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Demonstration vor dem Privathaus des Landrats in Lindach

Schon bei der Demonstration in Mutlangen wurde Dr. Bläse kritisiert (Foto: nb)

„So was geht gar nicht!“ Diesen Satz bekam die RZ mehrfach zu hören, als die für Donnerstag, 10. Dezember, angemeldete Demonstration in Lindach zur Sprache kam.

Donnerstag, 10. Dezember 2020
Gerold Bauer
2 Minuten 3 Sekunden Lesedauer

Aktualisierung: Der Veranstalter hat den Protest-​Marsch abgesagt und plant stattdessen eine Kundgebung auf dem Parkplatz. Gegenüber der RZ wurde erklärt, dass eine persönliche Bedrohung des Landrats nie im Sinne der Veranstaltung gewesen sei. Auch das Tragen von einheitlichen Schutzanzügen und Armbinden sei nicht vorgesehen gewesen.

Und hier die ursprüngliche Meldung: Im Gmünder Stadtteil Lindach will eine Gruppe von rund 50 Personen – so die in der Anmeldung angegebene Personenzahl – demonstrieren. Die Stadtverwaltung bestätigte, dass es dabei geplant sei, auch am Privathaus von Landrat Joachim Bläse vorbei zu marschieren. Die Demo soll unter dem Motto „Gegen Spaltung – Für eine informierte Bevölkerung, auch in den Dörfern“ stattfinden. Direkt am Privathaus des Landrats vorbei zu marschieren, wird allerdings von vielen als ein Versuch gesehen, Dr. Bläse psychisch unter Druck zu setzen und ihn auf diese Weise einzuschüchtern.

Warum nach allgemeiner Lesart eine solche Demonstration gegen alle demokratischen Spielregeln verstößt, aber dennoch zähneknirschend genehmigt wurde, steht am 10. Dezember in der Rems-​Zeitung!

Die RZ hat dieses Thema auch kommentiert:

„Wir finden dich!“

THEMA: Warum Proteste vor dem Privathaus des Landrats tabu sind

Von Gerold Bauer

Das Wichtigste nicht erst zum Schluss, sondern gleich zu Beginn: Wer sich im Rahmen von Demonstrationen auf das Grundgesetz beruft und auf die Wahrung der demokratischen Rechte pocht, darf niemals vergessen, sich auch selbst an die Spielregeln für echte Demokraten zu halten. Und die waren bisher ganz klar: Ein gewählter Mandatsträger darf nicht als Privatperson zur Zielscheibe von Angriffen werden. Mit Worten nicht und schon gar nicht mit Taten. Doch genau in dieser Hinsicht werden in Salami-​Taktik immer wieder Grenzen überschritten. Wenn sich Menschen durch Aufmärsche in Einheitskleidung und mit Armbinden an ein ganz dunkles Kapitel der deutschen Geschichte erinnert fühlen, dann ist das nachvollziehbar. Überall dort, wo das Unrecht regiert – zum Beispiel in Stadtvierteln, die von kriminellen Gruppen beherrscht werden – ist es üblich, dass körperliche Präsenz gezeigt wird. Das heißt im Klartext: „Wir sind da – und wenn du nicht machst, was wir wollen, dann finden wir dich!“ Wir wollen hier nicht allen, die sich im Rahmen von Demonstrationen gegen die Corona-​Regeln auflehnen, eine solche Geisteshaltung unterstellen! Aber jedem, der irgendwo mitmarschiert, muss klar sein, dass er am Ende vielleicht mit Leuten in einen Topf geworfen wird, die ganz andere Ziele verfolgen. Es gilt daher, sorgfältig zu prüfen, wo und wie man seine Meinung zum Ausdruck bringt. Dazu gibt es in unserem Staat viele akzeptable Möglichkeiten – vor dem Haus eines Landrats aufmarschieren gehört für anständige Demokraten aber nicht dazu!

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