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Landrat und Kreisärzteschaft rufen zur Grippeschutzimpfung auf

Landrat Dr. Joachim Bläse ruft nicht nur zur Grippeschutzimpfung auf, sondern lässt sich selbst impfen: Den „Pieks“ setzte Prof. Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb. Foto: Landratsamt Ostalbkreis

Landrat Dr. Joachim Bläse und der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Prof. Dr. Ulrich Solzbach, appellieren an die Bürger, sich gegen Influenza, also die „echte Grippe“ impfen zu lassen.

Donnerstag, 08. Oktober 2020
Nicole Beuther
2 Minuten 10 Sekunden Lesedauer

1918, 1957 und 1968 gab es Grippe-​Pandemien, die mehrere hunderttausend Todesopfer allein in Deutschland forderten. Und seit Anfang des Jahres hat sich weltweit das Corona-​Virus mit den bekannten Folgen verbreitet und zu einer Pandemie mit Millionen von Infizierten und mehreren hunderttausend Toten entwickelt. Da mit Herbstbeginn auch in Deutschland die Zahl der Corona-​Neuinfektionen deutlich ansteigt und erfahrungsgemäß jetzt noch zusätzlich die alljährliche Grippesaison beginnt, appellieren Landrat Dr. Joachim Bläse und der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Prof. Dr. Ulrich Solzbach, an die Bürgerinnen und Bürger, sich gegen Influenza impfen zu lassen.
„Grundsätzlich sind von der Grippe zwar vor allem chronisch Kranke, ältere Menschen und sehr kleine Kinder betroffen“, schildert Solzbach. „Dennoch ist die Influenza für alle Bevölkerungsgruppen eine ernst zu nehmende Erkrankung. Vor allem angesichts der Corona-​Pandemie sollten sich die Bürgerinnen und Bürger möglichst flächendeckend gegen Influenza impfen lassen.“ Die Symptomatik ist bei Influenza und bei einer Corona-​Infektion ähnlich. Eine Differenzierung zwischen den beiden Erkrankungen ist daher ohne weitergehende Diagnostik nicht einfach. „Somit bekommt man im Erkrankungsfall eine bessere diagnostische Sicherheit“, erklärt der Klinikchef.
Landrat Dr. Joachim Bläse rät: „Die beste Zeit für den Gang zum Arzt ist jetzt, also noch im Oktober oder November vor Beginn der eigentlichen Influenzasaison, die üblicherweise in den Monaten Januar und Februar ihren Höhepunkt erreicht. Werden Sie selbst aktiv und beugen Sie mit einer Grippeimpfung rechtzeitig einer Erkrankung vor. Sie bewahren damit nicht nur sich selbst, ihr familiäres Umfeld sowie Freunde und Arbeitskollegen vor einer Influenzainfektion, sondern Sie erleichtern auch die Eindämmung der Corona-​Pandemie.“ Der Landrat geht selbst mit gutem Beispiel voran und hat sich gegen Influenza impfen lassen.
Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission des Robert-​Koch-​Instituts für alle Menschen empfohlen, besonders aber bei solchen, deren Immunsystem geschwächt ist und ebenso bei Personen, die an einer chronischen Krankheit (z.B. Herzkrankheiten, Bronchitis oder anderen Lungenerkrankungen) oder an Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus leiden. Aber auch bestimmte Berufsgruppen sind durch häufige Personen– oder Kundenkontakte gefährdet, mit dem Influenzavirus in Kontakt zu kommen und sich und andere anzustecken. Dazu gehören medizinische Berufe in Krankenhäusern und Praxen, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten, Polizei– und Verwaltungsbeamte, Lehrer und Erzieher sowie Personal von öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel. Dasselbe gilt für Teilnehmer am ÖPNV.
Etwa zwei bis drei Wochen nach der Impfung setzt der Schutz ein. So mancher glaubt, durch die letztjährige Impfung noch genügend Schutz zu haben. Ein großer Irrtum: die Influenzaviren erweisen sich nämlich als äußerst flexibel. Sie verändern ihr „Aussehen“ stetig. Das ist ein Grund, weshalb die Immunität mit der Zeit abnimmt. Der Grippeimpfstoff wird in den Forschungslabors ständig an den neuen Virustyp angepasst. Deshalb muss jährlich eine Auffrischung erfolgen.
„Eine Grippe-​Erkrankung kann — besonders bei Risikopatienten — zu schweren Verläufen führen. Eine Doppelinfektion mit Grippe und Covid19 ist möglich, was den Erkrankungsverlauf verschärfen kann. Um unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung durch beide Erkrankungen (Influenza und Covid19) zu schützen, ist es wichtig, die Anzahl schwerer Grippeerkrankungen zu reduzieren. Dies ist mit einer hohen Impfrate am besten zu erreichen“, sagt Dr. Alexander Stütz, Sprecher der Gmünder Kreisärzteschaft.


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