicht von vornherein mehr Selbstbeschränkung üben sollte.

Welche Argumente dabei vorgetragen wurden, steht am 28. Januar in der Rems-​Zeitung — und dazu gibt es auch einen redaktionellen Kommentar:

Mit Maß und Ziel
THEMA: Beim Umgang mit Flächen hat ein Umdenken begonnen
Von Gerold Bauer
Es gab eine Zeit, das war es den meisten Mitgliedern von kommunalpolitischen Gremien ziemlich „wurst“, dass die Ausdehnung der besiedelten Fläche mit dem Verlust von freier Landschaft sowie dem Abholzen von Streuobstwiesen oder von Hecken einher ging. „Wachstum“ war das Zauberwort, denn Wachstum brachte durch den Verkauf von Bauplätzen reichlich Geld in die Kassen der Städte und Gemeinden. Auch für Grundstückseigentümer bedeutete die Umwandlung von Äckern in Neubaugebiete einen deutlich größeren Geldsegen als ihn die Einnahmen aus der Landwirtschaft auf diesen Flächen jemals ermöglicht hätten. „Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen!“ sagten schon die Römer in der Antike: Argumente wie Schonung von Ressourcen, Rücksicht auf natürliche Lebensräume, Nachhaltigkeit und – seit Greta – vor allem Klimaschutz bestimmen immer stärker die Diskussionen in Gemeinde– und Ortschaftsräten, wenn es um Flächennutzungspläne geht. Ist weniger im Hinblick auf das große Ganz vielleicht am Ende mehr? Also lieber im Ort in die Höhe als am Rand in die Breite bauen? Manches Gremiumsmitglied, das selbst im großzügigen Einfamilienhaus wohnt, steckt da in der Zwickmühle.
Böbingen ist seit den 70-​er-​Jahren immens gewachsen, hat in jüngerer Vergangenheit aber mit Maß und Ziel agiert und mehr als viele andere Kommunen innerörtliche Potentiale genutzt, um den Landschaftsverbrauch in Grenzen zu halten. Die Gemeinde zahlt sogar Prämien, wenn jemand eine gebrauchte Immobilie im Ort kauft. Beides ist beispielhaft!

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