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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Heilig-​Kreuz-​Münster: Stadtarchivar veröffentlicht 655 Jahre alte Ablassurkunde

Foto: Heino Schütte

Dem Gmünder Stadtarchivar Dr. David Schnur ist eine weitere Überraschung gelungen. Er hat im Hauptstaatsarchiv Stuttgart eine 655 Jahre alte Ablassurkunde aus Avignon zugunsten des damaligen Baus des Heilig-​Kreuz-​Münsters in Gmünd entdeckt und jetzt veröffentlicht.

Mittwoch, 02. Dezember 2020
Heino Schütte
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Aus der südfranzöischen Stadt Avignon stammt die ungewöhnlich prächtige und großformatige Ablassurkunde deshalb, weil dort im 14. Jahrhundert vorübergehend die Päpste ihr Domizil hatten. Das Dokument kann viel erzählen, so über die fromme, schuldbewusst-​demütige Lebensführung der Gmünder, die nicht nur zur Beichte aufgerufen waren, sondern sich mit finanziellen Gaben von ihren Sünden freikaufen konnten, um nicht im Fegefeuer zu enden. Und die Urkunde erinnert auch daran, dass die Gmünder in den nächsten Jahren den 700. Jahrestag der Grundsteinlegung ihres Wahrzeichens feiern könnten. Die Erforschung des genauenn Datum gibt aber bislang noch Rätsel auf. Mehr zum Thema am Mittwoch in der Rems-​Zeitung. Dazu auch ein Kommentar von RZ-​Redakteur über die Leistungen des Stadtarchivars, der demnächst Gmünd aus privaten leider verlässt:

Danke David Schnur!
Wir erinnern uns immer noch mit Begeisterung an das Jahr 2001: Die Stadt Schwäbisch Gmünd feierte den 650. Jahrestag der Grundsteinlegung für den Chor des Heilig-​Kreuz-​Münsters. Was für ein Fest, das besonders geprägt wurde von der Freilichtaufführung „Peter Parler von Gmünd“mit 200 Akteuren
Stadtarchivar Dr. David Schnur, der demnächst aus privaten Gründen leider unsere Stadt verlässt, hat mit seiner jüngsten Veröffentlichung einer Ablassurkunde einen Hinweis darauf gegeben, dass die Gmünder durchaus auch auf eine 700-​jährige Tradition ihres Münsterbauwerks anstoßen könnten. Wie er beschreibt, verdichte sich das Rätselraten über die Grundsteinlegung des Langhauses immer mehr auf einen Zeitraum in der Mitte der Zwanzigerjahre des 14. Jahrhunderts. In den kommenden Jahren könnte es durchaus noch genauere Forschungsergebnisse geben. Zu gerne wäre, Dr. Schnur, noch in Gmünd geblieben, um auch diesen Wissensprozess gemeinsam mit den Bürgern zu begleiten.
Zweieinhalb Jahre war Dr. David Schnur Stadtarchivar. Enorm, was er in diesem Zeitraum geleistet hat. Ein Geschichtsinteressierter bekommt Herzklopfen bei Lektüre und beim Betrachten all der vielen Dokumente, die David Schnur im Internet sichtbar gemacht hat. Auch eine tolle Grundlage für den Schulunterricht. Denn noch nie war gerade auch das Wissen um die dunklen Epochen der Stadtgeschichte so wichtig wie heute. Danke David Schnur! Und auf Wiedersehen vielleicht bei einem Jubiläum 700 Jahre Münster-​Baubeginn in Gmünd.



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